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Timo Hamacher aus Hückelhoven begibt sich auf den Jakobsweg

Timo Hamacher aus Hückelhoven geht den Jakobsweg : Auf den Spuren von Hape Kerkeling

Der Hückelhovener Physiotherapeut Timo Hamacher hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Er wird auf dem berühmten Jakobsweg etwa 25 Kilometer pro Tag zu Fuß zurücklegen, um dabei zu sich selbst zu finden und in der Natur unterwegs zu sein.

Auf sich allein gestellt und zu Fuß auf dem berühmten Jakobsweg. Viele hundert Kilometer auf Schusters Rappen. In einfachen Herbergen, die „Refugio“ heißen, und manchmal auch in Hotels übernachten. Stempel sammeln im Pilger-Ausweis, dabei zu sich selbst finden. Und zum Schluss am feierlichen Gottesdienst in der großen Kathedrale von Santiago de Compostela teilnehmen.

Ein Hückelhovener auf den Spuren von Hape Kerkeling. Timo Hamacher, der in der Haagstraße seit Jahren eine eigene Praxis für Physiotherapie betreibt, bereitet sich auf das große Abenteuer vor, das ihn im kommenden Frühjahr unter anderem durch die Pyrenäen führen wird. Drei Wochen will der 39-jährige Wanderfreund auf der berühmten Pilgerroute unterwegs sein, dabei etwa 25 Kilometer am Tag zurücklegen.

„Ich bin dann mal weg“, Hape Kerkelings ungewöhnlicher Reisebericht-Bestseller aus dem Jahr 2006, hat ihn inspiriert. Beim Wanderurlaub in Berchtesgaden im vergangenen Sommer fasste Hamacher dann den Entschluss, seinen Wunsch schon bald in die Tat umzusetzen. „Unterwegs bin ich nicht allein“, ist er überzeugt.

In seinem Rucksack wird nur Platz sein für das Nötigste: zwei, drei Shirts und kurze Hosen, Unterwäsche zum Wechseln, doppellagige Socken und Hirschtalgsalbe gegen die Blasen an den Füßen, Reisewaschmittel in der Tube, eine Regenjacke. Auch ein kleines Notizbuch wird er dabei haben: „Es kann ja sein, dass mir unterwegs neue Songs für unsere Band einfallen.“ Sein Handy nimmt er zwar mit. Er wird aber nicht ständig erreichbar sein. „Der Rucksack sollte nicht mehr als zehn Prozent des Körpergewichts wiegen.“ Seine Eltern in der Eifel wissen noch nichts von seinem Entschluss. Seine Freundin Dana reagierte eher verhalten mit den Worten „Das machst du dann mal besser alleine“.

Neue Wanderschuhe hat er bestellt, auch gute Wanderstöcke warten bereits auf ihren Einsatz auf dem bekannten Jakobsweg, der zum Grab des Apostels Jakobus führt. „Am liebsten würde ich mich morgen schon auf den Weg machen“, gesteht der Hobbymusiker, der zurzeit noch in Wassenberg lebt, aber schon bald nach Hückelhoven ziehen wird, wo er ein Haus gekauft hat. Dass er weder Französisch noch Spanisch spricht, macht dem 1,94-Meter-Mann keine Sorgen. Immer den gelben Pfeilen und der Jakobsmuschel als Zeichen der Jakobsweg-Pilger folgen - so möchte Timo Hamacher im französischen Saint Jean Pied de Port starten und nach 22 Tagen sein Ziel, die berühmte Kathedrale in Santiago de Compostela (Spanien), erreichen.

„Ich habe einfach Bock, das zu machen. Aber ich mache mir keinen Druck, denn Druck hat man im Alltag schon genug. Jeder fünfte Tag wird ein Ruhetag sein“, verrät der unternehmungslustige Eifeler, der aus der Nähe von Nideggen stammt. Mal den Kopf frei bekommen, in der Natur unterwegs sein, eine Art Meditation erleben - so stellt er sich sein ganz persönliches Pilger-Erlebnis auf dem Jakobsweg vor.

Um sich optimal auf sein spektakuläres Vorhaben vorzubereiten, wird Hamacher bis zum Start im April noch einige Male die Wanderschuhe schnüren und seine idyllische Eifel-Heimat bei mehrtägigen Touren näher erkunden. „Ich werde diesen Weg nicht grundlos gehen“, ist er überzeugt. Und: „Es kann gut sein, dass mir der Grund erst im Nachhinein bewusst wird.