Närrische Sitzungen bei den Frauengemeinschaften Baal, Brachelen und Hückelhoven.

Frauensitzung in Baal, Brachelen und St. Lambertus : Ufos, Antje Pikantje und ein Mini-Mädchen

Närrische Sitzungen bei den Frauengemeinschaften Baal, Brachelen und Hückelhoven. Hedwig Coenen wieder auf der Bühne.

Veränderungen durch Yoga: Bei der Sitzung im voll besetzten Lambertus-Jugendheim verriet Andrea Fischer in ihrer Rolle als Rita Bitterschieß, was mit ihr passiert, seit sie sich den Anhängern der geistigen und körperlichen Übungen, von ihr „Yoguretten“ genannt, angeschlossen hat. Mit reichlich Körpereinsatz demonstrierte sie zudem, was unter anthroposophischer Bewegungskunst zu verstehen ist. Sitzungspräsidentin Marianne Gasser und die Damen aus dem Elferrat der katholischen Frauengemeinschaft präsentierten ein abwechslungsreiches Programm mit vielen lustigen Sketchen, Liedern und Vorträgen. Hannchen (Hannelore Consoir) und Lenchen alias Marlene Jansen sinnierten über Ernährungsberatung, Mallorca-Urlaub, heimliche Tagebuch-Einträge und ein UFO, das bei Lenchen auf der Couch liegt – ein unglaublich faules Objekt. Als Weihbischof wurde Gerda Boisten von Marita Bürger, Margret Wolters, Marlies Küppers und Renate Gutowski besungen. Zu den Klängen von Reinhard Meys „Über den Wolken“ zogen die Stewardessen Eva Zoch und Manuela Backes auf die Bühne, um lustige Anekdoten aus ihrem Berufsleben auszuplaudern. Margret Wolters und Gerda Boisten hatten ein Problem: Die Schreibmaschine musste in die Reparatur, weil das F immer hängen blieb. Ein Staubsauger-Tanz, Judith Bürgers Büttenrede in ihrer Paraderolle als Frau Pohlmann, griechische Sirtaki-Klänge sowie ein Besuch bei der Wahrsagerin (Gerda Boisten) sorgten für viel Gelächter.
Ihre fantasievollen Kostüme mit den rot-gelben Perücken sollten Feuer symbolisieren. „Wir wollen den Brachelenern heute so richtig einheizen, es wird heiß“, verkündete Rebecca Koziessa. Mit Andrea Backes führte sie durch das bunte Programm bei der verrückten Karnevalssause im Festzelt auf dem Kirmesplatz. Schon der Vorverkauf hatte die feurigen Damen ganz schön stolz gemacht: Nach 20 Minuten gab es keine Karten mehr für die stimmungsvolle Veranstaltung der Karnevalsgruppe „Alles doreen“, die vor sieben Jahren die Organisation des „Hausfrauennachmittags“ von der Brachelener Frauengemeinschaft übernahm. Als Oma Lenchen hatte Hedwig Coenen viel aus den vergangenen 98 Jahren zu berichten. Später kam sie noch einmal auf die Bühne – als Et fussich Julche Marita Köllner stimmte sie viele bekannte Hits des jecken Urgesteins an.

Als Feuerwehrfrauen hatten die Porselener Schlusslichter die Notrufnummer 112 auf ihren knallroten Haarbändern vermerkt. Als „Antje Pikantje“ aus den benachbarten Niederlanden trat Caroline Palmen auf. Grazile Herren aus dem Brachelener Männerballett „Die Bachstelzen“ sowie aus dem Ruricher Männerballett „Dreamdänzers“ sorgten ebenso für Begeisterung wie Stimmungssänger Dominik Brack. So hatte Kappehäuer-Prinzessin Carina Roß ihren Kevin wohl noch nie erlebt: Der Narrenregent musste in Skifahrer-Montur singen.
Mit ihrer Büttenrede als geplagte Ehefrau sorgte Sitzungspräsidentin Sibille Grates für einen fulminanten Auftakt der Karnevalssitzung der katholischen Frauengemeinschaft Baal. Im ausverkauften Pfarrheim erklärte sie, warum Frauen immer so viel reden: „Wir müssen den Männern alles zwei Mal sagen.“ Warum sie so gerne Karneval feiert? „Weil ich es zu Hause nicht einfach habe.“ Eine Kur gegen Appetitlosigkeit und Gurkenmasken, die zu einem besseren Aussehen verhelfen sollen, wurden ebenfalls von ihr thematisiert. Zum Vorstellungsgespräch wurde Muttersöhnchen Arnolein (Gabi Müller) von seiner Mutter (Walli Windges) begleitet. Der junge Mann bekam die Stelle aber nur unter Vorbehalt – der Firmenchef (Roswitha Heyer) musste sich erst bei seiner Mutter telefonisch vergewissern, ehe er eine Personalentscheidung treffen durfte.

Die großartige Hedwig Coenen aus Brachelen in ihrer Rolle als  „Oma Lehnchen“ (98) durfte auch dieses Jahr nicht fehlen. Foto: Ruth Klapproth
Beste Stimmuzgn herrschte bei der Karnvalssitzung der Baaler Frauengemeinschaft – auch bei den Aktiven auf der Bühne. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Als Polenmädchen Petronella berichtete Odilia Stenzel von ihren 20 Geschwistern, Bärbel Knur und Marita Bohmer halfen kurz vor der Auktion einem kranken Ferkel (Gabi Müller) auf die Sprünge und verpassten dem Tier sogar die letzte Ölung. Barbara Kerime begeisterte als Christel von der Post, von einer kleinen Verwechslung handelte das Zusammentreffen des geschäftstüchtigen Fotografen (Bärbel Knur) und Kundin Gabi Müller. Als Shopping Queen hatte Walli Windges viel erlebt. Monika Erdmann sorgte für einen kleinen Hauch von Orient mit ihrer Bauchtanz-Einlage, als „Mini-Mädchen“ sprach sich Bärbel Knur für die Vorzüge der kurzen Rockmode aus. Als Stimmungssängerin Et fussich Julche Marita Köllner tritt Hedwig Coenen aus Brachelen schon seit Jahren bei der Baaler Frauengemeinschaft auf. Zum gemeinsamen Schlusslied versammelten sich alle Aktiven noch einmal auf der Bühne des Pfarrsaals.