Hückelhoven: Mit Lust an Gesang und Schabernack

Hückelhoven : Mit Lust an Gesang und Schabernack

Die 12 Tenöre rissen das Publikum in der - zum dritten Mal ausverkauften - Hückelhovener Aula mit ihrer Show erneut zu Begeisterungsstürmen hin. Kultur Pur plant schon eine Neuauflage in zwei Jahren.

Nur mit einem Lied waren die 750 in der ausverkauften Hückelhovener Aula - eigentlich - nicht einverstanden: "It's time to say goodbye!" Man wollte noch nicht goodbye sagen. Es war die letzte Zugabe nach netto zweieinviertel Stunden Konzert der 12 Tenöre, wobei der Fußboden der Aula unter mehreren "Raketen" der Zuhörer und Mitmacher dröhnte - mehr als "22 Welthits - eine Show" aus Pop, Oper, Rock waren vorbei. Die Neuauflage soll es am 27. November 2016 geben.

Es war der dritte ausverkaufte Auftritt des Dutzends Herren in der hohen Stimmlage in der Hückelhovener Aula unter Verpflichtung des einheimischen Unternehmens "Kultur Pur", und dass die vierte Auflage 2016 ausverkauft sein wird, dazu muss man kein Seher sein. Nach Schluss des Konzerts am Sonntag konnte man sich schon in die Liste für die Nummer Vier eintragen.

Je mehr Tenöre auf der Bühne, umso besser - das Prinzip verfolgen die Macher der Show nach dem Ur-Modell mehrerer Solo-Sänger der gleichen Stimmlage, Luciano Pavarotti, Placido Domingo und José Carreras, und diversen anderen Zahl-Tenören nicht. Die Show ist schlank und darum wirksam - Klassik, Pop und Rock werden gemixt, alle zwölf kommen zu ihrem Recht, in manchen Stücken singen mehrere die Führungsstimmen im Wechsel. Los ging's mit der rasanten "O Fortuna" aus Carl Orffs "Carmina Burana", der die "Veronika, der Lenz ist da" von den Comedian Harmonists folgte, um in ein besonderes Arrangement von Tom Jones' "Delilah" überzugehen, nämlich in einen Walzer. Zu dem nach kurzer Aufforderung des Moderatoren-Tenors, des mollig-fulminanten Franken Alexander Herzog, in bester Stimmung geschunkelt wurde.

Der Moderator sorgte häufiger für Raketen, beispielsweise mit "unsere Auftritte in Hückelhoven sind die allerbesten" und "in Hückelhoven leben die schönsten Frauen in Europa", da trampelten und klatschten auch die Erkelenzer und Heinsberger im Publikum mit. Und wurden belohnt mit "Dein ist mein ganzes Herz". Medleys von Michael Jackson und aus James-Bond-Filmen, "Good Vibration" von den Beach Boys, wie alles Dargebotene mit prägnanten Choreografien und effektvoller Lichtshow, begleitet von einer starken dreiköpfigen Band und perfekt einstudiert, ohne jemals synthetisch zu wirken - damit erwarb das Ensemble die Jubelstürme in der Aula. Und mit der spürbaren Lust am Gesang und am Schabernack, die immer rüberkam, nicht nur beim Wonneproppen Alexander Herzog.

Richtig Bock hatte man auf "We will rock you" und fühlte sich wie "We are the champions" von Queen, bei dem die Aula dröhnte, da war "It's time to say goodbye" das richtige Mittel, um zum Schluss vom totalen Hype runterzukommen. Auf den man vorher auch mit "Nessun dorma", "Keiner schlafe", von Giacomo Puccini hochgefahren war. Deutlich hörbar war, dass etlichen unter den 750 die Zeit bis zum 27. November 2016 - eigentlich - zu lang ist.

(isp)
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