Netzwerktreffen der Heimat- und Geschichtsvereine Rur-Schwalm-Nette an Schacht 3

Im Besucherbergwerk Hückelhoven : Beim Netzwerk-Treff das Typische für Hückelhoven herausgestellt

Neun Heimat- und Geschichtsvereine dies- und jenseits der Grenze trafen sich in Hückelhoven im Besucherbergwerk Schacht 3.

Bergbau und viel Industrie-Arbeit waren einmal typisch für den Niederrhein, typisch auch für Hückelhoven – typisch für die heutige Zeit sind (Inter-)Netzwerke. Beide fanden nun im Industriedenkmal Schacht 3 der ehemaligen Hückelhovener Steinkohlenzeche Sophia-Jacoba sehr persönlich zusammen: 25 Mitglieder der Vorstände von neun Heimat- und Geschichtsvereinen vom Niederrhein, die im Netzwerk Rur-Schwalm-Nette (RSN) beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze verbunden sind, die sich zweimal jährlich zum analogen Austausch an wechselnden Lokalitäten treffen.

Netzwerk-Moderator Leo Gerigk aus Niederkrüchten begrüßte die Ehrenamtler der Vereine/Vereniginge, die sich als zu einem Raum gehörend begreifen aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit in den Herzogtümern Jülich und Geldern, aber auch der (fast) grenzen-losen Gegenwart. Ausrichter des Treffs im Bergbaudenkmal war der Arbeitskreis (AK) Hückelhoven im Heimatverein der Erkelenzer Lande am südlichsten geografischen Punkt des Netzwerks, das im Norden bis Kaldenkirchen/Tegelen reicht.

Dem Netzwerk Rur-Schwalm-Niers (RSN) gehören der Heimatverein Beeck mit dem Kulturförderkreis Opus 512 Beeck, der Heimatverein der Erkelenzer Lande, der Bürgerverein Kaldenkirchen, die Heemkundevereniging Maas- en Swalmdal, Milieu- en Heemkunde Vereniging Swalmen, Heemkundige Kring Tegelen, Verein für Heimatpflege Viersen, der Heimatverein Wassenberg und der Historische Verein Wegberg an.

AK-Hückelhoven-Leiter Willi Spichartz skizzierte die besondere Position Hückelhovens in der Region, das keine gewachsene Stadt, sondern eine durch Industrie-Arbeit im 20. Jahrhundert entstandene Kommune ist, deren namensgebendes Zentrum vor 100 Jahren eines der kleinsten Teile der heutigen Mittelstadt war. Der zeitweise stürmische Einwohnerzugewinn ab den 1920-er Jahren sei in erster Linie durch Zuwanderung von Bergarbeitern und ihren Familien aus dem Ruhrgebiet generiert mit dem Spezialeffekt, dass der örtliche Dialekt, „Plattdeutsch“, vom Ruhrpöttisch-Westfälischen überlagert, gar verdrängt worden ist. Hückelhoven ist nach Darstellung des AK-Leiters heute Museumszentrum in der Region mit dem Schacht 3, dem Mineralien- und Bergbaumuseum, Korbmachermuseum und dem Opel-Oldtimermuseum – und deren Merkmal sei, dass sie aus eigenen Ideen und Eigenarbeit errichtet worden sind und betrieben werden.

Wie Arbeit und Funktion im modernsten Steinkohlenbergwerk der Welt aussahen, führte Schacht-3-Vorsitzender Detlef Stab in den Museumsanlagen, Maschinenhaus, Schachthalle und Stollen vor. Die Besucher erfuhren von der trotz des hohen Mechanisierungsgrads schweren Arbeit unter Tage, die ihre Qualität und Effizienz auch in der eigenen Ausbildungsabteilung erarbeitete. Bei Kaffee und Kuchen legte der Erkelenzer Vorsitzende Günther Merkens beim Film über Erkelenz im Jahr 1550 die Pläne für die 100-Jahr-Feier seines Vereins 2020 dar, in dessen Rahmen auch das nächste Netzwerk-Treffen stattfinden wird.

(RP)