Hückeswagener Traditionsverein Raspo greift gleich mit drei Mannschaften an

Schnabelsmühle · Mit 61 Fußballern gehen die Senioren des RSV 09 Hückeswagen in Kürze in die neue Spielzeit der Kreisliga B. Erste und Dritte wollen oben mitspielen, die zweite soll sich im Mittelfeld stabilisieren.

Die Raspo-Erste mit Bernd Lewak (Trainer) und Walter Helpling (Co-Trainer/stehend v.l.)., Laurenz Felbick, Samuel Ertel, Louis Voß, Leonard Neumann, Tom Steinmetzler, Moritz Courtz, Deltlef Schindler (2.Vorsitzender); (sitzend, v. l.) Marcel Kögel, Johannes Thiel, Nysret Shabani, Alexander Lewak, Philipp Brackelsberg, Marcel Xylander, Jan Schulz und Collin Scherer. Es fehlen Moritz Kruschinski, Louis Janowski, Steve Ehrich, Maurice Geisler, Alex Schütz, Samir Hysa und Maximilian Felbick.

Die Raspo-Erste mit Bernd Lewak (Trainer) und Walter Helpling (Co-Trainer/stehend v.l.)., Laurenz Felbick, Samuel Ertel, Louis Voß, Leonard Neumann, Tom Steinmetzler, Moritz Courtz, Deltlef Schindler (2.Vorsitzender); (sitzend, v. l.) Marcel Kögel, Johannes Thiel, Nysret Shabani, Alexander Lewak, Philipp Brackelsberg, Marcel Xylander, Jan Schulz und Collin Scherer. Es fehlen Moritz Kruschinski, Louis Janowski, Steve Ehrich, Maurice Geisler, Alex Schütz, Samir Hysa und Maximilian Felbick.

Foto: RSV 09

24 Spieltage stehen für die 13 Mannschaften der Gruppe 1 der Kreisliga B an, und schon nach elf Tagen in der neuen Saison wird es für die beiden Hückeswagener Fußballvereine so etwas wie eine Standortbestimmung gegeben haben – denn am zweiten und dem wegen des Altstadtfestes vorgezogenen dritten Spieltag werden die erste und zweite Mannschaft des RSV 09 Hückeswagen auf die Zweite des SC Heide getroffen sein. Zunächst spielt die Raspo-Zweite am Sonntag, 3. September, 12.45 Uhr, bei den Heidern, am Donnerstag, 7. September, 20 Uhr, bekommt es die Erste mit der Zweitvertretung des noch jungen Hückeswagener Vereins zu tun. Und dann wird es möglicherweise auch das Wiedersehen mit einigen Ex-Spielern geben, nachdem sich zur neuen Saison drei RSV-Kicker Richtung des Lokalrivalen verabschiedet hatten.

Apropos: Deren Wechselabsichten, die sie kurz vor dem Ende voriger Saison kundgetan hatten, hatten offensichtlich das Mannschaftsgefüge der Raspo-Ersten ins Wanken gebracht. „Wir hatten bei unserem ärgsten Konkurrenten SSV Bergisch Born III 3:0 gewonnen“, berichtet Detlev Schindler, der zweite Vorsitzende. Damit war der erste Platz in der Kreisliga B und der angepeilte Aufstieg in die A-Klasse wieder greifbar geworden. Doch nach dem Spiel kündigten drei Fußballer an, sich in der neuen Saison dem SC Heide anschließen zu wollen. „Das hat für schlechte Stimmung in der Mannschaft gesorgt“, bedauert die Vorsitzende Diana Knorr. Zu guter Letzt seien zwei Spiele verloren geworden, die der RSV normalerweise hätte gewinnen müssen – so blieb am Saisonende nur Platz zwei. Da auch noch aus der Bezirksliga zu viele Mannschaften aus dem Kreis Remscheid abgestiegen waren, gab es noch nicht einmal ein Relegationsspiel der Zweitplatzierten der beiden B-Gruppen, über das sich der Hückeswagener Traditionsklub doch noch hätte den Aufstieg sichern können. So startet er Ende des Monats erneut in der B-Klasse.

