Hückeswagen: 2011 – Sommer der Verlierer

Hückeswagen : 2011 – Sommer der Verlierer

Starkregen, Hagel, kalte Temperaturen – der Sommer 2011 bot wenig Sommerliches. Der dadurch entstandene wirtschaftliche Schaden für Campingplätze, Außengastronomie und Eisdielen in Hückeswagen ist enorm.

Starkregen, Hagel, kalte Temperaturen — der Sommer 2011 bot wenig Sommerliches. Der dadurch entstandene wirtschaftliche Schaden für Campingplätze, Außengastronomie und Eisdielen in Hückeswagen ist enorm.

Gastronom Hans-Jürgen Feyer zieht die Reißleine. "Noch ein schlechtes Jahr kann und will ich mir nicht erlauben. Bevor ich privat den Bach runter gehe, mache ich den Laden dicht", sagt der Pächter der Gaststätte "Beverblick". Auf 60 bis 70 Prozent schätzt der Wirt seine Einbußen, bereits der Sommer 2010 sei unter den Erwartungen geblieben.

Umsatzeinbußen von 70 Prozent

Das Ende für Feyer steht stellvertretend für einen Katastrophensommer, den insbesondere die Wirte und Campingplatzbetreiber an der Bever-Talsperre zu spüren bekamen. "Die Kollegen setzen natürlich voll auf die Sommergäste. Bleiben die aus, fehlt eine alternative Einnahmequelle", sagt Axel Konsen, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft (IG) Zeltplätze.

Günther Schevardo, Platzwart des Campingplatzes II und Wirt der "Bever-Klause", verwaltete ebenfalls in erster Linie den Leerstand. "Es gab zu viele Tage, an denen kein Mensch den Weg zu uns gefunden hat." Die Auslastung des Zeltplatzes schätzt Schevardo auf durchschnittlich 20 Prozent.

Etwa besser lief es im Strandcafé Kürten: "Wir werden wohl seit Juni rund 40 Prozent eingebüßt haben", sagt Inhaber Bernd Kürten. Für das sehr durchwachsene Frühjahr, als trotz strahlenden Sonnenscheins die Gäste ausblieben, macht Kürten die Stadtstraßen-Baustelle auf der Anfahrt zur Talsperre verantwortlich. "Viele haben sich von den Umleitungen abschrecken lassen."

Fehlende Planungssicherheit

Im Sommergeschäft setzte vor allem die fehlende Planungssicherheit den Wirten zu. "Selbst wenn die Sonne mal scheint, brauchen die Gäste ein, zwei Tage, bis sie sich auf den Sommer eingestellt haben. Da fällt es schwer, das Personal richtig einzuteilen", berichtet Ines Baumbach, Wirtin vom "Haus am See" und Platzwartin des Campingplatzes I.

Auch die Eiscafés verkauften deutlich weniger als im Vorjahr. "Wenn keine Sonne scheint, bleiben die Leute zu Hause", sagt Bruna Valenti, die seit 1959 die Eisdiele im Island betreibt. Ähnlich ergeht es auch dem Eiscafé Friuli am Bahnhofsplatz. "Die Stammkunden haben uns über den Sommer gerettet", sagt Kellnerin Michele Longo.

Doch trotz des unternehmerischen Risikos — "die Außengastronomie hat Chancen, gerade in Hückeswagen", ist Michael Sallmann, Geschäftsführer der IHK Oberberg, überzeugt. Der neue Radweg sei eine große Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen. "Gastronomen mit viel Außenwirtschaft müssen in guten Sommern Rücklagen bilden", rät Sallmann.

(RP/rl)
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