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Hückeswagen: Abzocke – Vorsicht vor Telefongewinnspiel!

Hückeswagen : Abzocke – Vorsicht vor Telefongewinnspiel!

Das Schreiben verspricht einen netten Tag "mit viel Spiel, Spaß und Spannung" und auch noch einen satten Gewinn im Wert von 400 Euro.

Dazu muss der Adressat morgen, Mittwoch, nur sehr früh aufstehen und um 5 Uhr an der Ecke Bahnhofstraße / Etapler Platz in den dort wartenden Reisebus einsteigen. "Wir warnen aber davor", sagte gestern Roland Kissau vom Ordnungsamt. Bei dieser Veranstaltung werde psychischer Druck aufgebaut. Auch Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Verbraucherberatungsstelle, rät dringend von der Teilnahme ab.

Das Schreiben ohne Absender im Briefkopf wirkt wie eine offizielle Benachrichtigung der Deutschen Telekom: Der Telefonhörer oben links im gleichen Magenta-Farbton, die Schrift und Gestaltung des Briefs wie die Mitteilung der Telekom — die Ähnlichkeit mit deren Rechnungen ist nicht nur frappierend, sie ist gewollt. Selbst der Hinweis "Monika Krause, Kundenservice" unter der Unterschrift ähnelt dem der Telekom-Briefen.

Kein Hinweis, wohin die Reise geht

Der Adressat wird gelockt mit Gewinnen, einer Prämie im Wert von 49 Euro für jeden mitgebrachten Kunden sowie einer kostenfreien Busfahrt, Essen und Getränke. Doch wohin die Reise geht, verrät das Schreiben nicht.

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Es sind mehrere Indizien, die darauf deuten, dass es sich um eine Verkaufstour, ähnlich einer Kaffeefahrt, handelt. Auch wenn die (unbekannten) Veranstalter beteuern: "Oft werden wir mit so genannten Kaffeefahrten verglichen. Wir garantieren Ihnen, dass es sich bei dieser Veranstaltung nicht um eine solche Veranstaltung handelt." Die Verbraucherschützerin sieht das jedoch anders: "Zu 99,9 Prozent geht es um eine Kaffeefahrt, bei der die Teilnehmer überteuerte Waren kaufen sollen."

Denn die Vorgehensweise ist gleich wie bei ähnlichen Gewinnspielen: Der ganze Sachverhalt wird verschleiert, im Adressfeld steht nur eine Postfachadresse, so dass der Empfänger den angeblichen Gewinn nicht einklagen kann. Und den gibt's auch nur "im Wert von 400 Euro" und nicht etwa bar auf die Hand. "Die Produkte werden dann so teuer verkauft, dass es sich selbst bei Gewinnauszahlung noch für die Veranstalter lohnt", sagt Lydia Schwertner.

Teilnehmer unter Druck gesetzt

Perfide ist auch, dass die Teilnehmer mit einem einfachen Mittel unter Druck gesetzt werden, mitzufahren. So heißt es in dem Schreiben: "Die Kosten in Höhe von 79 Euro für Ihre Busplätze, Frühstück, Getränke usw. haben wir schon für Sie übernommen (...). Bei Nichtantritt der Fahrt sind wir laut Gesetzgeber berechtigt, Ihnen die Organisationskosten in Rechnung zu stellen." Dazu sagt die Verbraucherschützerin: "Der Veranstalter hat doch keinen Schaden, wenn jemand die Reise nicht mitmacht. Im Gegenteil: Er spart ja den Gewinn im Wert von 400 Euro." Ihr Tipp: Das Schreiben wegwerfen.

(RP/rl)