Hückelhoven: "Repair-Café" startet im April beim Roten Kreuz

Hückelhoven : "Repair-Café" startet im April beim Roten Kreuz

Defekte Geräte, Fahrräder oder Kleidung wiederherstellen: Das können Flüchtlinge und Bedürftige künftig einmal im Monat beim DRK.

Es waren direkt zwei Gastgeber, die die Besucher beim Pressegespräch im "Kristallisationspunkt gegen Armut durch Integration" (KAI) in der Rheinstraße 103 willkommen hießen. Entsprechend ihrer Kooperation bei der Umsetzung des ersten "Repair-Cafés" im Kreis Heinsberg waren es DRK-Geschäftsführer Lothar Terodde und Bürgermeister Bernd Jansen. Sie stellten das Projekt, das am 8. April in den KAI-Räumen und im Außenbereich startet, mit den Verantwortlichen vor.

Das Angebot, defekte Elektrogeräte, Fahrräder und schadhafte Kleidung unter fachlicher Anleitung selber wiederherzustellen, richtet sich an Flüchtlinge und Bedürftige vor allem im "Flussviertel". Bernd Jansen kommt als Zimmermann selber aus dem handwerklich-technischen Bereich und tüftelt und repariert gerne. Anstatt die defekten Dinge wegzuwerfen, könne man sich an diesem Ort mit der Technik auseinandersetzen. Das Prinzip der "Repair-Cafés" kenne man aus den Großstädten - in der Stadt Hückelhoven und im Kreis Heinsberg sei es neu. Kämmerer Helmut Holländer wies auf das Förderprogramm des Landes NRW, "Komm-An NRW" hin, durch das die Idee zeitnah umgesetzt werden konnte. KAI-Leiterin Julie Ilner, die seit September 2016 dort arbeitet, und die städtische Ehrenamtskoordinatorin Petra Hudler sind bei allen Fragen Ansprechpartnerinnen. "Die Idee ist, nah an den Menschen zu sein", führte Ilner aus, "wir wollen den Nachhaltigkeitsgedanken in die Köpfe pflanzen."

Weitere Projekte wie das "Mutcamp" für Jugendliche, die in der Wertschätzung für einen guten Abschluss bestärkt werden, und ein Zeltlager in Kooperation mit dem KAI Heinsberg sind in Vorbereitung.

Ein weiterer Ansatz sei ein Upcycling-Workshop, ergänzte Hudler. Elektroingenieur Raimund Kissenkötter ist Ideengeber, ein "Repair-Café" in Hückelhoven zu eröffnen. Er war an Petra Hudler herangetreten, und das DRK konnte als Träger der Initiative gewonnen werden. "Die Räume dienen uns als Anlaufpunkt, damit die Hilfesuchenden kommen können", fasste er zusammen und lobte die gerade erfolgte gelungene Restaurierung des Hauses, das die DRK-Ortsgruppe Hückelhoven ebenfalls zu Teilen nutzt. Im großen Aufenthaltsraum mit Küche und Sitzgelegenheiten wird zukünftig Ressourcen schonend gewerkelt und kontaktet. Nur das benötigte Material müssen die Gäste selbst bezahlen. Lothar Terodde betonte, wie wichtig Ideen und Unterstützung aus der Bevölkerung für den Betrieb des Cafés und bei weiteren Projekten seien. Wünschenswert für die Zukunft wäre, dass das "Repair-Café" bei erkannten Veranlagungen und Talenten hin zu Praktikum oder Berufsausbildung führe. Für arbeitsintegrative Maßnahmen sei DRK-Ehrenamtskoordinatorin Ira Stormanns Ansprechpartnerin.

(cole)
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