1. NRW
  2. Städte
  3. Hückelhoven

Zehn Plätze mehr für Kita Tabaluga in Hückelhoven-Kleingladbach

Erweiterung kostet rund 1,83 Millionen Euro : Zehn Plätze mehr für Kleingladbacher Kita

Rund 1,83 Millionen Euro will sich die Stadt Hückelhoven die Erweiterung der Kindertagesstätte Tabaluga in Kleingladbach um eine vierte Gruppe kosten lassen. Unterm Strich steigt dadurch die Zahl der Kindergartenplätze um zehn.

Möglich wäre auch eine Steigerung um 20 Plätze gewesen, wobei dann auch statt einer Förderung von 270.000 Euro eine von 540.000 Euro in Aussicht gestanden hätte. Doch macht die jetzt bei einer gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfe- sowie des Bau- und Umweltschausschusses im Dorfgemeinschaftshaus Doveren unter Cornona-Bedingungen empfohlene Planung aus Sicht von Rat und Verwaltung Sinn, auch wenn es weniger Geld vom Landf gibt.

Ausgiebig informierten Architekt Andre Lindt und die Stadtverwaltung über die beabsichtigte Erweiterung der Kindertagesstätte in Kleingladbach. Sie bekomme ein vollkommen neues Gesicht, so Lindt bei der Präsentation seiner Pläne. Wie von der Stadt gewünscht, sollen im Tabaluga eine vierte Gruppe, ein Mehrzweckraum sowie Therapie- und Sozialräume entstehen. In Absprache mit der Kindergartenleiterin Bianka Hahnen und dem städtischen Jugendamt wurde eine bauliche Lösung gefunden, die allen Bedürfnissen entspricht. „Wir erreichen eine grundlegende Aufwertung der gesamten Einrichtung“, meinte der Beigeordnete Thorsten de Haas in Ergänzung zu Lindts Ausführungen. Eine Bedingung bei der Planung sei es gewesen, die Kita derart zu gestalten, dass die angrenzenden Grundschule möglichst unangetastet und in ihrem Bestand gewahrt bleibt. Zum vollkommen neuen Gesicht soll auch eine Verlegung des Haupteingangs des Tabaluga gehören, der mit dem zentralen Zugang zur Sporthalle verbunden wird.

Im Rahmen des neuen Raumkonzepts sollen sowohl die neue hinzukommende vierte Gruppe als auch die bereits jetzt im bestehenden Bau vorhandene dritte Gruppe in dem zweigeschossigen Neubau untergebracht werden. Er hat im Untergeschoss eine Nutzfläche von rund 650 und im Erdgeschoss von rund 800 Quadratmetern. Die jetzigen Räume der dritten Gruppe sollen zu einem neuen Mehrzweckraum nebst Geräteraum, Sanitäranlagen und Personalküche umgebaut werden. Die Verlagerung der Gruppe bedingt zusätzliche Einrichtungskosten von rund 200.000 Euro, die in der Gesamtsumme enthalten sind. Das Geld will die Stadt für die nächsten beiden Jahren im Haushaltsplan bereitstellen.

Ursprünglich war beabsichtigt, das Tabaluga um 14 Ü3-Plätze und sechs U3-Plätze zu erweitern, so die Verwaltung in der Vorlage zur Sitzung. Dafür hätte es den höheren Zuschuss von 540.000 Euro gegeben. Was auf den ersten Blick für die Verwaltung wie ein „Verlust“ aussieht“, erscheint für sie perspektivisch ein Gewinn: Nach der Bedarfsplanung besteht stadtweit in den nächsten Jahren ein deutlicher Überhang von Plätzen für die über dreijährigen Kinder, während zugleich die Betreuungsquote im Bereich der U3-Kinder von 40 Prozent nicht erreicht werden könnte. Daher habe die Stadt die Fortschreibung der Kindertagesstättenbedarfsplanung mit der Empfehlung geschlossen, Plätze im Ü3-Bereich in U3-Plätze umzuwandeln. Durch die Erweiterung des Tabalugas mit mehr U3- und weniger Ü3-Plätzen gelinge es, erforderliche zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren zu schaffen, die ansonsten „kostspielig an anderer Stelle geschaffen werden müssten“, so die Verwaltung.

Ohne Diskussion stimmten die Mitglieder der beiden Ausschüsse der Planung und dem Vorgehen der Verwaltung zu. Die vierte Gruppe im Tabaluga kommt spätestens 2022, die Tagesstätte erhält eine „moderne Struktur auf einem qualitativ völlig neuen Level“, so de Haas, und die Grundschule bleibe im Prinzip unangetastet.