Woodstock-Legende: Miller Anderson mit Band zum Stadtjubiläum 50 Jahre Hückelhoven

Höhepunkt des Stadtjubiläums in Hückelhoven : 50 Jahre Woodstock und Hückelhoven

Glanzpunkt zum Stadtjubiläum in der Aula: Der britische Vollblutmusiker Miller Anderson ist auch mit 74 Jahren noch sehr begeisternd. Mit Gitarrenspiel und seiner Stimme interpretiert er den Blues variantenreich.

Roland Meintz, umtriebiger Un-Ruheständler und von Berufs wegen mit der Organisation von vielen Veranstaltungen vertraut, ist ein Fan von Miller Anderson. „Nachdem ich ihn und seine Band zuletzt in Bonn erleben durfte, habe ich mir gesagt: ‚Der muss in Hückelhoven auftreten‘!“ Gesagt, getan. In der Aula des Hückelhovener Gymnasiums legte der britische Vollblutmusiker mit seinen drei Begleitern ein Konzert hin, bei dem der Blues zwar dominierte, aber oft mit Rock und Folk verschmolz.

„Wir feiern nicht nur 50-jähries Bestehen der Stadt Hückelhoven, wir feiern in diesem Jahr auch 50 Jahre Woodstock“, meinte Veranstalter Meintz. Das passe gut zusammen. Dieser Ansicht waren auch die Stadtverwaltung und die Kreissparkasse Heinsberg als Hauptsponsor, die das Konzert mit Anderson ermöglichten.

Miller Anderson wird mit dem Woodstock-Festival oft in einen Zusammenhang gebracht. Er gehörte zu den vielen Akteuren des einmaligen Musikspektakels. So ist es auch wenig verwunderlich, dass der nunmehr 74-jährige Gitarrist und Sänger sein Konzert mit „50 Years Woodstock Anniversary Tour“ betitelte. Aber nicht nur Anderson, der seinen Auftritt sitzend absolvierte, begeisterte mit seinem Spiel und seiner Stimme das Publikum in Hückelhoven. Seine viel jüngeren Mitstreiter Janni Schmidt am Bass, Keyboarder Frank Tischer und Tommy Fischer am Schlagwerk standen ihm in nichts nach. Die breit angelegten Stücke ließen allen ausreichend Raum für Soli, den sie beeindruckend füllten. „Das ist mehr, als ich erwartet hatte“, meinte so mancher ergrauter Besucher in der Pause, der zuvor besorgt war, er könne ein durch und durch blueslastiges und damit auf Dauer sich wiederholendes Musikereignis erleben.

Der Band gelang es, auf der Basis des Blues variantenreich die Stücke zu spielen, die Anderson zum großen Teil als Mitglied der Keef-Hartey Band auf dem Woodstock-Konzert gespielt hatte. Bei T. Rex, Savoy Brown, Chicken Shack, Deep Purple und der Spencer Davies Group hat Anderson als Liedschreiber, Sänger und Gitarrist mitgespielt. Zuletzt hat der Musiker, der ständig als Gastgitarrist bei der Hamburger Bluesband mitmischt, mit Chris Farlowe ein Album aufgenommen. Klassiker wie das ungewöhnlich interpretierte „Route 66“ gehörten ebenso zum Repertoire wie etwa Stücke von Deep Purple und eigene Kompositionen von Anderson. Nur eines hätten sich viele Besucher bei dem lebhaften, überraschend abwechslungsreichen Konzert gewünscht: Etwas weniger Lautstärke hätte dem Musikgenuss nicht geschadet. 

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