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Stadt Hückelhoven verabschiedet Anna Creusen, die Leiterin des Bauhofes

Feierstunde im Rathaus Hückelhoven : Bauhofleiterin Anna Creusen verabschiedet

Mehr als 21 Jahre lang hat sie den städtischen Bauhof geleitet, führte als Frau in einer Männerdomäne das Team für die Unterhaltung von Straßen und Grünflächen. Jetzt verabschiedete die Stadt Hückelhoven Anna Creusen in die Altersteilzeit. Ihr Nachfolger wird Ralf Makowe (56).

Nach einunzwanzigeinhalb Jahren als Leiterin des Bauhofes wurde Anna Creusen in einer Feierstunde im Rathaus verabschiedet. Im Januar beginnt für sie die Freizeitphase der Altersteilzeit. „In Hückelhoven habe ich eine wunderbare Zeit verbracht. Alles Top-Kollegen“, sagte sie im Beisein von Bürgermeister Bernd Jansen, des 1. Beigeordneten Achim Ortmanns sowie der Amtsleiter Holger Loogen, Mario Schmitz und Wilfried Welfers. Eine witzige Überraschung gab es aus den Händen von Welfers, dem Leiter des Amtes für Tief- und Straßenbau. Anna Creusen ist die einzige Frau im Kreis Heinsberg, die einen städtischen Bauhof leitet. „Schon im Studium war ich der Osterhase unterm Weihnachtsbaum“, kommentierte das die studierte Bauingenieurin lachend.

Nach Abschluss der Hauptschule Alsdorf besuchte Creusen die Fachoberschule für Technik in Aachen und absolvierte dann bis 1978 das Studium Bauingenieurwesen an der FH Aachen. Fünf Jahre arbeitete die Bauingenieurin bei einer Tiefbauunternehmung in Düsseldorf und einem Ingenieurbüro in Aachen, dann machte sie sich selbstständig. Zum 1. März 1998 wurde sie als Leiterin des Hückelhovener Bauhofes eingestellt. Hier war die Bauingenieurin für Straßen- und Tiefbau am richtigen Platz, unterstrich Bernd Jansen und hob die Bedeutung des Bauhofes hervor. „Was im Rat beschlossen und in der Verwaltung vorbereitet wird, muss der Bauhof draußen ausführen“, sagte der Bürgermeister. „Die Mitarbeiter sind ganz nah beim Bürger, erster Anlaufpunkt und Aushängeschild für die Stadt.“ Als Frau in der Männerdomäne habe Anna Creusen eine besondere Herausforderung gemeistert, und das in Zeiten nach der Zechenschließung, als Hückelhoven „nicht auf Rosen gebettet“ gewesen sei. Doch seien die Anforderungen der Bürger immer erfüllt worden, was Sauberkeit und Schnelligkeit angehe. Zudem war der Bauhof nicht nur für die Unterhaltung von Straßen und Grünflächen, sondern auch bei Festen und Veranstaltungen im Einsatz, dazu gehöre Manpower. Und die Mitarbeiter haben wohl weitere Talente, so Jansen: „Die Truppe ist multifunktional einsetzbar. So wurden während der Flüchtlingskrise auch Küchen und Betten aufgebaut.“

Anna Creusen dankte ihren vielen hilfreichen Kollegen. „Es war immer eine tolle Kollegialität. Es war mir eine große Freude, in Hückelhoven zu arbeiten.“ Wilfried Welfers würdigte ihren Einsatz beim „Umbau des Bauhofes zum Servicebetrieb“. Mit einem Augenzwinkern brachte er aber auch ein Problem zur Sprache: „dass Frau Creusen Niederländerin ist“. Der Tiefbauamtsleiter forderte noch einmal das Vertrauen der scheidenden Bauhofleiterin heraus, ein Dokument blind zu unterschreiben. Das entpuppte sich als großer deutscher Pass, auf dem als Geburtsort „Campingplatz, Wohnwagen 1“ eingetragen ist. „Eigentlich fühle ich mich als Europäerin“, konterte Anna Creusen und lachte herzlich über die gelungene Überraschung.