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Ratheim: Musiklehrer geben Konzert "Ländliche Serenade" in Haus Hall

Wasserschloss Haus Hall Ratheim : „Ländliche Serenade“ überm Kuhstall

Zehn Lehrkräfte der Kreismusikschule Heinsberg gaben vor 150 Gästen ein Konzert im Wasserschloss Haus Hall.

Dass es durchaus nicht schadet, wenn Musiklehrerinnen und -lehrer selber musizieren können, das zeigten am Donnerstagabend zehn Lehrkräfte in einem Konzert, überschrieben mit „Ländliche Serenade“, aufgeführt am/im passenden Ort: Dem Wasserschloss Haus Hall in Ratheim, wo die Kreismusikschule seit fünf Jahren, so Leiterin Gerda Mercks, gern Innenhof oder, wie Donnerstag, die Scheune nutzt. Und die hat Eigentümer Max Spies von Büllesheim zu einem Veranstaltungsraum umgestaltet, der weit mehr als 200 Besuchern Sitzplätze bietet, am Donnerstag waren knapp 150 belegt.

Natürlich mussten die Lehr-Musiker nun nichts beweisen, sie sind ausnahmslos als Konzertmusiker bekannt, die ihre Qualitäten in den Dienst des Jubiläums-Jahrs stellten – 50 Jahre Kreismusikschule Heinsberg, die 1969 im damaligen Kreis Erkelenz ins Leben gerufen wurde und 1972 mit der Kommunalen Neugliederung ihren aktuellen Träger erhielt. Klassiker und weniger bekannte Stücke der Musikliteratur bis hin zum Jazz auf sechs verschiedenen Instrumenten bildeten das Programm, in dem die Königin der Saiteninstrumente, die Harfe, mit der jungen Lehrerin Giedré Siaulyté zum angebrachten Beifall auch Bravo-Rufe erhielt.

Die Eröffnung hatten Ellen Hinkel am Flügel und Kirsten Caspers mit drei verschiedenen Blockflöten mit der „Globe Theatre Suite“ von Bryan Kelly aus der Zeit William Shakespears in mehreren Sätzen geleistet, die Zeit des Dichters wurde ausgesprochen lebendig. „Die“ Romantik überhaupt, Clara Schumanns „Lorelei“ nach dem Gedicht von Heinrich Heine, und die „Ewige Liebe“ von Johannes Brahms servierten Irina Fuchs, Klavier, und die Sopranistin Natalie Diart, die auch für die Arie der Musetta aus Puccinis Oper La Bohéme ihren Beifall fanden. Die hohe Hallsche Scheune im Obergeschoss des Kuhstalls bewies sich im Gesang als Zugewinn an Konzertstätten. Mit Robert Scholtes am Klavier beschloss Natalie Diart gekonnt den Konzertabend mit zwei Jazzballaden. Zuvor hatte Pianist Rob Schriebl mit Bachs Praeludium 855 a und Liszts „Isoldes Liebestod“ Eindruck hinterlassen, ebenso wie Olga Shupik, Geige, und Maria Chernousova am Flügel mit Mozarts Violinkozert Nr. 3 G-Dur. Vier Schlägel in zwei Händen bediente Kai Stoffels, um dem eher selten gespielten, großen Marimbaphon (Vibraphon ähnelnd) mit seinen Holzklangstäben feine Töne zu entlocken, von Gudula Elsenbruchs Querflöte einfühlsam begleitet in Michael Horvits Komposition „Lyric Suite“. Giedré Siaulyté hatte für ihre Auftritte Camille Saint-Saens „Fantasie op. 95“ und Alphonse Hasselmans bekanntes Lied „La Source op. 44“ sowie die Romanze „Chanson de Mai op. 40“ gewählt, um ihr Können in verschiedenen Genres zu belegen.

Zum Schluss der „Ländlichen Serenade“ auf dem früheren Bauerngut Hall gab’s für die Interpreten bodenständige Sonnenblumen, für Gerda Mercks deren zwei von Max Spies von Büllesheim.