Hückelhoven: Sonnige Tage statt elendem Hundeleben

Hückelhoven : Sonnige Tage statt elendem Hundeleben

Mit Petra Schmidts Familie und samtpfötigem Anhang sind eifrige Tierschützer nach Doverhahn gezogen. Der Verein "Sunnydays for Animals" kümmert sich um "Notfelle".

Mit 20 gemeinnützigen Tierschutzvereinen aus Deutschland betreibt der Tierschutz-Shop derzeit die größte Weihnachts-Aktion für Tierheimtiere in ganz Europa, und auch ein gemeinnütziger Verein aus Hückelhoven ist dabei: "Sunnydays for Animals". Vorsitzende Petra Schmidt möchte mit ihrer "Leuchtsterne"-Aktion 800 bis 1000 Tiere in türkischen Tierheimen unterstützen, die vor einem harten Winter stehen. Außerdem hat sie gerade wieder zehn Laborkatzen in liebende Hände und damit auf die Sonnenseite des Lebens gebracht.

Foto: Laaser Jürgen

Die Familie, die für arme Fellnasen geradezu "brennt", ist von Neuss nach Doverhahn gezogen. Das Haus an der Dorfstraße mit katzensicher umzäuntem Innenhof bietet den fünf eigenen Katzen genug Platz. Und manchmal bekommen die auch körbeweise Besuch, doch davon später mehr.

Seit Jahren umsorgen die Tierfreunde "immer die armen Socken, die keiner wollte" - Kaninchen, Wellensittiche, Hunde. Im Mai 2005 hatten Petra Schmidt und ihr Mann Günter während eines Türkeiurlaubs dann ein Schlüsselerlebnis, das ihr Leben veränderte. Sie sahen in einem Tierheim in Antalya eine ausgemergelte große Hündin, die zehn Welpen säugte - sie ernährte sich von Wasser und getrocknetem Weißbrot. Katzenwelpen kletterten schreiend die Gittertüren hinauf, nur um eine Berührung zu erhaschen. Zurück in Deutschland stand der Entschluss zur Gründung eines Tierschutzvereins. Petra Schmidt beschreibt die Namensfindung auf der Internetseite des Vereins: "In der Türkei gibt es so viele sonnige Tage - nur keine sonnigen Tage für die Tiere. So entstand der Name Sunnydays for Animals." Statt Straßenhunde nach Deutschland zu holen, kümmern sich die Tierschützer um Grundversorgung und Kastrationen im jeweiligen Land, indem sie Partner in der Türkei, Rumänien und der Ukraine unterstützen.

Auch Katzen im eigenen Land gilt die Sorge der Familie, in der auch die Söhne Sven und Sebastian Tierschutz-Aufgaben übernehmen. So trifft nach längerer Autofahrt am Freitag vor einer Woche Besuch ein: Zehn Kulleraugenpaare blicken durch Gitter der Transportboxen - Laborkatzen schnuppern die Luft der Freiheit. Eine Stunde später im Wohnzimmer der Schmidts: Einige Scheue kauern noch hinterm Sofa, drei Stubentiger kuscheln sich in einer Ecke aneinander, andere chillen schon lässig auf Kratzmöbeln. "Im Labor werden sie in Rudeln gehalten, haben Spielzeug und Klettermöglichkeiten, werden tierärztlich überwacht", erklärt die Vereinsvorsitzende und versichert: "Die werden nicht gequält, sondern testen Tiermedizin, Floh- und Zeckenmittel." Die Katzen, Jahrgang 2011 und '13, machen keinen traumatisierten Eindruck, sie sind offen, angstfrei und lassen ihr seidenweiches Fell streicheln. "Sunnydays" vermittelt mehrfach im Jahr solche Schnurrer - nach Vorbesuchen - in Familien, wo sie ein normales Leben führen dürfen. So sind auch die Zehn heute schon bei Menschen, die wie Petra Schmidt bereit sind, zu sagen: "Willkommen in meinem Leben!"

(gala)
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