Hückeswagen: Abend der Raspo-Legenden

Hückeswagen: Abend der Raspo-Legenden

Vor 40 Jahren schrieben die Spieler des RSV 09 Hückeswagen Fußball-Geschichte: Ihnen gelang sensationell der Aufstieg in die Landesliga, die zweithöchste Amateurliga Deutschlands. Am Freitag trafen sich die Helden von einst.

Dutzende von Legenden ranken sich in der Schloss-Stadt um den 9. Mai 1971. Es war der Tag des Aufstiegs des RSV 09 Hückeswagen in die Landesliga, die damals zweithöchste Amateurklasse. Dieser Augenblick vor etwas mehr als 40 Jahren nach einem 2:2-Unentschieden beim BV 85 Wuppertal war für die lokalen Fußballer-Größen Anlass genug, wieder einmal zusammenzukommen. Und so wurden am Freitagabend im Hotel Kniep viele dieser Erzählungen in Erinnerung gerufen.

Spontaner Autokorso

Es war die Zeit, als ein Auto vor Freude in den Vereinsfarben Grün und Weiß angestrichen wurden, als ein spontaner Autokorso durch die Stadt die Menschen aus ihrer Ruhe riss, und als der Hückeswagener Franz Häger mit seinem Leiterwagen den Fußballern zur Ehre eine Runde vor dem Rathaus drehte. Absolut präsent war allen Spielern am Freitag noch der Tabellenstand nach dem letzten Spieltag der Saison. "45:15 Punkte, 69:37 Tore", verkündete einer der Raspo-Veteranen stolz bei der allgemeinen Begrüßung.

"Es gibt aber auch einige Anekdoten und Begebenheiten, die weniger bekannt sind", sagte Horst Lempke, rechter Verteidiger der Erfolgself. Gemeinsam mit Manfred "Manni" Ziegeweidt hatte er diesen Abend der Erinnerungen organisiert. Vollkommen im Trubel von 1971 untergegangen war beispielsweise der Aufstieg der zweiten Mannschaft. "Die ist damals in die Kreisliga A hoch", erinnerte Lempke. Da die Saison der ersten Mannschaft wenige Wochen vor der Zweiten zu Ende war, wurde das B-Team durch die Stars aus der Aufsteigertruppe kurzfristig verstärkt.

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Besonders emotional wurde es am Freitag in einem stillen Moment. Die Spieler gedachten ihrem Erfolgtrainer Burghard Rylewicz: Der Ex-Profi von Borussia Dortmund war Ostermontag 2006 gestorben. Ihm war es auch nicht vergönnt, am ersten Jubiläumstreffen vor fünf Jahren teilzunehmen, das damals durch den Verein Bergische Zeitgeschichte (BZG) organisiert wurde.

Lempke und Ziegeweidt hatten insgesamt 25 Spieler eingeladen, die aus dem Kader des Aufstiegsteams stammten oder die in den vier Jahren der Landesliga-Zugehörigkeit mitwirkten. "Es hat nicht viel gefehlt, da wären wir sogar in die Verbandsliga aufgestiegen", erinnerte "Manni" Ziegeweidt an die glorreichen 70er-Jahre des Raspo.

"Wicküler-Elf" ohne Trainingsfleiß

Neben der zweiten Mannschaft stand noch ein weiteres Team im Schatten der Helden von 1971: Die dritte Mannschaft des Raspo wurde wegen ihrer ausgesprochenen Geselligkeit frei nach einer Biermarke die "Wicküler-Elf" genannt. "Die Jungs konnten auch alle Fußball spielen, die wollten nur nicht trainieren", blickte Lempke schmunzelnd zurück.

(nob)
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