Erkelenz: Pepperonis "voll cool" im Todesrad

Erkelenz : Pepperonis "voll cool" im Todesrad

Vom jüngsten Artistentraining des Circus Pepperoni berichtet die Lehrerin Bianca Schiff - direkt aus der Flic-Flac-Manege.

Adrenalin pur! Der Puls rast. Was habe ich mir dabei bloß gedacht? Statt meinen freien Tag mit einem Buch und reichlich Schokolade zu verbringen, stehe ich im Dämmerlicht des riesigen Flic-Flac-Zelts am Nordpark in Mönchengladbach und habe Angst. Draußen heult der Wind und zerrt an den Planen, heftiger Regen liefert einen gespenstischen Soundtrack. Ein Blick auf die Ränge genügt: 15 Augenpaare fixieren mich gebannt. Wird sie kneifen?

Ich fürchte, ich habe keine Wahl und schaue mir meinen "Gegner" sehr genau an: 13 Meter kalte Metallkonstruktion vom Boden bis zum höchsten Punkt - ein im Moment noch bewegungsloser Koloss, der meine Höhenangst herausfordert: das Todesrad! Zwei rhönrad-ähnliche Konstruktionen, verbunden durch Metallstreben, werden so im Raum befestigt, dass das gesamte Gerät allein durch zwei Menschen bewegt wird, die in den Rädern vorwärtsgehen. Einer dieser Menschen bin jetzt ich. Lässig wartet ein Mitglied der kolumbianischen Artistentruppe Adrenalin Crew in seinem Teil des Rades darauf, dass ich angegurtet werde. Dass ich mich an den Seilen festhalten kann, verstehe ich gerade noch - wann ich umgreifen soll, habe ich sofort vergessen. "Und immer schön vorwärtsgehen" höre ich noch - da geht es auch schon los. Ich schwebe durch das Zelt. Das Rad bewegt sich geschmeidig unter mir, die Höhenangst ist wie weggeblasen, und für einen kurzen Moment bekomme ich eine Ahnung davon, wie das sein muss als Artist: Die Welt liegt einem zu Füßen, während das Adrenalin für einen Höhenflug der Gefühle sorgt. Unbeschreiblich!

Nicolai, Trapezartist des Circus Flic Flac, hilft mir aus dem Klettergurt - und dem nächsten Nachwuchsartisten hinein. Barbara Rott, Pressesprecherin des Unternehmens, hat die jungen Artisten des Circus Pepperoni im Gymnasium Hückelhoven zu einem Training im Todesrad eingeladen. Schulleiter Arnold Krekelberg war erst skeptisch, doch er ließ sich glücklicherweise überzeugen, denn bei Flic Flac ist die Sicherheit der jungen Artisten das höchste Gebot.

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15 Kinder und Jugendliche haben sich getraut - und es nicht bereut. "Es war voll cool", erklärt Patrice Joachims, als er unter Applaus seiner Artistenfamilie aus dem Todesrad steigt. "Erst wollte ich nur zuschauen, aber als es dann los ging, war es echt spaßig!" Auch Linnéa Jakobs hatte sich vorgenommen, nur zuzuschauen, doch dann siegte die Neugier: "Es war super toll. Aber es war auch nicht so leicht, in der richtigen Geschwindigkeit zu gehen."

In welchem Tempo das Rad normalerweise bewegt wird, präsentieren die Profis am Ende des Trainings: Zu viert bewegen sie sich katzengleich am und im Todesrad, das sich so schnell dreht, dass der Fahrtwind in den Haaren der jungen Zuschauer spielt. Begeistert applaudieren die Pepperonis am Ende der privaten Vorstellung und würden am liebsten noch einmal ins Rad.

Der Nachmittag bei Flic Flac geht viel zu schnell vorbei. Auf das Foto mit der Adrenalin Crew wollen natürlich alle Pepperonis - und auch der Blick hinter die Kulissen ist eine spannende Sache. Geduldig beantworten Barbara Rott und Techniker Julian die Fragen der Pepperonis: Dass in einer einzigen Show so viel Strom verbraucht wird wie in einem Einfamilienhaus in einer Woche, beeindruckt unseren jungen Techniker Louis Kuss sehr, und von den Feuerfontänen, die zu Beginn der Show am Rand der Bühne ausgelöst werden, sind alle Pepperonis fasziniert. Als wir uns schweren Herzens verabschieden, kommt die Frage, auf die ich die ganze Zeit gewartet habe: "Frau Schiff, können wir in unserem Zirkus nicht auch ein Todesrad haben?"

Das Todesrad und viele weitere spektakuläre Acts sind bei Flic Flac in der "Farblos"-Tour bis zum 13. Mai in Mönchengladbach zu sehen (Tickets ab 24 ™; www.flicflac.de).

(RP)
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