Neujahrskonzert 2020 in Hückelhoven mit der Neuen Philharmonie Frankfurt

Neujahrskonzert in der Aula : „Frau Luna“ wünscht Hückelhoven „Prosit Neujahr“

Traditionell wird in der Hückelhovener Aula das Jahr musikalisch mit dem Neujahrskonzert begrüßt. Die Neue Philharmonie Frankfurt und Solisten sorgten erneut für prächtige Stimmung, als Zugabe erklang der Radetzkymarsch.

Auch nach der Zugabe „Lippen schweigen“ aus Franz Léhars Operette „Die lustige Witwe“ schwiegen die Lippen nicht: Bravo-Rufe kamen von vielen der gut 1500 Lippen in der Hückelhovener Aula beim Neujahrskonzert von Stadt und Volkshochschule, die anderen formulierten „Zugabe“. Und die gewährte die „Neue Philharmonie Frankfurt“ gestern zum vierten Mal in Folge in Form des „Radetzkymarschs“. Und das war nicht die einzige Reminiszenz an die großen Kollegen von den Wiener Philharmonikern am jeweiligen 1. Januar: Das Orchester wünschte mit Dirigent Jens Troester ein verbales „Prosit Neujahr!“.

Prächtige Stimmung im seit langem ausverkauften Haus mit einem glänzend gespielten und unterhaltsamen Programm, das allein fünf Stücke von Johann Strauss (Sohn) und unter anderen Friedrich Holländer und Paul Lincke enthielt. Und Linckes Operette „Frau Luna“ war denn auch der Titel des 24. Neujahrskonzerts in Folge in der klangschönen Aula entlehnt, die quasi als Gesamt-Instrument Töne veredelt.

Die Neue Philharmonie hat sich in den knapp zwei Jahrzehnten ihrer Existenz einen guten Namen nicht nur in Deutschland gemacht, holt immer wieder Gastmusiker, Sängerinnen und Sänger dazu, die ihren eigenen Qualitätsstandard unter Beweis stellen. So auch am Sonntag mit der in London geborenen Sopranistin Ania Vegry und dem stimmgewaltigen Tenor Milen Bozhkov, der in Bulgarien geboren wurde, wie seine Kollegin seine musikalische Ausbildung großenteils in Deutschland erfahren hat. Beide zeigten mit Arien aus Giacomo Puccinis „La Boheme“, dass sie zum Spitzennachwuchs gehören, wobei Milen Bozhkov vor allem bei „Che gelida manina“ seine Eignung für die italienische Oper bin in die größten Höhen belegte.

Mit gleich sechs Stücken aus George Bizets Oper „Carmen“ legte das Orchester ein auch rhythmisch profiliertes Element in die Halle, überraschend kam Jens Troesters Information, dass Carmen die meistgespielte Oper aller Zeiten ist, die darüber hinaus die höchste „Hit-Dichte“ hat, indem eine Reihe von Liedern von Einzelinterpreten gesungen und gespielt werden, und die zahlreichen Werbespots unterlegt sind.

Eine eher lyrische Version legte Ania Vegry von Friedrich Hollaenders „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ hin, deren Vamp-Variante Marlene Dietrich als Lola unsterblich gemacht hat.

Nach dem „Einzugsmarsch“ aus Johann Strauss‘ „Zigeunerbaron“ wurde eine unangekündigte Pause eingelegt, da bei einem Besucher der Herzschrittmacher versagt hatte. Nach Ersthilfe der Stadt- und VHS-Mitarbeiter wie der Feuerwehr, Jens Troester und einem Hückelhovener Arzt versorgte die Rettungsärztin mit ihrem Team den Herrn, für den keine Lebensgefahr bestanden hatte. Auch von daher führten die Musiker dann ein frisches und stimmungsvolles Programm entspannt zu Ende.