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Schnellste Musik der Welt mit Mozart, Bach, Tschaikowsky

Haus Hall in Ratheim : Die vielleicht schnellste Musik der Welt

Die schnellste Musik der Welt mit reicher Ornamentik ihrer Heimat, dem Balkan, gestiftet in erster Linie vom großen Mozart – diese Verbindung wurde auf der Freitreppe des Wasserschlosses Haus Hall in Ratheim knapp 400 begeisterten Zuschauern präsentiert.

Das vierköpfige Ensemble UWAGA! war vom renommierten Niederrhein-Musikfestival zu dessen erstem Konzert im Kreisgebiet verpflichtet worden unter dem programmatischen Motto „Musikalische Welten unterwegs“.

„Mozartovic! Classic goes Balkan Groove“ – der wiederum programmatische Tour-Titel von UWAGA!, das gebildet wird von Christoph König Violine, Viola, Maurice Maurer, Violine, Miroslav Nisic, Akkordeon, und dem Kontrabassisten Matthias Hacker, die neben Mozart Bach und Tschaikowski zur Grundlage völlig neuer und vor allem anderer Arrangements nehmen, deren Grundthema schon erkennbar bleibt, mit den typisch-balkanischen Elementen aber fast zum neuen Genre gerät. Das selbst die größten Klassik-Puristen im großen Innenhof des Schlosses mitriss, sich fast noch steigerte nach einem regenbedingten Wechsel auf den Heuschober des früheren Landwirtschaftsguts, wo die letzten anderthalb Stücke des Programms und die beiden, frenetisch geforderten, Zugaben gespielt wurden. Der Heuschober ist als Veranstaltungshalle mit Bühne ausgestattet.

Hall-Hausherr Max Spies von Büllesheim hatte die Musikfreunde begrüßt, darunter Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen (CDU) und den Stellvertretenden Landrat Wilhelm Paffen (CDU), und warb als Präsident des Lions-Clubs Selfkant für dessen Benefiz-Aktion „Frühstück für Kinder“, die Schülern, die ohne Mahlzeit zur Schule kommen, ein Frühstück dort ermöglichen, 14 Schulen haben beim Klub ihren Bedarf angemeldet.

Niederrhein Musikfestival-Chefin Anette Maiburg, die vor 15 Jahren auf Schloss Dyck bei Jüchen mit dem Großereignis gestartet war, freute sich, mit Haus Hall ein weiteres „wunderschönes Gelände“ (mit Park) bei den Aufführungsorten zu haben. Und UWAGA! passe genau in die Linie des Festivals, „eigene, kreative Projekte“ zu entwickeln.

Und die wird von den Virtuosen, alle vier haben ausreichend Gelegenheit zur Auszeichnung als Solisten, voll durchgezogen, die Ausbildung in der Klassik wird deutlich, die Sympathie für Jazz-Standards und eben für Ost- und Südosteuropäische Musik geht den Zuhörern ins Blut, für die Beine ist die Musik zu schnell. Gerade auch das jüngste Ensemble-Mitglied Miroslav Nisic, vor 27 Jahren in Serbien geboren, verblüffte mit rasender Fingerfertigkeit in teils langen Soli.

Standing Ovations, rhythmisches Klatschen, Jubelrufe dankten dem Quartett für außergewöhnliche Musik und launige Moderation von Personen, Stücken und Motiven.