1. NRW
  2. Städte
  3. Hückelhoven

Spenden dringend nötig: Förderverein unterstützt Sternenreiter in Ratheim

Therapeutisches Reiten in Ratheim : Die Sternenreiter brauchen Hilfe

Bogenschießen, Reitfreizeiten in den Ferien und die Theateraufführung mit Ponys – all das entfällt wegen Corona auf dem Hof für heilpädagogisches Reiten in Ratheim. Der Förderverein unterstützt die Arbeit von Ruth Adams.

Der Sterntaler-Förderverein verhilft durch finanzielle Unterstützung Kindern mit besonderem Betreuungsbedarf zur Möglichkeit, an einer Reittherapie teilzunehmen, wenn Eltern diese aufwendige Therapieform nicht oder nur teilweise bezahlen können. Diese Unterstützung und weitere Spenden sind in diesem Jahr besonders nötig, weil durch Corona etliche Veranstaltungen entfallen und damit eine große Spendenquelle. Die Mitgliederversammlung fand kürzlich im neu errichteten „Ponypalast“ auf dem Sternenreiter-Hof in Ratheim-Krickelberg statt. Reittherapeutin Ruth Adams hat in diese Halle investiert, die nicht nur als Stroh- und Heulager dient, sondern es ab jetzt ermöglicht, auch unter schwierigen Witterungsbedingungen vielseitig therapeutisch zu arbeiten.

„Dieser Verein liegt mir sehr am Herzen, weil er bedürftigen behinderten Kindern die Chance gibt, die wohltuende Arbeit mit Ponys und Pferden zu erleben. Es ist immer wieder eine Freude, den positiven Einfluss der Pferde auf die Kinder zu beobachten“, sagt Verena Freifrau Spies von Büllesheim, seit Beginn die Vorsitzende des Fördervereins. „In den Therapiestunden von Ruth Adams und ihren feinfühligen Mitarbeiterinnen werden die Kinder qualifiziert und liebevoll betreut.“

Davon profitiert etwa die fünfjährige Laura, die durch einen vorgeburtlichen Schlaganfall viele Hürden in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung nehmen muss, mit Hilfe eines Shetland-Ponys, das speziell für diese Arbeit ausgebildet wurde. Sie kann ihr Gleichgewicht schulen, Muskeln aufbauen und lernen, beide Hände zu benutzen, beim Auskratzen der Hufe oder um sich am Gurt festzuhalten. Gleichzeitig freut sie sich, in „ihrem“ Pony eine sichere Freundin zu haben und tut alles, damit es ihrem Pony auch gutgehen kann.

Bei den „Sternenreitern“ gibt es zwei Kinder mit der gleichen Geschichte, berichtet Ruth Adams. „Für sie ist Reiten großartig.“ Sie brauchten viel Unterstützung beim Krabbeln, Sitzen, Gehen, da mochten sie gar nicht mehr zur Therapie. In Krickelberg kommen sie einfach zum Reiten, das ist für sie Hobby, nicht nervige Therapie. Partnerinnen sind Rapunzel und Lou-Lieschen. „Die freuen sich auf ihr Pony. Und was es mit ihnen macht, merken die Kinder gar nicht“, schildert Adams. „Wir brauchen nur dafür sorgen, dass nichts passiert, das Pony macht den Rest alleine.“

Zu Corona-Zeiten gibt es statt Gruppenstunden Therapie in der 1:1-Betreuung. „Erst waren es nur junge Leute, die alleine aufsteigen können und die man nicht festhalten muss“, berichtet die Reittherapeutin. Jetzt kommen Kinder ausnahmsweise mit der Mutter, die beim Reiten halten kann. Mittlerweile sind zwei Drittel der Kinder wieder auf dem Hof. Einzelstunden können nicht für jedes Kind bezahlt werden, „umso wichtiger ist jetzt der Förderverein“, unterstreicht Adams.

Bogenschießen stand im Juni auf dem Plan – es entfiel. „Nach jedem Schuss hätten Bogen und Pfeil desinfiziert werden müssen“, so Adams. „Wir hoffen, das in besseren Zeiten nachholen zu können.“ Beim Sommerfest sollte das Musical „Aladdin“ mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit und ohne Handicap aufgeführt werden. „Aber bei zehn Personen – sechs Reiter, vier Betreuer – ist ein Musical nicht realisierbar.“ So fällt nicht nur eine Einnahmequelle (Spenden bei freiem Eintritt) aus, sondern für die Kinder das Erlebnis, vor Publikum auftreten zu können. Das bedauert Adams: „Wenn die Wiese voll ist mit Menschen, die lachen und klatschen, das ist für die Kinder ein Geschenk des Himmels.“ In Corona-Zeiten sei es „umso wichtiger, dass der Förderverein Finanzierungslücken füllt“.