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Ratheim-Garsbeck: Doro Krollmann betreibt Gnadenhof "Herzhof" für Hunde

Gnadenhof „Herzhof“ in Ratheim-Garsbeck : Ein Zuhause für Hunde, die keiner will

Doro Krollmann gründete vor sieben Jahren ihren Gnadenhof „Herzhof“ in Ratheim. Dort sollen es alte und kranke Hunde gut haben. Interessenten können helfen, indem sie Patenschaften übernehmen oder mit den Tieren spazieren gehen.

Sie nimmt Hunde auf, die keiner mehr haben will. Alte, kranke, blinde, verstoßene und nicht mehr leistungsfähige Vierbeiner. Aus Polen, Ungarn, Rumänien, Griechenland und Deutschland. Sie mussten viele Jahre in einer engen Box im Tierheim leben, waren angekettet als Wachhund, wurden als Weihnachtsgeschenk ausrangiert.

„Herzhof“ hat Doro Krollmann ihren Gnadenhof im Ratheimer Ortsteil Garsbeck genannt, den die 59-Jährige mit Unterstützung ihres Mannes vor sieben Jahren ins Leben gerufen hat. Für die Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes ist das tierische Lebensabend-Projekt, das sie überwiegend aus eigener Tasche finanziert, eine Herzensangelegenheit.

Doro Krollmann liebt Hunde. „Als Kind durfte ich keinen haben“, erinnert sie sich. Für ihren Gnadenhof, der gleichzeitig Hunde-Hospiz ist, verzichtet sie freiwillig auf vieles. „Wir gehen nie aus. Nicht ins Restaurant, nicht ins Kino, ins Konzert oder ins Theater. Wir fahren auch nicht in den Urlaub“, erzählt sie. „Ich gehe nicht mal zum Friseur, schneide meine Haare immer selbst.“ Ihr ist es wichtiger, den Tieren, die bei ihr ein neues Zuhause gefunden haben, ein schönes Leben zu bieten. Manchmal gelingt das nur für wenige Wochen oder Monate.

Dabei arbeitet die Angestellte der Kreisverwaltung Heinsberg eng mit verschiedenen Tierschutzorganisationen zusammen. „Fast täglich habe ich Anfragen. Vielen muss ich leider absagen“, bedauert sie. Auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück ist genug Platz für die Hunde. Hier gibt es sogar eine beheizbare Hütte, eine begehbare Dusche und viele Ausruhmöglichkeiten für die Vierbeiner. Wer den Ratheimer Herzhof besucht, merkt schnell: Die Hunde fühlen sich wohl, blühen auf.

Trotzdem: Vermittelbar sind die meisten nicht. „Es gibt Patenschaften und die Möglichkeit, mit ihnen spazieren zu gehen“, berichtet Doro Krollmann. Dafür verlangt sie einen Sachkundenachweis und den Personalausweis als Pfand. Ernährt werden ihre dankbaren Mitbewohner in erster Linie mit hochwertigem Frischfleisch. Aber auch Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten kommen in den Napf. Die Hunde sollen es gut haben bei ihr. „Ich koche auch für meinen Mann und mich jeden Tag frisch“, erzählt Doro Krollmann. „Ich mache viel ein, verarbeite Früchte zu Gelee und Marmelade.“Damit bei den Hunden keine Langeweile aufkommt, versteckt sie Fische und Knochen im Garten, beschäftigt die vierbeinigen Gnadenhof-Bewohner. Alten und kranken Hunden eine Chance zu geben, dem eigenen Leben auf diese Weise einen Sinn geben – das ist die Botschaft, die Krollmann für ihre Mitmenschen hat.

Im Juli wird sie nach Griechenland fliegen. Ihre Mission: „Kanellos“ abholen. Der ungarische Jagdhund hat viel hinter sich. Bei einer Familie, die Doro Krollmann sorgfältig ausgesucht hat, wartet auf ihn ein neues Zuhause. „Kanellos ist noch sehr jung, unter einem Jahr. Er wurde ausgesetzt zusammen mit seinem Bruder, der es leider nicht geschafft hat und verhungert ist“, sagt sie traurig.

Angeschossen, abgemagert bis auf die Knochen und völlig dehydriert – so fanden griechische Tierschützer das Tier. Doro Krollmann: „Er wurde inzwischen zweimal operiert und wird nie wieder richtig laufen können. Und er hat immer noch Blei im Körper, das nicht entfernt werden kann.“