Ratheim: Stimmungsvolles Weihnachtssingen auf Haus Hall

Haus Hall in Ratheim: Stimmungsvolles Weihnachtssingen

Premiere des Weihnachtssingens in Ratheim begründet schon eine Tradition. 150 Sänger aller Altersstufen auf festlich geschmücktem Haus Hall. Schülerin sang „leise rieselt die Vier auf das Zeugnispapier“.

„Wir kommen wieder am vierten Advent 2019, am 22. Dezember!“ So beginnen im Rheinland Traditionen, wenn nämlich die Premiere erfolgreich war und die Folgeveranstaltung angekündigt wird. Das „Weihnachtliche Einsingen“ des Ratheimer Musikvereins St. Josef am 4. Advent 2018 auf Haus Hall zog trotz des regnerischen Wetters gut 150 Freunde des instrumenten-unterstützten Gesangs an, aller Altersstufen – der jüngste namens Henry Claßen war süße vier Monate alt.

„Als wir voriges Jahr gesehen haben, dass in einigen Städten das Weihnachtssingen erfolgreich angeboten wurde, haben wir gesagt ‚das können wir auch‘.“ Theo Savio als Vorsitzender des Musikvereins St. Josef legte die Motivation zu Beginn des Mitmachkonzerts dar, das auf der weitläufigen Gutsanlage auch noch ein Dach über dem Kopf fand. Und dort wurden auch die Programmheftchen mit den vollen Texten der 17 internationalen Lieder nicht nass, die mit „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ datumsgenau begannen, und passgenau mit dem 200-jährigen „Stille Nacht“ endeten. Die Vorräte an Glühwein und Kinderpunsch waren da noch nicht erschöpft, die nicht verkauft wurden – aber ein Sparschwein auf der Theke füllte sich mit jedem Becher, der geleert wurde.

Hausherr Max Spieß von Büllesheim hatte sich mit Familie ins Zeug gelegt, um die Barock-Schloss-Anlage mit weihnachtlichem Ambiente zu versehen – dezent-blaue und rote Lichter gliederten die Front des Herrenhauses, Herrnhuter Stern (dreidimensional), und Leuchtgirlanden an den Toreinfahrten, Feuerkörbe im Hof sowie echte Wachskerzen, Tannengrün und Mistelzweige vervollständigten den Konzertrahmen.

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Unter dem Dirigat von Stefan Mang spielten zwei Dutzend Blas- und ein Lyra-Musiker mit einem kurzen Vorspiel für Sicherheit in Melodie und Tonlage, bevor dann die 150 Stimmen einstiegen. Eine Überraschung hatte der Musikverein auch noch bereit: „Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, eine Sopranistin aus der Schweiz einfliegen lassen, die Soloeinlagen singen wird“, kündigte Theo Savio Marlies Baratti aus der Nähe von Zürich an, die mit u.a. dem Gefangenenchor aus der Verdi-Oper „Nabucco“ und dem alpinen „Heidschi Bumbeidschi“ kleine Kontraste. Und für die älteren Ratheimer war die Musikerin keine Unbekannte – bis zur Heirat hieß sie Marlies Schneiders und stammte aus der Schuhfabrik in der Millicher Straße.

Für weihnachtliche Stimmung ohne Noten sorgte mit einem Gedicht die kleine Lotte Chabrié und mit einer Sternen-Geschichte Getrud Höbig. Einen eigenen Text sang eine kleine, quirlige und blonde Schülerin zur Melodie von „Leise rieselt der Schnee“ mit „leise rieselt die Vier auf das Zeugnispapier“.

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