Weihnachtsmarkt in Hilfarth, Holzweiler, Hetzerath und Beeck

Kreative Ideen im Erkelenzer Land : O ihr Weihnachtsmärkte

Ein Nikolaus im Gabelstapler, Adventskonzerte oder Geschenke für die Kinder: Die Weihnachtsmärkte in der Region hatten am Wochenende viele ungewöhnliche Ideen zu bieten.

Zufrieden blickt Arndt Holten in die Besuchermenge im Innenhof des stimmungsvoll dekorierten Hilfarther Korbmachermuseums. Der Stimmungssänger, der an diesem Abend zusammen mit Bruder Klaus für einen gelungenen Abschluss am ersten Tag des beliebten Chreskenkesmaats auf dem Gelände des ehemaligen Klosters sorgt, ist alles in Personalunion. Als Nikolaus beschenkt er kleine und große Besucher, als Sänger unterhält er die zahlreichen Gäste, die sich mit Glühwein und Erbsensuppe versorgt haben, mit klassischen Weihnachtsliedern wie „Jingle Bells“, „Fröhliche Weihnacht überall“ oder „Santa Claus“. „Ich glaube, ganz Hilfarth ist hier“, erklärt Arndt Holten schmunzelnd, ehe das Duo zur beliebten Dorf-Hymne „Hey Hilfarth“ ansetzt. Der Auftritt der Brüder ist einer der Höhepunkte des traditionellen Chreskenkesmaats der Korbmacher. Die Bergkapelle Sophia-Jacoba spielt Weihnachtslieder, der Männergesangverein Eintracht versetzt seine Zuhörer in Adventsstimmung.

Vereinsvorsitzender Lothar Reining ist zufrieden. Insgesamt 100 Tüten hat er mit seinen Mitstreitern für die Kinder vorbereitet. „Jedes Kind hier auf dem Hof bekommt eine“, erklärt er stolz. Die lebende Krippe gehört ebenfalls zu den Besonderheiten der zweitägigen Veranstaltung. Maria und Josef werden von Ulrike Weiland und Bernhard Berlin gespielt, Wilfried Knur, Dieter Striffler und Norbert Sieberichs mimen die Heiligen Drei Könige.

Rund um den schön geschmückten Weihnachtsbaum tummelten sich die Besucher in Beeck auf dem Kirchplatz an den Buden oder lauschten dem Musikprogramm. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Für den musikalischen Rahmen des Krippenspiels sorgt das Jugendorchester des Instrumentalvereins, das von Britta Hansen geleitet wird. Die Mädchen und Jungen aus dem städtischen Kindergarten Regenbogen sowie aus dem katholischen Kindergarten St. Leonhard haben Blockflöten-Ständchen, Lieder, Tänze und Gedichte einstudiert. Geschenk-Gutschein und Dekorationsideen sind an den zahlreichen Kreativständen auf dem Hilfarther Chreskenkesmaat zu haben, während die Korbmacher einen kleinen Einblick geben in ihr altes, fast ausgestorbenes Handwerk. Beim Stuhl- oder Körbeflechten lassen sie sich über die Schulter schauen.

Tradition hat der Chreskenkesmaat in der Scheune und im Innenhof des Hilfarther Korbmachermuseums. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

„Allerlei Weihnacht im Seilerdorf“ lautete das bezeichnende Motto in Holzweiler. Zum zweiten Mal organisierte die Dorfgemeinschaft die bunte Budenstadt, in der vieles ­außergewöhnlich war. Der Lichterzug zum Beispiel, der vom Nikolaus (Dirk Heupts) und Knecht Ruprecht alias Alex Altmann angeführt wurde. Das himmlische Duo ließ sich im Gabelstapler-Korb durch den Ort chauffieren, gefolgt von rund 50 Jungen und Mädchen, die sich als Schneemänner, blinkende Weihnachtsbäume oder Ballerina im kurzen Tanzröckchen – die jungen Damen aus der Tanzgruppe „Twisters“ – kostümiert hatten.

