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Hückelhoven: Tanzfans mit Gefühl für "Groove"

Hückelhoven : Tanzfans mit Gefühl für "Groove"

Nenad Rademakers, genannt Neno, wurde 2012 deutscher Hip-Hop Meister. Im Jugendzentrum St. Lambertus leitete er jetzt einen Workshop für Fans des Tanzstils.

"Der Groove ist auf zwei", ruft Nenad Rademakers und beginnt zu zählen. "Eins, zwei, eins zwei." Im Takt geht er in die Knie. Vor ihm stehen zwölf Jugendliche und machen ihm die Bewegung nach. "Sehr gut", lobt der Hip-Hopper. "Den Groove müsst ihr fühlen; der Rest ist Technik, die kann man lernen." Dann dröhnt wieder Musik aus dem großen Saal im katholischen Jugendzentrum St. Lambertus in Hückelhoven.

Nenad Rademakers, genannt Neno, wurde 2012 deutscher Hip-Hop Meister und unterrichtet in der Tanzschule "Ars Vivendi" in Heinsberg-Dremmen. In dem Workshop möchte er tanzerfahrenen Jugendlichen und solchen, die es noch werden wollen, verschiedene Schritte und Tanzstile des Hip-Hops zeigen. Neno selbst hatte damals keinen Lehrer. Er habe sich das Meiste selbst beigebracht oder zusammen mit Freunden angeeignet. Dafür trainierte er bis zu acht Stunden im Carl-Sonnenschein Haus in Aachen oder im Hückelhovener St. Lambertus Jugendheim.

"Es bedeutet mir viel, wieder hier zu sein", sagt Neno über seine Wurzeln. Schließlich sei es bei ihm dieser Ort gewesen, an dem er im Alter von 14 Jahren zum Tanzen inspiriert wurde. "Damals war hier ein Breaking-Battle, bei dem ich zugesehen habe", erinnert sich der 26-Jährige. Heute ist er es vielleicht, der den ein oder anderen zum Hip-Hop animiert.

Dass der Schnupperkurs in der Form angeboten werden kann, dazu hat nicht zuletzt der Förderverein des Jugendheims St. Lambertus beigetragen. Gerade sind die Anfänger im großen Saal dran. Jana (11) und Yaren (10) haben noch keinerlei Tanzerfahrung, Beyzanur (13) hat schon einmal bei einem Dance-Contest mitgemacht. Ihr großes Tanzvorbild ist Justin Bieber. Auf den Workshop ist sie sehr gespannt. Damit ist sie nicht allein: Auf Nenos Frage, wer denn aufgeregt sei, schießen viele Hände in die Höhe.

Doch der Tanzlehrer versteht es, den Neulingen die erste Nervosität zu nehmen und bald schon erfüllt lautes Lachen den Raum. "Hip Hop macht Spaß", sagt Nenos Devise. Die Jugendlichen lernen einiges über die Jugendkultur, die viel mehr ist, als weite Hosen zu tragen und Musik zu hören.

"Hip Hop ist ein Lifestyle", sagt Neno, und wer den lebenslustigen Tanzlehrer betrachtet, bekommt keine Zweifel, dass er den Hip-Hop lebt. Von den Ursprüngen des Breakdance erzählt er den Jugendlichen ebenso wie von gebrochenen Fingern, die er sich bei seinen ersten Versuchen zulegte.

Dann gehts an die Praxis: In einem Warm-up tanzen ihm die Anfänger seine Bewegungen nach. Danach lernen sie einige Grundschritte, etwa den Running-Man. "Versucht dabei, nur die Fußspitze zu nehmen", rät Neno ihnen und macht es perfekt vor.

Kimberly Schaffrath hat ihr Training für den Tag schon beendet. Sie ist eine Teilnehmerin der Fortgeschrittenen Gruppe, die mit sechs Mädchen etwas kleiner war, als die der Anfänger. "Es war super", sagt sie. Die gute Stimmung hat uns zum Tanzen animiert." Auch wenn die 16-Jährige schon Hip-Hop Erfahrung hat, konnte sie neue Tanzstile dazulernen.

(ubg)