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Hückelhoven: Vom "Frühling" zum "Fluch der Karibik"

Hückelhoven : Vom "Frühling" zum "Fluch der Karibik"

Wenn vier Ensembles, die fast ausschließlich aus Jugendlichen bestehen, ein gemeinschaftliches Konzert geben, dann ist das im Vorhinein nicht nur eine pädagogische, sondern vor allem eine logistische Herausforderung.

Das Schulorchester des Gymnasiums Hückelhoven unter der Leitung von Claas Otto und das Sinfonieorchester der Kreismusikschule Heinsberg unter der Leitung von Ernest Frissen hatten für die in Kürze anstehende Konzertreise nach Verbania am Lago Maggiore ein umfangreiches Programm erarbeitet, das neben klassischen Werken auch Filmmusik beinhaltet. Mit in das Programm eingebunden wurde das Vokalensemble Viva Voce, das von Jelena Schell geleitet wird, und die Musical-AG des Gymnasiums Hückelhoven, die gemeinsam mit Lisa Jäckel probt. Insgesamt dürften so etwa 100 junge Musikerinnen und Musiker mit den unterschiedlichsten Orchesterinstrumenten und mit ihrer Stimme beim Konzert die Bühne bevölkert haben.

Claas Otto führte mit erklärenden Worten zu den einzelnen Stücken durch das Programm und sorgte so dafür, dass den zahlreich erschienenen Zuhörern auch noch die ein oder andere Hintergrundinformation zuteil wurde. Das allein schon zahlenmäßig sehr beeindruckende Orchester eröffnete mit den Stücken "Heart of Courage" und "Flying Home" die Veranstaltung und ließ bei den Zuschauern sofort die Gewissheit aufkommen, dass man trotz des schönen Wetters nicht umsonst den Weg in die Aula gefunden hatte. Die Interpretation des "Frühlings" aus Vivaldis "Jahreszeiten" war nur einer der Höhepunkte dieses Konzerts. Jana Schell und Hannah Forg übernahmen jeweils den Solopart in den drei Sätzen und begeisterten gleichermaßen. Sie wurden von Isa Latour, Britta Menzel, Thao My Le, Malte Spalink, Johannes Trier und Christian Meier in der Sologruppe begleitet. Isa Latour bewies dann in "Schindlers Liste" noch einmal ihre Qualitäten als Solistin.

Mit zwei Stücken aus dem bekannten Film "Die Kinder des Monsieur Matthieu" überzeugte das Ensemble Viva Voce. Die Musical-AG – mit 23 jungen Leuten eine eindrucksvolle Gruppierung – bot nicht nur vokal gekonnt ihre Songs dar, sondern verzichtete auch nicht auf kleine Tanzeinlagen, die aufgrund der Enge auf der Bühne leider nur angedeutet werden konnten. Ein großes Lob sei an dieser Stelle all' denjenigen Musikern dieses Konzerts ausgesprochen, die manchmal vergessen werden, da die große Gruppe der Streicher sie verdeckt. Hier sind vor allen Dingen die Percussionisten zu erwähnen, aber auch die Holzbläser, die immer wieder mit kleinen Soli bezauberten und die Klangfarbe abrunden. Nicht zu vergessen sei aber auch die eindrucksvolle Blechbläsergruppe, die mit ihrem strahlenden Klang immer wieder besondere Akzente setzen. Mit der Filmmusik zu "Fluch der Karibik" endete das Konzert, und die stehenden Ovationen der Zuschauer ließen keinen Zweifel daran, dass diese Aufführung ein voller Erfolg war.

Insgesamt war dieses Gemeinschaftskonzert eine logistische Herausforderung, denn aufgrund der inzwischen langen Schulzeiten bis in den späten Nachmittag hinein, war allein schon das Finden eines Probentermins ein Problem und so wurde auch an so manchen Wochenenden geprobt – mit großem Erfolg eben.

(hb)