Neue Gebührensätze beschlossen Abwassergebühren in Hückeswagen steigen ab dem kommenden Jahr

Hückeswagen · Für Haushalte mit geschlossenen Gruben statt einem Kanalanschluss in Hückeswagen wird es ab dem kommenden Jahr richtig teuer. Die neuen Gebührensätze wurden beschlossen.

Die Abwasserkanäle und -einrichtungen müssen gewartet und unterhalten werden. Auch dafür sind die Kosten zuletzt gestiegen. 

Die Abwasserkanäle und -einrichtungen müssen gewartet und unterhalten werden. Auch dafür sind die Kosten zuletzt gestiegen. 

Foto: Krebs, Andreas

Drei Jahre lang sind die Gebühren für die Abwasser-Beseitigung stabil geblieben, zum neuen Jahr werden sie nun aber steigen – allerdings für die meisten Haushalte in Hückeswagen nur moderat. Denn die mit Abstand meisten Häuser sind ans Kanalnetz angeschlossen und für die liegt die Gebühren-Steigerung bei nur knapp 2,3 Prozent. Konkret: Bislang zahlten die Kanalbenutzer 3,96 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser, ab dem kommenden Jahr werden es dann 4,05 Euro sein. Für die Berechnung der Menge an Schmutzwasser pro Haushalt wird der Verbrauch an Frischwasser zugrunde gelegt. Wer beim Wasserverbrauch spart, kann also auch seine Kosten für das Abwasser senken.

Nach der Kalkulation der Schloss-Stadt wäre eigentlich eine deutlich höhere Steigerung der Gebühren notwendig, um die stark gestiegenen Kosten zu decken, nämlich knapp 4,44 Euro pro Kubikmeter. Um einen solchen Gebührensprung, der die Haushalte finanziell beträchtlich belasten würde, zu vermeiden, schießt die Stadt Geld zu aus einer Rücklage, die aus früheren Überschüssen des Abwasser-Betriebs gebildet wurde. Zum Ende dieses Jahres sind in dieser Rücklage noch gut 1,4 Millionen Euro enthalten, Ende 2023 werden es dann noch knapp 960.000 Euro sein. Die Rücklage wird auch in den kommenden Jahren dazu eingesetzt, allzu heftige Gebühren-Sprünge zu verhindern.

Anders als für die Haushalte, die an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen sind, sieht die Situation für Bewohner in den Außenbereichen der Stadt aus, deren häusliche Abwässer noch in geschlossene Gruben fließen. Für sie fällt die finanzielle Mehrbelastung im neuen Jahr drastisch aus. Die Gebühr für den Kubikmeter Schmutzwasser erhöht sich von bisher 2,40 auf dann 2,51 Euro – eine Steigerung um knapp 4,6 Prozent.

Daneben schlagen aber vor allem die um fast 130 Prozent erhöhten Ausfuhr-Gebühren zu Buche, die dann anfallen, wenn ein Fachunternehmen die Grube leert, was regelmäßig geschehen muss. Die Ausfuhrgebühr steigt im neuen Jahr von bisher 18 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser auf 41 Euro.

Schon im Jahr 2020 hatte die Stadt Hückeswagen die Besitzer abflussloser Gruben angeschrieben und darauf hingewiesen, dass es zu großen Gebührensprüngen bei den Abfuhrkosten kommen wird, weil die für die Ausfuhr zuständigen Fachunternehmen die Preise für ihre Dienstleistung stark angehoben haben. Jetzt ist es mit der Erhöhung um gleich 23 Euro pro Kubikmeter soweit.

Das Problem ist, dass Betroffene wenig Alternativen haben, denn in den ländlichen Außenbereichen mit ihren Streusiedlungen und Einzelhofschaften liegen nun mal keine Kanäle. Ein Anschluss ans öffentliche Netz, der auf Dauer kostengünstiger für die Haushalte sein könnte, ist dort also gar nicht möglich und wird es auch zukünftig nicht sein, weil es völlig unwirtschaftlich wäre, kilometerlange Kanäle für wenige Nutzer zu verlegen.

Der Fachausschuss für den städtischen Eigenbetrieb Abwasser-Beseitigung stimmte den neuen Gebührensätzen in seiner Sitzung am Montagabend geschlossen zu. Im Vergleich aller 13 oberbergischen Städte und Gemeinden liegt Hückeswagen mit den aktuellen und auch mit den neuen Gebühren auf einem mittleren Platz.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort