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Hückeswagen: 23-Jähriger verprügelt Freundin, weil sie sich "querstellt" - 3000 Euro Strafe

Hückeswagen : 23-Jähriger verprügelt Freundin, weil sie sich "querstellt" - 3000 Euro Strafe

Die Gewalt, die ein 23-jähriger Hückeswagener gegen seine Freundin angewandt hatte, kam ihm gestern vor Gericht teuer zu stehen. Die Richterin am Amtsgericht Wipperfürth verurteilte den geständigen, aber wenig Reue zeigenden Angeklagten wegen Körperverletzung und Nötigung zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 20 Euro, somit also 3000 Euro.

Das Urteil machte den jungen Handwerker sichtlich betroffen. Die Anklageschrift, die der Staatsanwalt verlas und in der die Geschehnisse noch einmal detailliert beschrieben wurden, kommentierte er jedoch nur mit den Worten: "Ja, es war alles so gewesen."

Im Juli hatte der 23-Jährige seine Freundin im Streit so heftig gegen die Hüfte getreten, dass sie gegen die Schlafzimmertür flog und sich dabei die Schulter prellte. Am nächsten Tag, nachdem der Handwerker seinen Rausch vom Vorabend ausgeschlafen hatte, wurde er abermals handgreiflich. Er zerrte seine Freundin, die gestern als Zeugin geladen war, an den Haaren aus der Wohnung. Als diese sich erneut Zutritt verschaffte, trat und schlug er auf sie ein. Die junge Frau trug Prellungen und Hautabschürfungen davon und war 14 Tage lang krankgeschrieben.

"Ist das der normale Umgang in Ihrer Beziehung?", wollte die Richterin von dem Angeklagten wissen. "Normalerweise nicht, aber sie wollte einfach nicht gehen. Da bin ich halt ausgerastet", schilderte der Hückeswagener lapidar. Zum Streit war es gekommen, weil der 23-Jährige den Abend mit Freunden an der Bever-Talsperre verbringen wollte. "Sie hat sich da quergestellt", sagte er und schob den Ausraster damit indirekt seiner Freundin in die Schuhe.

Vier Vorstrafen wegen Trunkenheit am Steuer und Diebstahls warfen kein gutes Licht auf den Angeklagten. Strafmildernd wertete das Gericht lediglich das Geständnis, wodurch dem Opfer die Zeugenaussage erspart blieb. Staatsanwalt und Richterin vermissten jedoch eine Entschuldigung des Angeklagten für sein Verhalten.

"Die Umstände der Tat zeugen von ausgesprochener Brutalität und einer Misshandlung übelster Art", sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Statt Reue hätte der Verurteilte den Eindruck vermittelt, als sei seine Freundin selbst an seinen Ausrastern Schuld gewesen. Die Geldstrafe muss der Hückeswagener nun in Raten abstottern.

Seine Freundin hat ihm die Taten mittlerweile verziehen. Die beiden sind wieder ein Paar.

(heka)