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Neuer Thriller „Zwei Hurensöhne“ von Helmut Wichlatz

Hückelhovener Krimi : Thriller um den Bergmann Joker

Der Erkelenzer Autor Helmut Wichlatz hat eine neue Geschichte verfasst, deren Protagonisten in Hückelhoven leben. Eine Fortsetzung der Kurzgeschichte „Jokers großes Spiel“.

Begonnen hat es mit einer kriminellen Kurzgeschichte. Für das VHS-Buchprojekt „Tödlicher Selfkant“ verfasste Helmut Wichlatz „Jokers großes Spiel“, die Geschichte eines Verlierers, der in Hückelhoven nicht nur den Boden unter den Füßen verliert, sondern immer mehr in einen kriminellen Sog mit Drogen, Prostitution und Totschlag hineingerät. Diese Geschichte endet fast zwangsläufig mit Jokers Flucht aus Hückelhoven, was Wichlatz zu einer Folgegeschichte veranlasste, die als „Jokers Rückkehr“ im „Mörderischen Selfkant“ ihren Abdruck fand.

„Da habe ich erkannt, welches Potenzial in diesem Stoff steckt“, meint der 55-Jährige aus Erkelenz, „und mir überlegt, diese Geschichte als Roman weiterzuführen.“ Der ehemalige Bergmann Joker und sein türkischstämmiger Widersacher Askim sind derart in ihren kriminellen Machenschaften verwurzelt, dass sie zwangsläufig immer wieder aufeinander prallen in einer Welt, in der der Normalbürger nicht zu Hause ist. Schwere Verbrechen begleiten sie auf dem Weg, der sie wohl irgendwann einmal unweigerlich in den Tod führen wird; und die gegenseitige Beleidigung „Hurensohn“ führt fast schon zwangsläufig zum treffenden und zugleich provozierenden Titel des Thrillers „Zwei Hurensöhne – Die Geschichte vom Joker und Askim“.

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Wichlatz, der als Autor, Journalist und Mitarbeiter der Lebenshilfe viel in der Region herumkommt, hat mehrere Kurzgeschichten in diversen Anthologien und den Kriminalroman „Mordsclique“ verfasst. Sein neuer Roman hat mit der „Mordsclique“ nur eine Gemeinsamkeit: den Kommissar Becker aus Erkelenz, der allerdings in der neuen Geschichtet total überfordert ist. Er kommt ebenso schlecht weg wie die beiden Protagonisten Joker und Askim. „Es gibt eigentlich nur eine sympathische Figur. Das ist die des Kioskbesitzers Ali, dessen türkische Großeltern in die damalige Zechenstadt kamen, der hier aufwuchs und dessen größter Wunsch es ist, dass ihn die Passanten freundlich grüßen, wenn er den Bordstein vor seinem Kiosk fegt.

Damit hat es sich auch schon mit der heilen, bürgerlichen Welt. Joker, der als ehemaliger Kumpel der Zeche Sophia-Jacoba zu denen gehört, die nach der Zechenschließung nicht auf die Füße kamen, und Askim, der meint, als Chef einer kriminellen Bande Karriere zu machen, haben nur ein Ziel, bei dem sie sich immer wieder in die Quere kommen: Sie wollen das schnelle Geld, nicht immer legal, nicht immer zimperlich. Sie sind brutal und rücksichtslos und räumen alle aus dem Weg, die sich ihnen entgegenstellen. „Es sind zwei durch und durch verlotterte Typen.“ Sie hassen sich und wollen den Tod des anderen. Insofern passt auch der Buchumschlag exakt zum Titel und zum Inhalt: Der Leser blickt in einen Revolverlauf.

„Das Buch ist knallhart, brutal, aber auch gradlinig wie eine Kugel, die aus einem Revolverlauf fliegt“, sagt Wichlatz. Die Sprache müsse dem Thema angepasst sein, meint er, auch wenn sie bisweilen in ihrer Ausdrucksweise verstört. „Ich will den Leser an die Grenze bringen. An die Grenze der Vorstellungskraft und an die der Sprache.“