Besucher des Markts in Hetzerath haben sich gestrickte Hausschuhe in Borussia-Mönchengladbach-Farben ausgesucht. Foto: Ruth Klapproth

Johannes Oellers, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, entging beim großen Umzug ein Detail nicht, das viele Jahrzehnte überdauert hat: der alte Bollerwagen aus Holz, den sein Vater für ihn gezimmert hat, als er ein kleiner Junge war, und der jetzt dem Transport der Schokoladen-Nikoläuse diente, die Dirk Heupts als Heiliger Mann im schmucken Ornat und mit obligatorischem Bischofsstab an die kleinen Mitwirkenden und Besucher verteilte, welche wiederum Weihnachtslieder und Gedichte für den Nikolaus einstudiert hatten und auf der Bühne darboten.

Musikalischer Höhepunkt des kleinen Weihnachtsmarktes an der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian war der Einsatz der Turmbläser. Die fünf Hobbymusiker, die Posaune und Trompete vom Kirchturm aus erklingen ließen, stammten aus den Reihen des Lövenicher Musikvereins. „Unser Mitglied Heike Demary hat den Kontakt hergestellt“, verriet Johannes Oellers. Die Einnahmen aus der zweiten Auflage des Holzweiler Weihnachtsmarktes werden der Kinderklinik des Rheydter Elisabeth-Krankenhauses gespendet.

„Beeck leuchtet“: Georg Wimmers, der frühere Beecker Schulleiter sowie Leiter des ehemaligen Kinderchors „Beecker Spatzen“, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, kleinen und großen Besuchern des Weihnachtsmarktes die Wartezeit zu verkürzen. Unter dem Motto „Wir warten auf den Nikolaus“ animierte er zum Mitsingen, ehe Heinrich Heinen in seinem Nikolaus-Kostüm in Erscheinung trat, um die Mädchen und Jungen mit süßen Leckereien zu beschenken. Auch der Schulchor unter der Leitung von Elke Neumann wirkte beim gemeinsamen Singen mit.

Das Besondere in Beeck: 15 Ortsvereine ziehen hier an einem Strang, die Mitglieder arbeiten zwei Tage lang ehrenamtlich mit, um gemeinsam weitere Weihnachtsmärkte und Dorfveranstaltungen auf die Beine zu stellen und finanzieren zu können. Heinz Nix ist einer der Organisatoren. „Schon nach den Sommerferien haben wir angefangen mit der Planung“, verriet er. Die Vereinsvertreter versorgten die zahlreichen Gäste mit Bratwurst vom Grill und Glühwein, es gab knusprige Reibekuchen und Leinen-Produkte als Geschenkidee für den Gabentisch. Zu den Klängen des Musikvereins Rath-Anhoven wurde das zweitägige Weihnachts-Spektakel offiziell eröffnet. Der Klinkumer Musikverein lud zum Weihnachtskonzert in die Pfarrkirche St. Vincentius ein, der Projektchor „Before Yule“, der einmal im Jahr auf dem Beecker Weihnachtsmarkt auftritt, der Klinkumer Kinderchor „Next Generation“ sowie Märchenerzählerin Gabi Claßen aus dem Nachbarort Bissen traten auf der Bühne in Aktion. Im katholischen Pfarrheim neben der Kirche war eine Bastelecke für Kinder zu finden. Für Cheforganisator Heinz Nix und die Vertreter der Beecker Ortsvereine gilt jetzt: Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt.

Das eher schlechte Wetter tat der guten Stimmung keinen Abbruch – auf dem Bauernhof der Familie Schmalen an der Hetzerather Hatzurodestraße fand am Wochenende ein überdachter Nikolausmarkt statt. Die spektakuläre Idee, umgesetzt von den Dorfvereinen: für weihnachtliches Flair mit Ausstellern und kulinarischen Angeboten in den Ställen und im Innenhof zu sorgen. Schon zum zwölften Mal hatten die Hetzerather Vereine dazu eingeladen. Die Feuerwehrkameraden versorgten die Besucher mit gebratenem Panhas und Reibekuchen, während die Mitglieder des Musikvereins in der gemütlichen Cafeteria zu Waffeln, Kaffee und selbstgebackenem Kuchen einluden. Die Elterninitiative bot Getränke zum Aufwärmen an – Glühwein für die Erwachsenen, Kinderpunsch für die kleinen Gäste des Hetzerather Nikolausmarktes.

Weihnachtsbäume durften auf dem Schmalen-Hof für die bevorstehenden Festtage ausgesucht, mitgenommen oder reserviert werden. Der Erlös der sonntäglichen Sause ist vorgesehen für die Jugendarbeit im Ort. Für den passenden weihnachtlichen Rahmen sorgte der Hetzerather Musikverein St. Josef.