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Weit mehr als eine Einkaufshilfe: „Hückelhoven hilft"

Ehrenamtliche Initiative in Hückelhoven : Weit mehr als eine Einkaufshilfe

Aus den Flüchtlingspaten wurde Anfang des Jahres die Initiative „Hückelhoven hilft“. In der Corona-Krise wurde das Angebot erweitert.

Alten und kranken Menschen aus dem Stadtgebiet helfen, für Nachbarn, die zu Hause bleiben, einkaufen: Aus den Flüchtlingspaten wurde Anfang des Jahres die neue Initiative „Hückelhoven hilft“. Jetzt wurde das ehrenamtliche Engagement sogar noch erweitert. Für betroffene Menschen aus dem gesamten Stadtgebiet, die zur Corona-Risikogruppe zählen, wird eine kostenlose Einkaufshilfe angeboten.

Persönliche Sprechstunden sind zurzeit wegen der Krisensituation gestrichen. Eine Kontaktaufnahme ist aber über die Internetseite oder telefonisch möglich (siehe Infokasten). „Auch Freiwillige, die das neue Angebot unterstützen möchten, können sich melden“, ruft Petra Hudler auf. Sie erläutert, dass „Hückelhoven hilft“ weitaus mehr ist als eine Einkaufshilfe. Individuelle Hilfsangebote oder Lösungsansätze würden aufgezeigt, das Angebot sei kostenlos und freiwillig sowie unabhängig von Nationalität, Herkunft, Alter, Glaube, Geschlecht und sexueller Orientierung. „Unsere Ehrenamtler haben ein offenes Ohr und versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen“, erläutert die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Hückelhoven.

Dies geschehe etwa durch das Vermitteln an die zuständigen Stellen. Durch die jahrelange Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit sei ein umfangreiches Netzwerk entstanden. Ralf und Monika Eichenauer sind seit fünf Jahren dabei. Das Ehepaar, das in Ratheim lebt und aus Düsseldorf stammt, meldete sich 2015 bei der Stadtverwaltung. Ihr Angebot: „Wir möchten helfen.“ Petra Hudler antwortete: „Kommen Sie bitte in mein Büro, wir besprechen das.“ Sie bat die beiden aber dann doch lieber in die Räumlichkeiten des Begegnungszentrums direkt neben der Tafel-Ausgabestelle am Friedrichplatz. „Chaos pur“ habe zu diesem Zeitpunkt dort geherrscht, die große Flüchtlingswelle habe gerade eingesetzt. In der ehemaligen Zechenstadt gebe es viele Bedürftige, die Unterstützung bräuchten beim Ausfüllen von Formularen, merkte Monika Eichenauer.

Die Hückelhovener Flüchtlingspaten, 2013 auf Initiative von Ulrike Minkenberg ins Leben gerufen, wurden im Januar leicht umgewandelt. Petra Hudler erklärt die Unterschiede: „Von der persönlichen Betreuung wollten wir etwas weg. Vieles ist über das Internet zu regeln und kann auf diesem Weg vermittelt werden.“ Auf diese Weise könnten weitere Ehrenamtler eingebunden werden, die zum Beispiel aus beruflichen Gründen nicht zu festen Zeiten zur Verfügung stehen könnten. Als Ansprechpartner sind dabei auch Ralf und Monika Eichenauer regelmäßig im Einsatz.

Die Probleme, die ihnen geschildert werden, sind vielfältig Schwierigkeiten beim Kündigen des Handyvertrags oder mit der Agentur für Arbeit, amtliche Schreiben, die nicht verstanden werden. „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet dabei das Motto. Die Ehrenamtler, an die dann vermittelt wird, sind aufgeteilt nach unterschiedlichen Kategorien und Einsatzmöglichkeiten, etwa Familie, Beruf, Gesundheit. „Für uns ist auch denkbar, dass wir weitere Beratungsfelder einrichten, wenn es den Bedarf gibt“, so Hudler. Beruflich ein bisschen kürzer treten wollen, weniger arbeiten – als die Eichenauers ihre Werbeagentur in der Hückelhovener City verkauften, war für sie der Zeitpunkt genau richtig, um sich im sozialen Bereich zu engagieren. Zusammen mit der Ehrenamtskoordinatorin hoffen sie nun auf viele weitere Freiwillige, die die Initiative unterstützen.

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www.rp-gemeinsamstark.de

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