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50 Jahre Städtepartnerschaft: Hückeswagener Manfred Flosbach immer dabei

50 Jahre Städtepartnerschaft Etaples und Hückeswagen : Von Beginn an im Austausch mit Etaples

Manfred Flosbach ist ein Mann der ersten Stunde, was die Städtepartnerschaft mit Etaples-sur-mer betrifft. Als Mitglieder der Feuerwehr und ehemaliger zweiter Vorsitzender des Partnerschaftskomitees engagiert er sich bis heute für den Austausch zwischen den Städten.

Mit einer Städtepartnerschaft ist es wie in einer langjährigen Freundschaft: Die Beziehung muss wachsen und lebendig gehalten werden mit gegenseitigen Besuchen und netten Gesten. So ist es auch mit der Freundschaft zwischen der französischen Stadt Etaples-sur-mer und Hückeswagen. Die Unterzeichnung der Urkunde 1972 durch den ehemaligen Hückeswagener Bürgermeister Dr. Friedrich Weyer und seinem französischen Amtskollegen Jean Bigot besiegelte nur den Anfang. Die Menschen, die sich für den Austausch engagieren, sind der Hauptgrund, warum in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen dieser freundschaftlichen Verbindung gefeiert werden kann.

Ein Hückeswagener, der sich von Beginn an für die Städtepartnerschaft engagiert hat, ist Manfred Flosbach. Zahlreiche Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos zeugen von dieser Zeit, den feucht-fröhlichen Feiern und dem regen Kontakt mit den französischen Freunden. Der 76-Jährige erinnert sich noch gut an die erste Frankreich-Fahrt der Feuerwehr. „Es war sehr spannend, vor allem, weil wir die alte Feuerwache in Etaples besucht hatten, die damals sehr beengt und vollgestopft war“, erzählt Flosbach. Die vielen Besuche bei den französischen Kollegen sind dem Feuerwehrmitglied in guter Erinnerung geblieben: „Wir hatten immer viel Spaß, und es wurden mit wenig Aufwand tolle Feiern auf die Beine gestellt.“

 Feuewehrlauf 1994 mit den Freunden aus Etaples auf dem Sportplatz an der Schnabelsmühle.
Feuewehrlauf 1994 mit den Freunden aus Etaples auf dem Sportplatz an der Schnabelsmühle. Foto: M. Flosbach
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Als sich 1995 das Partnerschaftskomitee bildete, war Flosbach dabei. Bei den gegenseitigen Besuchen wurde meistens in Gastfamilien übernachtet. Manfred und Rosina Flosbach hatten über viele Jahre das Ehepaar Marice und Pierre Godron bei sich im Haus aufgenommen, wenn die Franzosen in der Schloss-Stadt zu Besuch waren. Im Gegenzug übernachtete das Hückeswagener Ehepaar viele Male bei der Familie Godron und ihren vier Kindern. „Die Kinder wurden immer ausquartiert, wenn wir kamen, damit Platz war“, berichtet der 76-Jährige.

Als Gründungsmitglied und ehemals zweiter Vorsitzender des Partnerschaftskomitees war Flosbach schon zu etwa 25 Besuchen in der französischen Partnerstadt, manchmal auch zweimal im Jahr. „Es war eine schöne Zeit. Ich kann mich nicht erinnern, dass mal irgendwas nicht funktioniert hat“, betont er. Seit einigen Jahren gehört Flosbach zur Ehrenabteilung der Feuerwehr, die er auch leitet. „Bei den Franzosen gibt es keine Ehrenabteilung, daher ist es schwer, mit den älteren Kollegen Kontakt zu halten“, bedauert er.

 Gemeinsame Feuerwehrübung an der Bever-Talsperre 1986.
Gemeinsame Feuerwehrübung an der Bever-Talsperre 1986. Foto: M. Flosbach

Doch nicht nur die Feuerwehr hat viel dazu beigetragen, den Kontakt zur Partnerstadt lebendig zu halten. Es gab auch einen regen Schüleraustausch sowie Kontakte zwischen Musikgruppen, wie den Bon Z’Enfants und dem Chor „Modern Generation“. 2010 reiste das Realschulorchester „Blow up“ unter der Leitung von Gerald Wasserfuhr im Rahmen der Bürgerfahrt nach Etaples. Weitere Verbindungen gab es unter den Landwirten und den Sportlern, wie dem Tennisclub HTC 73 und den Fußballern. Am Hückeswagener Talsperrenlauf nahmen bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie regelmäßig Läufer aus Etaples teil.

Auch Flosbach kann sich an einige sportliche Ereignisse in der Partnerstadt erinnern. „Ich war einmal der Senior in der Mannschaft der Kölner Berufsfeuerwehr. Wir mussten fünf Kilometer durch die Dünen laufen, das war sau-anstrengend“, sagt er lachend. Unvergessen geblieben sind ihm auch die Ruderwettbewerbe auf der Canche. „Wir hatten weder ein eigenes Boot, noch konnten wir üben“, schildert Flosbach. Auf dem Fluss, der etwa doppelt so breit ist wie die Wupper, standen am Start rund 50 Boote dicht nebeneinander. Beim Umrunden der Boje sei dann ein Ruder verlorengegangen, was das Aus der Hückeswagener Mannschaft bedeutete. Einen Pokal gab es dennoch – den für die Mannschaft mit der weitesten Anreise. „Die Platzierung war uns immer egal, wir wollten nur besser sein als die Etapler“, verrät Flosbach. 2011 nahm die Feuerwehr erneut an dem Gaudi teil, diesmal mit einem selbst gebauten Boot. Die Hückeswagener ernteten dafür bewundernde Blicke, auch wenn es wieder nur zu einem der hinteren Plätze reichte.

Bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen in diesem Jahr sind die Blicke vor allem nach vorne gerichtet. Flosbach bereitet es Sorgen, dass der Austausch mit den Schulen eingeschlafen ist und es dem Partnerschaftskomitee an Nachwuchs fehlt. „Wenn im Hintergrund die richtigen Leute fehlen, dann funktioniert es nicht“, befürchtet er. Zudem würden viele jüngere Hückeswagener die Sprachbarriere fürchten. Manfred und Rosina Flosbach sprechen bis heute kein Französisch, mit der Verständigung hat es dennoch immer geklappt: „Zur Not mit Händen und Füßen.“