Hückeswagen: 2017 gab es wieder mehr Einbrüche

Hückeswagen: 2017 gab es wieder mehr Einbrüche

Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Hückeswagen ist nicht mehr die sicherste Stadt in Oberberg. Nach nur zehn Einbrüchen in 2016, waren es im vergangenen Jahr 25 Fälle. Kreisweit gibt es einen Anstieg bei den Gewaltverbrechen.

Eigentlich hatte die Polizei bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2017 gute Nachrichten mitgebracht. Denn nach Jahren mit steigenden Zahlen bei den Einbruchsdelikten, sind diese nun kreisweit um 8,4 Prozent zurückgegangen. "Wir sind froh, dass die Fälle weniger werden und viele Einbrecher schon beim Versuch scheitern", sagte Kreisdirektor Klaus Grootens gestern. Nicht so in Hückeswagen. Hier ist die Anzahl der Einbrüche von zehn auf 25 um 150 Prozent gestiegen. 2016 war die Schloss-Stadt noch die Kommune in Oberberg, in der pro Einwohner die wenigsten Einbrüche begangen wurden. Das hat sich nun geändert. "Einbrüche beeinträchtigen das Sicherheitsgefühl sowie die Lebensqualität der Menschen und bleiben daher ein Schwerpunkt unserer Arbeit", kündigte Grootens an. Die Polizei empfiehlt den Menschen, ihre Wohnungen präventiv zu sichern.

An anderer Stelle steht Hückeswagen im Vergleich zum Kreis deutlich besser da. Im Bereich der Gewaltkriminalität wirkt die Polizei momentan nämlich etwas ratlos. Schon 2016 gab es einen deutlichen Anstieg der Gewaltverbrechen in Oberberg - damals um fast 20 Prozent. Diesem Trend wollte man 2017 eigentlich entgegenwirken. Eigentlich. Denn auch im vergangenen Jahr gab es wieder exakt so viele Straftaten im Bereich Gewaltkriminalität, nämlich 567. Warum das so ist, gibt den Beamten ein Rätsel auf. "Wir wollen diesem Phänomen auf die Spur kommen. Das Problem ist: Wir finden bisher keinen richtigen ,Pack an', um das hohe Niveau dieser Straftaten wieder zu senken", sagte Stefan Hebbel, Leiter Direktion Kriminalität.

In Hückeswagen ist Gewalt nicht das bestimmende Problem. Sowohl 2016 als auch 2017 gab es 22 Fälle, die nur vier Prozent der kreisweiten Gewaltverbrechen ausmachen. Und die Häufigkeitszahl, die die Fälle ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt, zeigt: Hückeswagen ist im Bereich Gewaltkriminalität die drittsicherste Stadt in Oberberg.

  • Reul stellt Kriminalstatistik vor : "NRW ist nachweislich sicherer geworden"

Die Problematik der Gewaltverbrechen trübte bei den Verantwortlichen die Freude über ein eigentlich positives Jahr. Denn in Oberberg gab es 2017 nur 12.553 Straftaten - das ist der niedrigste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. "Der Oberbergische Kreis ist eine der sichersten Regionen in NRW", stellte Kreisdirektor Klaus Grootens fest. Auch die Aufklärungsquote, die mit knapp 60 Prozent deutlich über dem NRW-Schnitt (52,3 Prozent) liegt, sei ein Beleg für die gute Arbeit der Polizisten.

Deutlich schlechter sieht die Erfolgsbilanz bei der Aufklärung von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen aus. "Da haben wir große Probleme", sagte Stefan Hebbel, Leiter Direktion Kriminalität. Die Anzahl der Betrugsdelikte mit Senioren als Opfer stieg von 2016 zu 2017 um 59 Prozent auf insgesamt 121 Fälle. Aufgeklärt werden konnte nur ein einziger Fall. Am häufigsten Erfolg haben die Täter mit dem sogenannten Enkel-Tick oder indem sie sich telefonisch als Polizeibeamte ausgeben. "Da müssen wir am Ball bleiben", sagte Hebbel.

Erfolgreich war das vergangene Jahr im Bereich der Rauschgiftdelikte. Hier gab es zwar fast 100 Fälle mehr, "aber das liegt daran, dass wir unsere Kontrollintensität gesteigert haben", stellte Grootens klar. Das soll auch 2018 weiter das Credo der Polizei sein - ob im Bereich Gewaltkriminalität oder bei der Aufklärung von Wohnungseinbrüchen.

(kron)