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Hückeswagen: 150 Jahre Retten, Löschen, Bergen, Schützen

Hückeswagen : 150 Jahre Retten, Löschen, Bergen, Schützen

Die Hückeswagener Feuerwehr - genauer gesagt: der Löschzug Stadt - besteht 2018 seit 150 Jahren. Aus einer Turnerfeuerwehr ist eine hochmoderne Wehr aus Freiwilligen geworden. Im April und Juni soll das Jubiläum groß gefeiert werden.

Nach den Löschgruppen Holte und Herweg (2009) und der Löschgruppe Straßweg (2014) steht nun beim Löschzug Stadt ein großes Jubiläum an. Doch während die Löschgruppen jeweils "nur" ihr 100-jähriges Bestehen feierten, wird die Keimzelle der Hückeswagener Wehr 150 Jahre alt. 1868 hatten sich einige Hückeswagener Turner unter der Leitung von Alex von Polheim zusammengetan und eine Turnerfeuerwehr gegründet. Ihr Bestreben war es, die Hückeswagener vor Feuer und anderen Katastrophen zu schützen. "Vieles hat sich verändert", schreiben Stadtbrandinspektor Karsten Binder und Mathias Pohl, Zugführer des Löschzugs Stadt, in einem Brief an potenzielle Unterstützer. "Aber eines nicht: Wir sind nach wie vor 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche ehrenamtlich für die Bürger da."

Die Hückeswagener Wehr ist eine der ältesten im Oberbergischen. In den meisten anderen Kommunen wurden erst später Feuerwehren gegründet. Im Gegensatz zu Radevormwald, wo die Feuerwehr in diesem Jahr ebenfalls ihr 150-Jähriges feiert.

Gut positioniert ist die hiesige Feuerwehr auch beim Nachwuchs. Aktuell gehören 32 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und Ende 17 der Jugendfeuerwehr an. "Wir haben einen leicht positiven Trend", sagt Pohl im Gespräch mit unserer Redaktion. Landesweit gebe es hingegen immer weniger ehrenamtliche Kräfte. In den vier Einheiten sind momentan 115 aktive Feuerwehrleute engagiert. "Damit gehören wir zu den kleinsten Feuerwehren im Kreis", sagt Binder. Die meisten hätten zwischen 140 und 250 Einsatzkräften, und Gummersbach käme auf mehr als 400. Hückeswagen ist aber auch eine der kleinsten Kommunen in Oberberg.

"Wünschenswert wären schon mehr Einsatzkräfte", stellt der Feuerwehrchef klar. Denn so sei eher gewährleistet, ausreichend Feuerwehrleute für den Einsatz tagsüber und des Nachts zu haben. Immerhin hat die Feuerwehr schon vor dem Jubiläum seitens der Politik ein "Geburtstagsgeschenk" erhalten, die mehrheitlich den Weg frei gemacht hat für ein neues, modernes und vor allem ausreichend großes Feuerwehrgebäude an der Ruhmeshalle. "Hier an der Bachstraße stoßen wir einfach an unsere räumlichen Grenzen", sagt Binder. Das künftige Feuerwehrhaus sei dagegen zukunftsweisend.

Dort, so hofft er, wird dann auch die Rettungswache angesiedelt, die ihren Standort noch am ehemaligen Marienhospital hat. Laut Binder gebe es bereits positive Signale aus der Kreisverwaltung. Für den Stadtbrandinspektor ist das durchaus sinnvoll, "denn wir arbeiten ja schon an den Einsatzstellen zusammen". Und so könnte man sich noch besser kennenlernen. Allerdings benötigten die Rettungssanitäter ihre eigenen Räume.

Im Vorfeld der beiden Jubiläumsveranstaltungen am 22. April und 16. Juni (s. nebenstehenden Bericht) wird es jeweils eine zweiwöchige Ausstellung im Schaufenster der Raiffeisenbank an der Bahnhofstraße geben. Zu sehen sein werden historische und aktuelle Bilder der Feuerwehr sowie Ausrüstungsgegenstände.

(büba)