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Schienenersatzverkehr wegen Arbeiten am Bahnhof Baal 2018

Kein Halt für Züge nach Mönchengladbach : Bahnsteig am Bahnhof Baal ist 15 Zentimeter zu schmal

Weil ein neuer Bahnsteig am Bahnhof Baal zu schmal gebaut wurde, kann bis Jahresende kein Zug in Richtung Mönchengladbach halten. Zusätzlich ist der Bahnhof am 14. und 15. Dezember komplett gesperrt.

Am Bahnhof Baal halten seit Wochen nur Züge in Fahrtrichtung Aachen, in Gegenrichtung fahren sie durch. Bahnkunden müssen erneut Busse als Schienenersatzverkehr benutzen und ärgern sich. Denn schon am 9. November sollten alle Bauarbeiten an den Bahnsteigen abgeschlossen sein, doch dann stellte sich eine peinliche Panne heraus: Am Bahnsteig in Richtung Mönchengladbach gibt es eine Abweichung von 15 Zentimetern – in dieser Breite klafft eine Lücke zu den Zügen, und es muss nachgearbeitet werden. Das ergaben Nachmessungen kurz vor Wiederinbetriebnahme des Haltepunkts. Die Gleisregulierungsarbeiten werden nun am Wochenende 15. und 16. Dezember, verbunden mit einer Sperrpause, in Angriff genommen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Redaktion.

Marco Wirtz ist einer der Bahnkunden, die ihrem Unmut über die erneute Verzögerung der Arbeiten im Bahnhof Hückelhoven-Baal Luft machten. „Ursprünglich waren die Bauarbeiten von Mitte Juli bis Anfang Oktober angesetzt. In diesem Zeitraum sollte der Bahnsteig verlängert und erneuert sowie ein Aufzug eingebaut werden“, erklärt Wirtz. „Aufgrund des neuen Schienenverkehrskonzepts RRX sei es notwendig, die Bahnsteige zu verlängern. Anfang Oktober wurde dann mitgeteilt, dass sich die Bauarbeiten im Bahnhof verzögern und bis zum 9. November andauern werden – plus fünf Wochen. In dieser Zeit konnte dort kein Zug anhalten. Nun – nach Ablauf dieser außerplanmäßig verlängerten Bauphase – wurde mitgeteilt, dass es zu weiteren Verzögerungen kommt.“

 Im Dach über dem Wartebereich klafft ein Loch. Hier regnet es durch.
Im Dach über dem Wartebereich klafft ein Loch. Hier regnet es durch. Foto: Gabi Laue
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Für den normalen Bahnkunden sei es unverständlich, dass erst kurz vor Wiederinbetriebnahme auffällt, dass der seit vielen Wochen fertiggestellte Bahnsteig zu weit vom Gleis gebaut wurde, ärgert sich Marco Wirtz. Er pendelt als Angestellter der Hochschule Aachen jeden Tag mit dem Zug von Baal nach Aachen. Dass es zu notwendigen Bahnsteigarbeiten kommt und man einen zweieinhalbmonatigen Schienenersatzverkehr über die Sommerferien einrichtet, lässt sich für ihn ja noch nachvollziehen. Aber wie konnte es zu der Abweichung kommen?

Das erklärte der Bahnsprecher so: „Bei der Planung ist die Vermessungsgrundlage nicht ganz richtig gewesen. Die Vermessungspunkte sind über die Jahre ein wenig verrückt.“ Wettereinflüsse oder ein Baufahrzeug, das einen Messpunkt gerammt hat? Ursache unbekannt. Und auf Grundlage dieser Messungen lag der Bahnsteig am Ende „nicht ganz in der Geometrie“. Theoretisch könnten Züge an der Stelle halten und die Türen öffnen, doch dann sei die Lücke zwischen Bahnsteigkante und Zug zu groß. So entschied sich die Bahn, das Gleisbett anzupassen. „Bis Jahresende werden die Schienen – einfach ausgedrückt – angehoben und wird die Oberleitung angepasst“, kündigte der Sprecher der Deutschen Bahn an. Den Bahnkunden wird vorher bekannt gegeben, dass in einer Sperrpause am 15. und 16. Dezember diese Arbeiten stattfinden.

Die Treppe zu den Bahnsteigen ist inzwischen erneuert, der Aufzug wird erst 2019 eingebaut. Einen genauen Termin konnte die Pressestelle der Deutschen Bahn noch nicht nennen. „Derzeit liegt der Fokus komplett auf der Anfahrbarkeit“, sagte der Sprecher dazu. „Erst danach wird auf die Ausstattung und Barrierefreiheit geschaut.“

Schauen könnte die Bahn auch mal nach oben: zum Dach über dem Wartebereich. Darin klafft immer noch ein Loch, durch das es durch regnet. Während die Deutsche Bahn schon angekündigt hat, die Bahnsteigdächer in Erkelenz und Geilenkirchen 2019 zu erneuern, war von Baal noch nicht die Rede. Wenn in Baal die maroden Sitzbänke erneuert werden, müsste auch ein neues Dach darüber her. Bahnkunden müssen sich wohl noch gedulden. „Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 wird alles fertig sein“, kündigt die Bahn an.