Adventssänger aus Herweg ziehen durch Hückeswagen Ein Ständchen für die Adventssinger

Herweg · Das Adventssingen in Herweg hat schon seit rund 50 Jahren Tradition. Zwölf Sänger der evangelischen Kirchengemeinde machten sich auf den Weg, um den älteren Gemeindemitgliedern rund um Herweg eine Freude zu bereiten

 Adventssängerinnen unterwegs: Frauke Walder, Martina Mobini und Gesa Schnaible besuchten Friedel und Martha Walder.

Adventssängerinnen unterwegs: Frauke Walder, Martina Mobini und Gesa Schnaible besuchten Friedel und Martha Walder.

Foto: Jürgen Moll

Normalerweise sind es die Adventssänger, die am ersten Adventswochenende mit Liedern und Gedichten durch die Außenortschaften ziehen, und den dort lebenden Gemeindemitgliedern einen Besuch abstatten. In dieser Mission waren am Samstag unter anderem Frauke Walder, Martina Mobini und Gesa Schaible unterwegs. Im Haus der Eheleute Thiele kamen sie jedoch selbst in den Genuss eines Ständchens, als Werner Thiele seine Mandoline hervorholte und darauf „Alle Jahre wieder“ spielte. Das Ehepaar bleibt immer zu Hause, wenn sich die Adventssänger angekündigt haben. „Natürlich gehen wir dann nicht weg, wir freuen uns doch schon immer sehr darauf“, sagte Irmhild Thiele. Nach drei Liedern samt Gitarrenbegleitung und einem Gedicht durften die Sängerinnen auch gleich die frisch gebackenen Weihnachtsplätzchen probieren.

Das Adventssingen in Herweg hat schon viele Jahre Tradition. Selbst zu Corona-Zeiten waren die Gemeindemitglieder unterwegs, um Weihnachtsgrüße zu überbringen. „Nur einmal musste das Adventssingen wegen Schnee komplett ausfallen“, berichtete Gesa Schnaible.

Am Samstag hatten sich zwölf Sängerinnen und Sänger im großen Wohnzimmer der Familie Walder versammelt, um die Gitarren zu stimmen und sich einzusingen. In vier Dreiergruppen wurden danach 20 Haushalte in Herweg, Marke, Pleuse, Niederdahlhausen, Karrenstein, Eckenhausen und Siepersbever besucht. Bedacht wurden Gemeindemitglieder, die das 75. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben.

Doch nicht allen ist der Brauch bekannt. „Neu Zugezogene sind überrascht, dass es so etwas gibt“, sagte Frauke Walder. Im Haus ihrer Schwiegereltern, Martha und Friedel Walder, wurden für die Adventssänger nicht nur die Kerzen der selbstgemachten Weihnachtspyramiden entzündet, sondern auch die erste Kerze auf dem Adventskranz. „Natürlich wird die Kerze zum Adventssingen schon angezündet, morgen ist doch der erste Advent“, sagte Martha Walder. Nach dem Singen wurde auch hier vom selbstgebackenen Berliner Brot, Spritz- und Ingwergebäck genascht.

Die Adventssänger nehmen sich jedes Mal viel Zeit und bleiben gerne noch zu einem kleinen Plausch - und um die kalten Finger aufzuwärmen. Den Besuchten überreichen sie gebastelte Weihnachtskarten mit Teelichtern und wünschen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit. „Tragt in die Welt nun ein Licht“, hieß es in einem der vorgetragenen Lieder. Genau das tun die Adventssänger mit ihren Besuchen. Karl-Heinz Völkel beteiligte sich gerne als Mitsänger an diesem Brauch: „Es kommt immer gut an“, betonte er. Nachwuchs gab es auch bereits: Der jüngste Sänger war Henri (4), der seine Mutter Maike Gruhn beim Adventssingen unterstützte.

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