Hückelhoven: "Scapsis" bleibt auf der Erfolgsspur

Hückelhoven: "Scapsis" bleibt auf der Erfolgsspur

Bei ihrem ersten eigenen Konzert bewies die Senkrechtstarterin Sofia Eleftheriadou ihr ganzes Können und begeisterte als "Scapsis" ihre wachsende Fangemeinde. Neue Songs, neue Freunde.

"Wahnsinnig nervös" sei sie gewesen, aber anmerken konnte man "Scapsis" nichts: Als ob die Heinsberger Rapperin schon seit Jahren auf der Bühne steht und nicht erst seit März 2017 meisterte sie ihr erstes eigenes Konzert wie ein Profi. Auch wenn Sofia Eleftheriadou nach der Veröffentlichung ihres Albums "Old School" schon vergangenes Jahr mehrere Auftritte in der Region und darüber hinaus hatte, stellt dieser Abend für sie etwas Besonderes dar: "Ich finde es unglaublich zu wissen, dass so viele Leute heute nur wegen mir kommen".

In ihr Konzert startete die 33-jährige Künstlerin mit ihrer Debütsingle "Narbe im Gesicht", für die sie bereits mehrfach ausgezeichnet wurde - erst im Dezember erhielt sie bei der Verleihung des "Deutschen Rock und Pop Preises" Silber und Gold für die beste Single und das beste Album. Im Laufe des Abends präsentierte sie ihren neuen und alten Fans nicht nur ihre bekannten Lieder, sondern stellte auch neue Songs vor. "In der kurzen Zeit, in der ich jetzt schon Musik mache, habe ich schon sehr viele Menschen kennengelernt und sogar Freunde gewonnen", erzählt Eleftheriadou, "gleichzeitig gibt es aber natürlich auch nicht so nette Leute - ich sage mir dann einfach, dass ich dankbar sein kann, dass ich nicht so bin." Über Dankbarkeit schrieb sie so auch ein Lied: "Danke für alles" ist ihren Eltern gewidmet - "ich habe es bisher nur einmal live vorgetragen und es ist schief gegangen, ich versuche es heute nochmal", kündigt "Scapsis" den Song an - aber wie auch alles andere gelingt es dieses Mal hervorragend. Um ihre "Scaptiker" mit einzubeziehen, stellt die Rapperin dem Publikum immer wieder Fragen und sorgt so humorvoll für eine entspannte Stimmung. Passend zu dem Liebeslied "Zwei Herzen, eine Seele" verteilt sie Rosen im voll besetzen Raum, bei einem kurzen Quiz gewannen gleich zwei Zuschauer ein kleines "Scapsis"-Geschenk. Die Künstlerin bot außerdem an, dass auch jemand aus dem Publikum auf die Bühne kommen könne, um etwas vorzutragen - aber alle wollten lieber weiter "Scapsis" hören. Eine "Weltpremiere" hat sie darüber hinaus zu bieten. "Ich bekomme immer wieder Anfragen von Poetry-Slam-Veranstaltern, das muss ja einen Grund haben", erklärt die Heinsbergerin. Für ihren Text "Sag mir", den sie an diesem Abend zum ersten Mal überhaupt vortrug, bekam sie viel Applaus. Wie in diesem Stück haben die Texte von "Scapsis" wenig mit dem zu tun, was man von anderen Rappern kennt, sondern Gefühl und Bedeutung: In ihrem Song "Nein" rappt Eleftheriadou zum Beispiel "Lasst uns Gläser statt Waffen heben; Hass ist nicht das, was uns Menschen vereint", der Text von "Aus der Ferne" gilt ihrem Cousin, der alkoholisiert Auto fuhr und verunglückte. "Vor allem in der Rapszene ist jeder immer so verwundert, wenn ich zum Beispiel sage, ich nehme keine Drogen - lasst es auch", erklärt "Scapsis" an ihr junges Publikum gerichtet. Für sie selbst ist es manchmal immer noch schwer zu glauben, wie schnell sie so erfolgreich geworden ist - für ihr Konzert kamen die Zuschauer bis aus Duisburg oder dem Selfkant. Als "Scapsis" schließlich nachfragte, warum sie denn so weit fahren, lautete die Antwort schlicht: "Weil wir dich toll finden."

(kabo)