Zirkus Pepperoni in Hückelhoven: Vorhang auf für Zirkustherapie

Zirkus Pepperoni in Hückelhoven : Vorhang auf für Zirkustherapie

Mit dem neuen Programm „Therapie“ versetzten die Schüler des Zirkus Pepperoni ihre Zuschauer in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums ins Staunen. „Dr. Hannah“ verschrieb Kunststücke am Boden und in der Luft.

Egal ob Bewegungs- oder Musiktherapie, Kunst oder der Umgang mit Tieren – therapeutische Maßnahmen sind vielfältig. Es gibt noch mehr kreative Möglichkeiten; und einige davon stellte nun der Zirkus Pepperoni des Gymnasiums Hückelhoven vor. Zum wiederholten Male hieß es in der Aula „Manege frei!“, während die Schüler der AG neue atemberaubende Kunststücke vorführten und dem Publikum mit Witz, Herz und Charme die 21 Nummern ihrer neuen Zirkusshow „Therapie“ servierten.

Ob am Boden oder in der Luft, als Clown oder Jongleur, die Schüler vollführten anspruchsvolle Kunststücke und spielten mit einem Augenzwinkern immer wieder auf den Titel der Show an. So wurde das Publikum Augenzeuge der sehr unkonventionellen Behandlungsmethoden von „Dr. Hannah“, die sich gewissenhaft um ihre Patienten kümmerte und dabei auch keinen Halt vor artistischen oder ulkigen Maßnahmen machte. Besonders anmutig und faszinierend kam beispielsweise die „Höhenlufttherapie“ daher, bei der die Patientinnen Hannah Kallen, Carolin Lenz, Molly Davey, Anna Koglin, Linnéa Jokobs sowie Yasemin Sentürk, Lucy Janssen und Lily Rinkenberger an Tuch, Netz, Luftring oder Trapez beeindruckende artistische Höchstleistungen erbrachten. Die „Familientherapie“ am chinesischen Mast mit Linnéa und Coralie Jakobs sowie Louis Kuss und Paul Joachims verwob geschickt und feinfühlig Akrobatik und Situationskomik. Luftig-leicht präsentierten auch Robert Langen und Lukas Sachse ihre Kombination aus Partnerjonglage und Trampolinkunst.

„Geerdete“ therapeutische Mittel fanden auf vielfältige Weise ihren Weg auf die Bühne. So verlangte die Bodenakrobatik den Schülern viel Kraft und Körperbeherrschung ab, während Lukas Sachse und Patrice Joachims ihre Talente und Geschicklichkeit bei der Jonglage oder mit dem Diabolo unter Beweis stellten. Die jungen Artisten meisterten jede artistische Herausforderung mit Bravour, obwohl die Bedingungen während der Vorstellung alles andere als ideal waren. Die drückende Hitze von draußen machte vor den Türen der Aula nicht Halt, so verwandelten sich vor allem alle Nummern der Luftakrobaten in eine äußert rutschige und damit nicht ungefährliche Angelegenheit. Die Schüler ließen sich davon jedoch nicht beirren und lieferten eine gewohnt hervorragende Darbietung ab. Zum Ende der Vorstellung wurde es dann noch einmal richtig „heiß“: Mit einer Feuershow verabschiedeten Patrice Joachims, Max Dienhoff, Annika Seidl und Julia Henftling ihre Zuschauer. Bis zur abendlichen Vorführung hatten die Schüler unter ihrer „Zirkusdirektorin“ Bianca Schiff den Tag noch für eine letzte Generalprobe genutzt. „Wir haben den ganzen Tag trainiert“, bestätigte Schiff, dabei wären sie zwar mit kühlen Erfrischungen versorgt worden, natürlich sei die Probe bei dem Wetter anstrengend gewesen. „Trotzdem waren die Kinder und Jugendlichen durchgehend guter Dinge und super motiviert bei der Sache, das ist auch nicht selbstverständlich“, lobte sie ihre Schützlinge.

Zwei Grundschüler durften am Abend ihren Auftritt als Nachwuchsartisten genießen: Paul Joachims (8) aus Hückelhoven am Mast und Lily Rinkenberger (10) aus Krefeld am Trapez. Die zirkusbegeisterte Zehnjährige reist für das Training immer extra an.

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