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St. Gereon Seniorendienste: Bernd Bogert in den Ruhestand verabschiedet

Bernd Bogert in Brachelenverabschiedet : Mutiger Pionier der Altenpflege

Nach 36 Jahren ging Bernd Bogert, Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, in den Ruhestand. Familie, Freunde und Weggefährten bereiteten ihm gute Feierstunden. Er machte das Unternehmen zum Vorzeigemodell.

Das Geschenk, das Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen unterm Arm zum Rednerpult trug, war auffällig groß. Silbernes Geschenkpapier verhüllte die Gabe des Bürgermeisters, die für lang anhaltenden Applaus sorgte, der dem Beschenkten galt: Bernd Bogert, 36 Jahre lang Geschäftsführer der St. Gereon Seniorendienste, wurde in feierlichem Rahmen in den Ruhestand verabschiedet. In der Kirche St. Gereon in Brachelen fand die Feier statt, und viele Weggefährten waren gekommen, um Bogerts berufliche Lebensleistung zu würdigen.

Den Bürgermeister schien Bogert wohl sehr mit seinem Wirken beeindruckt zu haben. „Sie können sogar die Auszeichnung ,Best Boss’ vorweisen – alle Achtung“, zollte Jansen dem Neu-Ruheständler Respekt. Mehr noch: Das silberne Geschenkpapier verhüllte ein großes Schild. Dort geschrieben stand: Bernd-Bogert-Platz. Diesen wird es in der Tat künftig am Brachelener Klosterberg geben, gelegen am Haus Berg, der Arbeitsstätte Bogerts, und dem benachbarten Kindergarten. Einen besseren Ort kann es sicherlich kaum geben, um zu dokumentieren, was Bernd Bogert in seiner jahrzehntelangen Tätigkeit geleistet hat.

Zu den Weggefährten zählt auch Franz-Josef Stoffer, der von 1979 bis 2011 Geschäftsführer der Caritas Betriebsführung- und Trägergesellschaft mbH (CBT) war. Stoffer hat sich nicht dadurch einen Namen gemacht, dass in seiner Zeit 38 Sozialimmobilien entstanden sind, außerdem erhielt er viele Auszeichnungen wegen seiner vorbildlichen Führungskultur und innovativen Konzepte. Im Jahr 2008 hat Stoffer erstmals einen Preis an Bogert überreicht. Dabei ging es um den Innovationspreis für visionäre Führungsprojekte in der Alten- und Behindertenhilfe. Dies war der Startschuss, denn in der Folgezeit erhielten die St. Gereon Seniorendienste zahlreiche weitere Auszeichnungen, die auf das Engagement Bogerts zurückzuführen sind. Stoffer hielt dazu bei Bogerts Abschiedsfeier einen beeindruckenden Vortrag. Die Essenz daraus: Nur ein Management, das die Mitarbeiter achtet und schätzt, kann erfolgreich sein. Wertschöpfung mit Wertschätzung, so Stoffer, sei ein Schlüssel für Gesundheit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Bernd Bogert schätze er wegen seiner ethischen Haltung, als Geschäftsführer habe Bogert stets Werte vorgelebt, die Mitarbeiter als Menschen wahrgenommen. Stoffer betonte: „Der Pflegeberuf ist heutzutage nicht überall anerkannt.“ Umso wichtiger sei es, in einer werteverrückten Welt, die längst unter dem Diktat des Marktes angesiedelt sei, zu zeigen, dass es auch anders gehe.

Diesen schwierigen Spagat hat Bogert geschafft, denn Erhebungen haben gezeigt, dass es auch mit nicht einfachen Rahmenbedingungen möglich ist, Mitarbeiter zu motivieren. „Pflegemängel treten da auf, wo es Missstände in der Führung gibt. Denn: Nur zufriedene Mitarbeiter machen ein Unternehmen erst erfoglreich. Dieses einfache Prinzip hat Bernd Bogert dank seines Mutes immer beherzigt“, sagte Stoffer weiter, der Bogert ebenso Respekt und Empathiefähigkeit bescheinigte und dass er stets Vertrauen zu seinen Mitarbeitern hatte. Stoffer: „In diesen Zeiten darf der Manager kein Verwalter sein, sondern Begleiter der Menschen. Nicht Macht, sondern Menschlichkeit muss zählen.“

Noch gut erinnerte sich Bürgermeister Bernd Jansen daran, als er Bernd Bogert 2004 „als Pionier der Altenpflege“ kennenlernte. „Das Modell St. Gereon ist hoch angesehen, dort hat Bernd Bogert mit Leidenschaft und Passion tolle Dinge auf den Weg gebracht. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Noch einige weitere Weggefährten brachten in ihren Dankesworten zum Ausdruck, was Bogert in seiner Laufbahn auf den Weg gebracht und dabei nie seine Mitarbeiter aus den Augen verloren habe. Dem Jung-Rentner, der von seiner großen Familie zur feierlichen Verabschiedung aus dem Berufsleben begleitet wurde, war die Freude und Dankbarkeit deutlich anzumerken. Ebenso erfreut und dankbar machten ihn die Eröffnung des Pfarrgartens und die Einsegnung der Tagespflege.

„Ich fühle mich als Brachelener und bin gerührt, dass mir all’ diese Ehre zuteil wird“, dankte er der Festgesellschaft.