Und das mit einem neuen Cheftrainer. Aufgrund des verpassten Aufstiegs wurde David Cocina von seinen Aufgaben entbunden, statt seiner wird die Erste nun von Bernd Lewak betreut. Der 55-Jährige, der von Co-Trainer Walter Helpling unterstützt wird, ist ein Raspo-Urgestein: seit 1973 im Verein, 15 Jahre lang Jugendtrainer von den Bambini bis zur A-Jugend und in der vorigen Saison Co-Trainer von Cocina. Schindler war auf ihn zugekommen und hatte gefragt, ob er den Posten übernehmen wolle. Lewak sagte zu. Zumal nicht nur sein Sohn Alexander in der Ersten spielt, sondern auch einige der Jungs, die er in der Jugend schon betreut hatte. „Es waren auch Spieler aus der Mannschaft, die den Wunsch geäußert hatten, dass Bernd Lewak übernimmt“, versichert Diana Knorr.

Raspo-Urgestein Bernd Lewak hat die Erste des RSV als Trainer übernommen.  Foto: Stephan Büllesbach

Raspo-Urgestein Bernd Lewak hat die Erste des RSV als Trainer übernommen. Foto: Stephan Büllesbach

Foto: Stephan Büllesbach

Seit dem Zwangsabstieg zum Ende der Saison 2017/2018, als die Mannschaft nach Querelen aus der Kreisliga A abgemeldet werden musste, kickt der Raspo in der B-Klasse, der momentan untersten Liga im Fußballkreis Remscheid. Der Aufstieg ist bei den Verantwortlichen jedoch nicht das oberste Ziel. „Wir wollen zumindest unter die ersten Drei“, versichert Lewak. „Alles andere ist ein Bonus.“ Für den größtmöglichen Erfolg müsste ohnehin alles zusammenpassen – müssten etwa die Leistungsträger dabeibleiben, und am Ende zähle auch das Quäntchen Glück. Wobei der Kader mit 21 Spielern nun wahrlich nicht allzu üppig besetzt ist. Aber bei „Not am Mann“ sollen Spieler der Zweiten aushelfen, die in der gleichen Gruppe wie die Erste antritt.

Die zweite Mannschaft wird von Alexander Kriebel trainiert. Deren Saisonziel ist es, sich im Mittelfeld zu platzieren und die Erste zu unterstützen. Vor allem soll sie sich stabilisieren, nachdem der RSV II in der vorigen Saison so etwas wie das „Kanonenfutter“ der Kreisliga B gewesen war: Nur einen einzigen Punkt konnte die Mannschaft ergattern bei mehr als 130 (!) Gegentoren. Das soll kommende Saison deutlich besser werden. „Wir haben viel vor“, verspricht Kriebel, der als Spielertrainer auch auf dem Platz stehen will und auf einen 17-köpfigen Kader bauen kann.

Eine Besonderheit ist die dritte Mannschaft, die für die Gruppe 2 gemeldet ist. Sie wird nicht nur vom Ex-Trainer der Ersten, David Cocina, betreut, sie besteht auch aus 23 Spielern unterschiedlichster Nationalitäten. „80 Prozent sind Afrikaner, dazu kommen zwei Polen sowie Türken und Iraker“, sagt Cocina. Diese multikulturelle Truppe, die überwiegend aus Remscheid kommt, hatte sich als Hobbymannschaft zusammengetan und im vorigen Jahr einige Freundschaftsspiele bestritten. Jetzt haben sich die Spieler dem RSV 09 angeschlossen, um in der Meisterschaft anzutreten. „Wir wollen oben mitspielen“, betont der Trainer, der auf einige Kicker mit Bezirks- und sogar Landesligaerfahrung zählen kann. „Die Frage ist, ob sie als Mannschaft funktionieren“, relativiert er.

Auch wenn es erneut nicht mit dem Aufstieg in die Kreisliga A klappen sollte, so bleibt das Ziel weiterhin bestehen: „Das muss sich entwickeln“, sagt Bernd Lewak. Und Detlev Schindler stellt klar: „Mittelfristig muss der Aufstieg sein!“

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