Hückelhoven: VKEL-Karnevalisten stehen vor großen Herausforderungen

Hückelhoven: VKEL-Karnevalisten stehen vor großen Herausforderungen

Lange hatte Vorsitzender Bernd Heiss angekündigt, sein Amt 2018 aufzugeben. Ein Nachfolger fand sich in der Jahresversammlung nicht. Bis zum Herbst soll und muss eine Lösung gefunden werden.

Eine Überraschung war die Entwicklung nicht, vielmehr hat sich dies seit längerem angekündigt: Für Bernd Heiss, der bei der Jahresversammlung der Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande (VKEL) bei den Wahlen als Vorsitzender nicht mehr zur Verfügung stand, hat sich kein Nachfolger gefunden. Nach 19 Jahren im Amt hatte der Wegberger den Posten zur Verfügung gestellt.

Bereits vor einigen Jahren hatte er angekündigt, nur noch bis 2018 an der Spitze des Dachverbandes der Karnevalisten aus dem Erkelenzer Land stehen zu wollen. Einstimmig machten ihn die Gesellschaften nicht nur zum Ehrenmitglied der VKEL, sondern auch zum Ehrenvorsitzenden. Neben Heiss schieden Ralf Barten (ständiger Beisitzer) und Juryobfrau Petra Dohmen aus dem Vorstand aus. Auch für sie fanden sich keine Nachfolger, so dass der Vorstand nur noch aus Jürgen Boix, 2. Vorsitzender, Schatzmeisterin Stephanie Keßel und Geschäftsführer Josef Lemmen besteht.

Insgeheim dürfte Heiss wohl massiv mit sich gekämpft haben, diesen Schritt zu vollziehen, ist er doch ein Paradebeispiel dafür, was es bedeutet, in heutiger Zeit einem Verein, einem Verband mit selbstlosem Engagement vorzustehen. Das Ausmaß seines Schrittes wurde offensichtlich, als es darum ging, die Gemeinschaftsveranstaltungen, dazu zählen das Tanzturnier und der Verbandsabend, zur Ausrichtung zu vergeben. Im Grunde hat sich das immer schon schwierig gestaltet, doch auf der Zielgeraden fand sich immer eine Lösung.

Richtig hakt es erst dieses Jahr, so dass sich die VKEL-Verantwortlichen entschieden haben, zum 55-jährigen Bestehen den Verbandsabend in Eigenregie auszurichten. Das Tanzturnier sollte dagegen ausfallen. Aber: Mit der Hückelhovener Karnevalsgesellschaft (HKG) bot sich bei der Versammlung ein Ausrichter an. Während sich vor allem die Mitgliedsgesellschaften mit dem Angebot der HKG sehr anfreunden konnten, reagierte die VKEL verhalten, denn: Bisher war es Usus, dass beide Veranstaltungen an einen Ausrichter vergeben wurden. Der einfache Grund: Das Turnier spült etwas Geld in die Vereinskasse, das für den Verbandsabend, an dem ein Programm gestemmt (vor allem finanziell) werden muss, nicht ganz unwichtig ist.

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Norbert Müschen, der Präsident der KG "De Japstöck" Kückhoven, nahm die Luft aus der aufkommenden Diskussion heraus: "Wir haben nun ein sehr viel drängenderes Problem - nämlich die Klärung der Frage, wie es mit der VKEL weitergeht und wie sicher deren weiteres Bestehen überhaupt ist."

Die Antwort darauf soll spätestens in der Herbstversammlung gegeben werden. Und: Bis dahin werden sich die VKEL und HKG besprochen haben, was mit dem Tanzturnier 2018 ist, bis dahin muss sich auch die KG Gerderhahn gedulden, ob sie 2019 den Verbandsabend ausrichten darf. Auch mit der Gerderhahner Bewerbung gab es ein Problem, weil die Grün-Weißen zwar den Verbandsabend, nicht aber das Tanzturnier ausrichten können, weil schlichtweg Personal fehlt.

In seinem Schlusswort merkte Bernd Heiss schließlich an: "Es erfüllt mich mit Sorge zu sehen, dass so viel auf der Kippe steht. Damit dürfen wir uns nicht abfinden."

(RP)