Wolfgang-Emondts-Haus in Hückelhoven eröffnet

Einrichtung für ambulant betreute Wohngemeinschaft : Ein Projekt mit Vorbildcharakter

Die Dinstühlerstraße 19 in Hückelhoven ist eine ganz besondere Adresse. Dort eröffnet und eingesegnet wurde das Wolfgang-Emondts-Haus, in dem eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für junge Menschen untergebracht ist.

Hückelhoven bildet mit diesem Projekt nicht nur im Kreis Heinsberg einen Vorbildcharakter – nur sehr wenige Einrichtungen gibt es generell, wie sie in Hückelhoven mit dem Wolfgang-Emondts-Haus an der Dinstühlerstraße 19 auf den Weg gebracht worden ist. Mit der Inbetriebnahme und offiziellen Eröffnung dieses Hauses erweitert die Lambertus gGmbH ihr Angebot, denn: Entstanden ist eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für junge Menschen. Der dreigeschossige Gebäudekomplex ist 820 Quadratmeter groß und vereint zehn barrierefreie und behindertengerechte Appartements für junge Menschen, die aufgrund einer nicht angeborenen Hirnerkrankung (zum Beispiel Multiple Sklerose oder Schlaganfall) oder eines Unfalles betreut werden müssen. Das Ziel lautet, diesen Menschen so viel Fürsorge wie nötig und so viel Autonomie wie möglich zu ermöglichen, so dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Marcel Ballas, der Geschäftsführer der Lambertus gGmbH, ließ seine Gedanken offen spielen: „Stellen Sie sich einen alten Menschen vor, der irgendwann mal in eine Einrichtung gebracht wird. Und nun stellen Sie sich Eltern vor, die ihr Kind in eine Einrichtung bringen müssen, damit es versorgt wird.“ An diese Zielgruppe sei viel zu selten gedacht, so dass er seinen Stolz zum Ausdruck brachte, das Wolfgang-Emondts-Haus eröffnen zu können.

„Die Junge Pflege, die stationäre Pflege, die im August 2016 eröffnet wurde, und nun die ambulant betreute Wohngemeinschaft haben Modellcharakter in Nordrhein-Westfalen und sollen in naher Zukunft mit der Errichtung einer Tagespflege für junge Menschen abgerundet werden“, sagte Ballas weiter. Während seiner Anprache setzte sich Marcel Ballas übrigens bewusst in einen Rollstuhl, um mit den Hauptpersonen, nämlich den Bewohnern des Wolfgang-Emondts-Hauses, sozusagen auf Augenhöhe zu sein.

Vor zwei Jahren war die Vision einer solchen Einrichtung geboren und stieß an vielen Stellen auf Begeisterung, so dass die Unterstützung bei der Realisation groß war. Ballas richtete sodann den Blick auf den Hückelhovener Architekten Wolfgang Emondts, der schon sehr früh den Gedanken eines Quartiers mit Leben füllte und bis heute der Lambertus gGmbH zur Seite steht. Wegen seines hohen Engagements für die Menschen, die Hilfen in vielfältigen Formen benötigen, sei es nun an der Zeit, Emondts zu würdigen, und zwar mit der Namensgebung. Der bekannte Hückelhovener Architekt war sichtlich gerührt: „Für mich ist das eine große Ehre, dass meine Arbeit für Lambertus so gewürdigt wird. Marcel Ballas seinerseits ist für mich immer wieder ein großer Ideengeber. Ich bin froh, dass die Lambertus gGmbH diese gute Arbeit für die Menschen leistet.“ Emondts überreichte schließlich den symbolischen Schlüssel für das neue Haus.

Auch Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen freute sich, dass das Projekt für die jungen Menschen nun an den Start gehen kann. „Zehn Menschen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren werden hier gemeinsam in einer Wohngruppe leben. Der Standort in der Nähe zum Pflegezentrum Lambertus ist bestens gewählt. Die Anbindung garantiert, dass die Angebote optimal, professionell und ohne großen Aufwand miteinander verknüpft werden – ganz im Sinne der Bewohner, die hier eine Möglichkeit bekommen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Künstler Gert Jäger hat für den Eingangsbereich des Hauses eine Skulptur geschaffen, die ein Dorf darstellt. Das Dorf wird von einer Hand gehalten, „die das Dorf schützend hält“, sagte der Künstler bei der Übergabe.

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