175 Jahre kfd Hückeswagen - der Montagskreis

175 Jahre kfd Hückeswagen : kfd-Frauen werden gemeinsam älter

Einst als „Kreis junger Frauen“ gestartet, sind die kfd-Frauen im „Montagskreis“ mittlerweile alle zwischen 60 und 70 Jahren.

Insgesamt drei Frauengruppen treffen sich bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in Hückeswagen regelmäßig. Diese sind ein wenig nach dem Alter der Frauen gestaffelt: Die „Jungen Frauen“ treffen sich am dritten Montag des Monats, der „Montagskreis“ für Frauen zwischen 50 und 70 Jahren trifft sich am zweiten Montag des Monats, und der „Frauenkreis“, der sich schon seit über 50 Jahren trifft, macht das jeden ersten Mittwoch im Monat.

Im Montagskreis sind etwa 20 Frauen aktiv, gegründet wurde die Gruppe als „Kreis junger Frauen“ im Dezember 1974. „Jetzt gibt es aber eben einen neuen Kreis dieses Namens – und wir sind nun auch nicht mehr wirklich jung“, sagt Monika Wedekind lachend. Daher habe man sich in „Montagskreis“ umbenannt. Einmal im Monat, immer am zweiten Montagabend, treffen sich die Frauen. Meist im Gemeindehaus an der Weierbachstraße, während mittlerweile nebenan der Kirchenchor probt. Manchmal geht es aber auch nach draußen. Eine liebgewonnene Angewohnheit etwa ist die traditionelle Maiwanderung.

Für Heidemarie Heitkamp, die seit 1980 in Hückeswagen lebt, ist der Montagabend ein wichtiger Termin. „Es hat sich aus dem Interesse heraus entwickelt, auch mal etwas jenseits der Familie zu haben“, sagt sie. Ihr Anliegen sei es gewesen, nach dem Zuzug in die Schloss-Stadt Anschluss zu finden. „Ich war auch schon in Lennep in der kfd, aber ich wollte das Alte loslassen und am neuen Wohnort etwas Neues finden“, erzählt Heidemarie Heitkamp.

Für sie ist der Zusammenhalt unter den Frauen durch das gemeinsame Interesse an der Kirchengemeinde und dem Glauben gegeben. „Davon bin ich felsenfest überzeugt. Das merkt man auch, wenn wir dreimal im Jahr die Frauenmesse vorbereiten“, sagt Heidemarie Heitkamp. Monika Wedekind ergänzt: „Wir suchen Texte aus, die zum Evangelium passen, wir machen die Einführung, die Lesung, die Fürbitten und eine Mediation zum Schluss. Pastor Klein geht in seiner Predigt auch immer auf unsere Texte ein.“ Auch die Lieder für die Messe würden von den Frauen ausgesucht. „Das sind immer sehr schöne Messen“, bestätigt Heitkamp. Die Verbindung zur Kirche halte die Frauen zusammen.

Die Vorbereitung auf die Frauenmesse sei ein Teil der montäglichen Treffen, aber natürlich werde auch viel geredet. Über Wichtiges oft, aber manchmal auch Unwichtiges. „Wir haben doch jede unser kleines oder größeres Päckchen. Jeder Mensch ist anders – das wird in unserer Gemeinschaft aber gesehen und respektiert. Die eine trägt die andere hier – sonst wären wir nicht auch so lange in dieser Gruppierung zusammen“, betont Heidemarie Heitkamp. Das mache einen Großteil der Bedeutung des „Montagskreises“ für sie aus. „Jede von uns kann sich einbringen, sei es mit einer persönlichen oder auch einer woanders gehörten Geschichte, einem Gedicht oder etwas ganz anderem“, sagt sie. Die Hückeswagenerin freut sich vor allem darüber, dass sich der „Montagskreis“ seit 1974 nahezu ausnahmslos einmal im Monat getroffen hat. „Manchmal sind die Gruppen etwas größer, dann kommen wieder weniger – aber stattgefunden hat er immer.“

Auch für Rose-Marie Kinner ist der „Montagskreis“ ein liebgewonnenes Ritual geworden. „Wir sind 1969 nach Hückeswagen gezogen, meine Mutter und Schwiegermutter waren auch schon in der kfd. Direkt nach der Hochzeit bin auch ich dann auch Mitglied geworden“, berichtet sie. Früher sei man aktiver gewesen, habe viele Aktionen auch gemeinsam mit evangelischen Christen in der Stadt gemacht. „Und es wurde auch viel mit den Kindern unternommen. Heute lassen wir es eher langsam und ein wenig altersgerecht angehen“, sagt Rose-Marie Kinner schmunzelnd. Man werde gemeinsam älter, und das sei sehr schön. „Ich bräuchte heute auch gar nicht mehr so viel Trubel.“

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