Richtfest und Schlüsselübergabe auf dem Hertie-Grundstück in Hückelhoven

Richtfest in Hückelhoven : Jansen: „Paradestück der Wohnbebauung“

Auf dem ehemaligen Hertie-Areal ist eine moderne Wohnanlage entstanden. Der erste Bauabschnitt ist schon bezogen.

Auf einem ehemaligen „Schandfleck“, so jedenfalls bezeichnete Bürgermeister Bernd Jansen das jahrelang brachliegende, ehemalige Hertie-Gelände an der Parkhofstraße in Hückelhoven, entsteht eine moderne Wohnanlage. Sie biete der Innenstadt Jansens Worten zufolge ein tolles Ambiente und stelle ein „Paradestück der Wohnbebauung“ dar. Er sprach von den beiden Mehrfamilienhäusern, die die Familie Jäger als Investor und Architekt Wolfgang Emondts in knapp zwei Jahren geschaffen haben und für die am Freitagnachmittag eine Schlüsselübergabe und ein Richtfest gefeiert wurden. Der erste Bauabschnitt mit sechs Miet- und elf Eigentumswohnungen wurde von September 2017 bis zum August 2018 realisiert und ist schon bezogen. Mit dem zweiten Abschnitt, der 16 Eigentumswohnungen umfasst, wurde im Februar begonnen. Er soll im Sommer 2019 fertig sein.

Nach dem Richtspruch für diesen zweiten Bauabschnitt durch Zimmermeister Martin Sievers aus Erkelenz wurde bei einer kleinen Feier die Bebauung gewürdigt und nach einer symbolischen Schlüsselübergabe für den ersten Bauabschnitt mit den Bewohnern auf eine gute Zukunft angestoßen. Nicht ohne Stolz blicke er auf die Bauwerke, meinte der Architekt. Hell, modern, schnörkellos mit viel Glas und mit großzügigen, nach Süden ausgerichteten Terrassen seien es Häuser geworden, die sich sehen lassen könnten. „Es war unser Ziel, mit einer anspruchsvollen und hochwertigen Wohnanlage ein besonderes Glanzlicht für Hückelhoven zu schaffen“, ergänzte Gerd Jäger. „Ich glaube, es ist uns gelungen.“

Das Interesse jedenfalls scheint dies zu belegen: „Sämtliche Eigentumswohnungen waren innerhalb eines Monats verkauft“, berichtete der Investor, der sich über das Lob des Bürgermeisters freuen konnte: „Diese Bebauung hat viele Nachahmer gefunden. Auch andere Investoren sehen sich durch die Familie Jäger ermutigt, in Hückelhoven zu investieren.“ So seien seitdem rund 300 Wohnungen in der Innenstadt gebaut worden oder noch im Bau.

Fast zehn Jahre lang habe das Hertie-Gelände brach gelegen, so Jansen. Vergeblich habe sich die Stadt um eine Folgenutzung bemüht, nachdem zunächst Karstadt und danach Hertie ihre Aktivität in Hückelhoven eingestellt hatten. Es gelang allerdings nicht, Kontakt zu dem in England lebenden Eigentümer des Grundstücks aufzunehmen. „Erst als Steuerschulden nicht beglichen wurden, konnten wir eingreifen und ein Insolvenzverfahren einleiten“, berichtete der Bürgermeister. „Dadurch kamen die Eheleute Jäger zum Zuge.“ Sie seien zum Glücksfall für die Stadt geworden. In vielen Gesprächen mit der Verwaltung und dem Architekten seien die Pläne gereift, die jetzt umgesetzt worden sind. Das „komische Gefühl“, mit dem er jahrelang an dem Gelände vorbeigefahren sei, sei einer Zufriedenheit gewichen: „Was hier entstanden ist, kann sich sehen lassen.“

Der dritte Bauabschnitt auf dem Gelände wird wohl nicht lange auf sich warten lassen, wie Gerd Jäger vermutet. Im rückwärtigen Teil zur Jülicher Straße gibt es einen anderen Grundstückseigentümer und Überlegungen, im gleichen Stil wie an der Parkhofstraße, aber in abgestufter Form, eine Wohnbebauung zu schaffen.

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