Roland Kaiser und Greor Meyle begeistern bei Sommermusik an Schacht 3

Konzertwochenende in Hückelhoven : Roland Kaiser und Greor Meyle begeistern bei Sommermusik an Schacht 3

Gregor Meyle nahm mit seinen Musikern ein Bad in der Menge und Roland Kaiser präsentierte zweieinhalb Stunden lang seine Hits aus 45 Jahren: Unvergessliche Erlebnisse für die Besucher der Sommermusik an Schacht 3.

Schacht 3 als bleibendes Wahrzeichen der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven präsentierte sich in einem ungewohnten Anblick, als hätte Verpackungskünstler Christo selbst Hand angelegt. Als in der Dunkelheit das folienverpackte Stahlgerüst vom blauen Licht angestrahlt wurde, bot der Förderturm nicht nur Gregor Meyle am Freitag und Roland Kaiser am Samstag eine stimmungsvolle Kulisse, sondern auch den musikbegeisterten Besuchern – obwohl es abends eher herbstliche Temperaturen als sommerliches Kaiserwetter gab.

Nach der letztjährigen Premiere war es für Veranstalter Günter vom Dorp selbstverständlich, dem Publikum in diesem Jahr eine Fortsetzung der Sommermusik zu präsentieren. Er dankte der Stadt Hückelhoven für die Bereitschaft, das Gelände zur Verfügung zu stellen, und dem Förderverein Schacht 3 für die tatkräftige Unterstützung bei der Organisation und Durchführung des dreitägigen Festivals, das am Sonntagabend mit einem Konzert von Angelo Kelly mitsamt seiner Familie zu Ende ging.

Gregor Meyle und seine Band konnten das Publikum am Freitagabend sofort für sich gewinnen. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

In gewisser Weise wurden die mehr als 1000 Besucher am Eröffnungstag zur großen Familie von Gregor Meyle. Der 41-jährige Musiker hatte sofort die Herzen für sich gewonnen. Meyle, der unentwegt durch Deutschland tourt und am liebsten jeden Tag live spielt, zollte nach einer Führung durch den Besucherstollen an Schacht 3 den früheren Bergleuten großen Respekt für das, was sie unter Tage geleistet haben. Da sei er froh, als Musiker auftreten zu dürfen.

Die Nähe zum Publikum konnte nicht größer sein als bei Meyles „Bad in der Menge“: Er und seine vielen Musiker mischten sich am späten Abend unter die Menschen und musizierten gemeinsam mit ihnen. Da war der Beifall riesengroß, als ihm Detlef Stab als Vorsitzender des Fördervereins Schacht 3 auf der Bühne zum Konzertabschluss als Erinnerungsgeschenk an die ehemalige Zechenstadt Hückelhoven einen Ehrenhäckel überreichte.

Publikumsliebling Roland Kaiser wurde am nächsten Abend von Stab vor dem Konzert mit einer originalen Grubenlampe beschenkt. Bürgermeister Bernd Jansen nahm diese Gelegenheit im Schachtgebäude wahr, um den Schlagersänger daran zu erinnern, dass dieser vor rund 20 Jahren schon einmal im Rahmen einer PS-Auslosung in Hückelhoven aufgetreten sei. Doch lange hielt sich Kaiser, der am Nachmittag mit seiner Ehefrau aus Münster angereist war und der nach dem Konzert zu seinem Wohnort zurückfuhr, nicht mit der Begrüßungszeremonie im kleinen Kreise auf. Ihn zog es auf die Bühne, zu den wartenden Fans.

Fast 4000 Besucher aus allen Generationen waren gekommen, um ihren Star zu sehen, mit ihm zu singen und zu tanzen. „Aus ganz Deutschland haben wir Besucher“, meinte Heike Jansen vom Voila-Team, die beim Konzert noch einige Eintrittskarten verkaufte. Es gebe halt Kaiser-Fans, die reisten dem Sänger überall hin nach. Rund zweieinhalb Stunden am Stück sang der 67-Jährige einen Hit nach dem anderen. Seine Aufforderung schon im ersten Lied, „Ich will mit dir im Regen tanzen gehen“, konnte glücklicherweise nicht umgesetzt werden: Es blieb während des Konzerts trocken. Getanzt wurde selbstverständlich dennoch. „Santa Maria“, „Dich zu lieben“ und viele andere Hits des seit 45 Jahren bekannten und beliebten Sängers wurden im vielkehligen Chor begeistert mitgesungen. Ob Jung oder Alt, fast alle kannten die Lieder und hätten sie auch ohne „Unterstützung“ von Kaiser singen können. Die meteorologischen Umstände mitsamt der aufkommenden Kühle waren da schnell vergessen. Die vielen Fans, die außerhalb des umzäunten Geländes vor Schacht 3 mithörten, auch wenn sie nicht viel sahen, waren ebenso zufrieden wie die zahlenden Gäste.

Ein Urgestein der deutschen Musikszene: Roland Kaiser. Knapp 4000 Fans waren gekommen, um seinen Hits aus 45 Jahren zu lauschen. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Vereinzelte Kritikpunkte an der Organisation und am Konzertbereich waren schnell vergessen oder gaben Hinweise darauf, was im nächsten Jahr optimiert werden könnte. Die Basis für ein noch besseres Festival und andere Veranstaltungen wird die Stadt Hückelhoven liefern. Sie plant, den Bereich an Schacht 3 umzugestalten, wie Bürgermeister Bernd Jansen sagte. Und auch die Turmverpackung wird im Laufe von 2020 verschwunden sein. Das Symbol für die Sommermusik am Schacht 3 in Hückelhoven wird dann wieder in voller Pracht erstrahlen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Roland Kaiser und Gregor Meyle beim Konzert in Hückelhoven

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