Übung von THW Hückelhoven und Feuerwehr Ratheim nach Erdbeben in Wesel

THW Hückelhoven übte mit Feuerwehr Ratheim : Neun Verschüttete nach starkem Erdbeben gerettet

Ein Erdbeben der Stärke 7 erschütterte den Ortsteil Hamminkeln bei Wesel, Technisches Hilfswerk Hückelhoven und Feuerwehr Ratheim wurden zur Hilfe gerufen. Eine Übung – im Ernstfall müssen Helfer für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Die Freiwillige Feuerwehr Hückelhoven, die Löschgruppe Ratheim und der THW Ortsverband Hückelhoven wurden zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Wesel gerufen: Ein starkes Erdbeben hatte im Ortsteil Hamminkeln in einem Straßenzug Häuser stark beschädigt. Teilweise waren Gebäude zusammengestürzt oder teilzerstört, Decken lagen in Schichtung übereinander oder Zugänge waren versperrt: Keine Sorge, dies war ein Übungsszenario, auf das die Helferinnen und Helfer der Löschgruppe Ratheim und des THW Hückelhoven trafen, als sie an einem Wochenende auf dem Übungsgelände des THW in Wesel ankamen.

Nach einer Einweisung über die Gefahren und Verhaltensweisen (besonders bei den hohen sommerlilchen Temperaturen) bekamen die Gruppen den Auftrag der Erkundung. Um auf alle Eventualitäten reagieren zu können, wurden die Teileinheiten aus Feuerwehr- und THW-Kräften gemischt.

Auf einem Übungsgelände spielten Kräfte von THW und Feuerwehr Ratheim die Rettung von Personen aus eingestürzten Häusern durch, zum Beispiel über Leitern. Foto: Michael Andres

Unter Leitung von Sascha Hensen und Ben Kochs hatte das Vorbereitungsteam dort vorhandene Trümmerkegel mit angeschlagenen und teileingestürzten Gebäuden für den Einsatz vorbereitet. Verschiedene Einsatz-Szenarien mussten abgearbeitet werden.

Das Wegräumen von Trümmern ist eine kräftezehrende Arbeit für die Retter. Foto: Michael Andres

„Die Einsatzkräfte mussten die Lage beurteilen und die richtigen Rettungsmethoden auswählen, sich zu den vermissten Personen vorarbeiten und sie retten“, berichtet Ortsbeauftragter Michael Andres. „Eine besondere Aufgabe war es, eine Person, die unterhalb mehrerer Betondecken eingeklemmt war, zu retten. Hierfür musste von oben ein Deckendurchbruch erstellt und die Person dann durch die Öffnung gerettet werden“, so Andres weiter. Wie gut, dass die „Person“ nur eine Puppe war. Einem Menschen hätte der Durchbruch das Leben retten können.

Im Übungsszenario in Wesel waren Gebäude eingestürzt, zerstört und Zugänge versperrt. Ein Mauerdurchbruch schaffte dann den Zugang zu verschütteten Personen. Foto: Michael Andres

Eine weitere Aufgabe war das Vordringen in einen Keller, bei dem die Wände und die einzelnen Räume versperrt waren. Mit Trennschleifern, Pickhämmern und Säbelsägen arbeiteten sich die Einsatzkräfte zu den verschütteten und eingeklemmten Personen vor. An einer Einsatzstelle trafen sie dabei auch auf Gefahrstoffe, so dass zeitweise unter schwerem Atemschutz gearbeitet werden musste. Und Andres konnte Erfolg vermelden: „Bis in die Dunkelheit wurden neun vermisste Personen gerettet, und das Übungsziel war erreicht.“

Mit mehreren Einsatzfahrzeugen fuhren Kräfte des THW Hückelhoven und der Feuerwehr Ratheim zur Übung nach Wesel. Foto: Michael Andres

An die schweißtreibenden Arbeiten schloss sich ein gemütlicher Abend mit Austausch der Erfahrungen des Tages an. Am Sonntag wurde dann nach einem ausgiebigen Frühstück der Rückbau des Szenarios durchgeführt und die Rückreise angetreten. Wohlbehalten kehrten alle Einsatzkräfte am frühen Nachmittag nach einem erfolgreichen und erfahrungsreichen Wochenende zurück.

Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr Hückelhoven laden Interessierte ausdrücklich dazu ein, die Ortsgruppe oder die Löschgruppe mal besuchen zu kommen – direkt vor Ort, im Internet auf der Homepage oder bei Facebook: www.thw-hueckelhoven.de, Facebook THW Ortsverband Hückelhoven; www.hueckelhoven.de/feuerwehr-neu/, Facebook: Freiwillige Feuerwehr Ratheim.

(gala)
Mehr von RP ONLINE