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Mutmacher in der Pandemie: Eine Impfbanane für Hückelhoven

Mutmacher in der Pandemie : Eine Impfbanane für Hückelhoven

Der Künstler Thomas Baumgärtel hat sein Kunstwerk auf eine Platte am Evangelischen Altenzentrum gesprüht. Es ist auch eine Anerkennung.

Die Banane ist sein Markenzeichen. Seit mehr als 35 Jahren der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel, der auch als „Bananensprayer“ bekannt ist, unterwegs, um die Banane in unterschiedlichen Variationen zu zeigen. Während der Pandemie ist eine neue Variante entstanden – die Impfbanane. Die sieht, wie der Name vermuten lässt, etwas anders aus als das Original. Die Frucht ist mit Coronaviren befallen und erhält eine Impfung.

Seit etwa drei Monaten ist der gebürtige Rheinberger mit dieser Impfbanane in ganz Deutschland unterwegs und sprüht sie an Gebäude, wo Menschen mit dazu beitragen, dass das Land, die Gesellschaft gut durch die Pandemie kommt. Dazu zählen Impfzentren, aber auch Senioreneinrichtungen, wo schließlich als erstes die Bewohner gegen das Virus geimpft wurden. So hat Baumgärtel einen vollen Terminkalender, fährt an einem Tag teilweise zu drei Terminen, um dort zu sprayen. Er habe immer für die Kunstfreiheit gekämpft. „Das Impfen bringt uns jetzt schnell zu dieser Freiheit zurück“, sagt er.

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Das Evangelische Altenzentrum in Hückelhoven ist auf den Kölner zugekommen und hat ihn gebeten, sich auch bei ihnen zu verewigen. Der Bitte kommt Baumgärtel natürlich gerne nach. Auf der vorbereiteten Platte legt er in drei Arbeitsschritten die jeweiligen Schablonen an und sprüht die verschiedenen Farben auf. In den Pausen, in denen die Farbe trocknen muss, redet er mit den anwesenden Senioren, die seine Arbeit kritisch beäugen. Eigentlich sei auch musikalische Unterstützung geplant gewesen, doch wegen des angekündigten Regens war das Programm auf Sekt und Häppchen reduziert worden, sagt Ute Ossa-Kühnel vom Sozialen Dienst. Im Evangelischen Altenzentrum, so betont sie, seien 90 Prozent der Bewohner und 85 Prozent des Personals geimpft.

Der medizinische Sektor ist dem „Bananensprayer“ nicht vollkommen fremd. Bevor er sich ganz der Kunst widmete, arbeitete er zwei Jahre in einem Krankenhaus in der Pflege. Seine Eindrücke hat der 61-Jährige auch in seiner Kunst verarbeitet. Und die, sagt er, könne auch ein bisschen Medizin sein.