Männerballett-Turnier in Rurich: Sieger "Lot de Jung in Ruh" aus Gangelt

Premiere bei den „Rurblümchen“ in Rurich : Männerballett-Gruppen im Wettstreit

Bei der Premiere des Männerballett-Wettbewerbs in Rurich begeisterten die lebensfrohen Vorführungen der acht Gruppen. Sieger wurde die Gangelter Gruppe „Lot de Jung in Ruh“.

Der Bürgersaal in Rurich ist gut gefüllt mit feiernden Menschen, darunter überwiegend weibliches Publikum. Zum ersten Mal richtet der Ruricher Karnevalsverein Rurblümchen 1949 ein Männerballett-Turnier aus. Neun Gruppen hatten sich für den Wettbewerb angemeldet. Die „Horny Hornets“ aus Stahe-Niederbusch / Hohenbusch mussten kurzfristig absagen, so stellen sich acht Gruppen mit ihrem Tanz der Jury. Rurichs eigene Männerballettgruppe, die „Dreemdänzer“, hatte das Turnier angeregt.

„Wir haben einen Aufruf bei facebook gestartet und auch Männerballetts angeschrieben“, erklärt Organisator Uwe Sentis. Vorgaben an die Tanzgruppen machte der Veranstalter nicht, sie tanzen alle ihren aktuellen Karnevalstanz. Die Ruricher „Dreemdänzer“ starten als Gastgeber in den Abend. Das Männerballett nimmt nicht an der Wertung teil und steht somit außer Konkurrenz. Begeistert wird es vom Publikum begrüßt und gefeiert. Ein gelungener Auftakt für diese und sicherlich folgende Veranstaltungen. Freie Sicht auf die Bühne haben neben den Damen in den ersten Reihen die fünf Juroren, die seitlich auf einer gebauten Erhöhung stehen und dort das Geschehen verfolgen. Sie geben bis zu zehn Punkte in verschiedenen Kategorien. Nicht nur die Choreographie ist ausschlaggebend, auch die Musik und Präsentation werden bewertet. Die Jury beurteilt die Wahl des Themas und die Kreativität der Zusammenstellung ebenso wie die Kostüme, die Schritt- und Bewegungsvielfalt und die Ausführung der Tänze.

Das Komitee setzt sich zusammen aus einem Ruricher Juror für Tanzturniere, zwei Mitgliedern eines Männerballetts, die eine Anzahl an Jahren Tanzerfahrung mitbringen, und zwei Trainerinnen von Männerballettgruppen. „Alle fünf Juroren bewerten die Tänze. Die beste und die schlechteste Bewertung wird herausgenommen, um eine ordentliche durchschnittliche Bewertung zu erhalten“, erklärt Uwe Sentis vom Ruricher Karnevalsverein.

Mit dem Thema „Nachts im Museum“ ziehen die „Seitenspringer“ aus Lövenich ein. Als Ägyptische Pharaonen mit Umhängen, goldenen Armreifen und Kopfbedeckung durchschreiten die Tänzer den Saal. Zwei Museumswärter in Uniform sind mit von der Partie. Steinzeitmenschen mit wuscheligem Haar und Bart, mit Fellen und Knochen behangen, hüpfen wild auf die Bühne. Zu acht Songs tanzen sie unterschiedliche Figuren, lassen die Wärter durch die Luft fliegen und bilden gemeinsam Pyramiden. Zur Schlusssequenz erscheint sogar ein Dinosaurier. Anschwellender Applaus belohnt die Tänzer, die von der Jury auf den vierten Platz gewählt werden. Doch die Platzierung ist nicht der Grund zur Teilnahme am Wettbewerb. „Hauptsache, der Spaß steht im Vordergrund,“ beschreibt Hubert, der im Lövenicher Männerballett tanzt, die Motivation der Gruppe. „Gewinnen ist natürlich immer schön, steht aber nicht im Vordergrund.“ Bereits im elften Jahr tanzt die Männerballettgruppe „Seitenspringer“. Fast das ganze Jahr hindurch wird einmal pro Woche trainiert. Heidi aus Lövenich ist seit elf Jahren Trainerin der Gruppe. „In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal eine Co-Trainerin Samy aus Geilenkirchen dabei, nachdem ich die Gruppe zehn Jahre allein trainiert habe“, erzählt sie. „Es ist ein tolles Team. Das Schönste daran ist der Zusammenhalt, jeder mag jeden“. Die Tanzgruppe besteht aus zwölf Mitgliedern, an diesem Abend können aber nur neun Tänzer mitwirken. Mit einer Ursprungsbesetzung von 19 Männern startete das Ballett vor elf Jahren. Mit dem zweiten Tanz seit der Gründung belegten „Die Seitenspringer“ beim Männerballettturnier in Jülich gleich den ersten Platz, im ersten Jahr waren sie bereits auf den vierten Platz gekommen. Hubert ist von Anfang an dabei und sozusagen Gründungsmitlied. „Es macht einfach großen Spaß“, beschreibt Hubert. „Die Gemeinschaft ist toll, man freut sich schon darauf, abends dorthin zu gehen, um ein bisschen zu klönen und Quatsch zu machen. Solange die Knochen noch mitmachen, bleibe ich dabei.“