Podiumsdiskussion zur Energiewende mit Schülern des Gymnasiums Hückelhoven

Podiumsdiskussion im Gymnasium Hückelhoven : Jugendliche diskutieren Energiewende

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hückelhoven stellten Ergebnisse ihres Projekttages zur Energiewende vor. Mit Energieexperten und Bürgermeister Bernd Jansen diskutierten sie anschließend.

Die Energiewende mal ganz praktisch, mal ganz vor Ort, und das generationenübergreifend – im Rahmen einer Multivisons-Veranstaltung leistete die Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums Hückelhoven einen Umwelt-Projekttag zum Thema „Energiewende“, an dem rund 120 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Ihr Ziel: gemeinsam Lösungswege für die Energiewende vor Ort suchen. Deren Fragen stellten sich zur abschließenden Podiumsdiskussion Bürgermeister Bernd Jansen, Frank Kindervatter und Fabian Brücher von den Versorgungsunternehmen NEW (Niederrheinische Energie- und Wasserversorgung), Mönchengladbach, und von der WEP (Wärme, Energie, Prozesstechnik), Hückelhoven.

Und dass die 16- bis17-jährigen Jugendlichen im Thema, das ihre Zukunft betrifft, drin waren, zeigte sich und kam vor allem nicht von ungefähr: Weltumspannend setzt die gleichaltrige Schwedin Greta Thunberg, die gerade in Madrid begeistert empfangen wurde, nicht nur ihre Altersgenossen in Bewegung. Am Projekttag im Gymnasium wurden zunächst in Blöcken und Arbeitsgruppen jeweils Teilaspekte in Filmen, Schaubildern und Wortbeiträgen bearbeitet. Geleitet wurde durch den ganzen Tag von den Moderatoren Reenie Vietheen und Max Menkenhagen vom gemeinnützigen Verein „Die Multivision – Mit Bildern Werte vermitteln“ mit dem Gymnasial-Lehrer Ulli Schreiber.

Angeregt hatte den Projekttag Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen, der mit Fabian Brücher von der Wärme-, Energie-Prozesstechnik, WEP, und Frank Kindervatter von der NEW, dem Niederrhein-Unternehmen für Elektrizitäts- und Wasserversorgung sowie Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), auf Augenhöhe debattierte.

In den Fokus nahmen die jungen Leute, gut informiert und rhetorisch beschlagen, das Tempo der Wende in der Elektrizitätsproduktion, die Batteriespeichertechnik, die Elektromobilität und den Ausbau des ÖPNV. Wobei durchaus gesehen wurde, dass die Entsorgung, vor allem der Großspeicher für die Fahrzeuge, ausgesprochen problematisch und eine Versorgung mit Ladestationen äußerst unzureichend ist.

Aufgabe der Podiumsteilnehmer war vor allem die Erläuterung, warum die Energiewende notwendig ist und Werbung um Geduld für die notwendigen technischen, administrativen und infrastrukturellen Prozesse der Umsetzung, die als Ziel von niemandem bestritten wurde.

Vor allem Bürgermeister Bernd Jansen stellte die sozialen Aspekte des Kohleausstiegs heraus, bei dem immerhin mindestens 50.000 Arbeitsplätze zu ersetzen sein werden. Er erinnerte an den Steinkohlestrukturwandel in Hückelhoven selbst seit dem Stilllegungsbeschluss für die Zeche Sophia-Jacoba im Jahr 1991 für 1997. Die touristische Nutzung der Millicher Abraumhalde, so reagierte Bernd Jansen auf eine Schüleranmerkung, mit ihren Hunderttausenden von Lichtern zum Haldenzauber, rechtfertige diese als Teil des Strukturwandels.