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Rathaus Hückelhoven verzichtet auf Regenbogenflagge zum 17. Mai

Inflation der Flaggen? : Rat verzichtet auf Regenbogenflagge zum 17. Mai

Die Sozialdemokraten hatten beantragt, am 17. Mai eine Regenbogenfahne am Hückelhovener Rathaus zu hissen. Doch der Rat lehnte dies mehrheitlich ab.

In der vergangenen Ratssitzung wurde auch ein Antrag der SPD diskutiert, an jedem 17. Mai zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) am Rathaus die Regenbogenfahne zu hissen. Diesen Antrag der Sozialdemokraten lehnte der Rat mehrheitlich ab, die Verwaltung verwies dabei zum einen auf eine Anregung der Jusos aus dem Vorjahr, die ebenfalls abgelehnt wurde, und zum anderen auf die geltende Flaggenverordnung. Die war auch bei dem Antrag der Jusos bereits so angeführt worden. So gebe es bisher keine Zustimmung zum Hissen der Regenbogenflagge durch oberste Bundesbehörden weder durch das Bundesministerium des Innern noch durch die Bundesregierung.

Selbstverständlich teile auch die Stadt Hückelhoven die Auffassung, dass Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht hingenommen und bekämpft werden muss. Im Plenum entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Bürgermeister Bernd Jansen warnte vor einer inflationären Nutzung der Beflaggung und führte an, dass dann auch etwa der TuS Jahn Hilfarth, in dem zehn Prozent der Hilfarther Mitglied seien, zum 100-jährigen Jubiläum ebenfalls einen Antrag auf Beflaggung stellen könnte. SPD-Fraktionschef Jörg Leseberg zeigte sich daraufhin irritiert, „dass zehn Prozent der Weltbevölkerung, die nachweislich unter Diskriminierung leiden, mit einem Karnickelzüchterverein verglichen werden“.

(mwi)