Lebenshilfe Heinsberg eröffnet integrative Kindertagesstätte in Hückelhoven-Ratheim am Diebsweg

Integrative Kita in Ratheim eröffnet : Miteinander mit und ohne Handicap

Die neue inklusive Kindertagesstätte der Lebenshilfe Heinsberg am Ratheimer Diebsweg wurde eröffnet.

Von der provisorischen Unterkunft in der Grundschule Im Weidengrund zu eigenen Räumen in direkter Nachbarschaft: Die Lebenshilfe Heinsberg hat am Diebsweg in Ratheim ihre neue inklusive Kindertagesstätte für 60 Mädchen und Jungen mit oder ohne Handicap eröffnet.

„Ich kenn‘ ein Haus, da gibt‘s ein Fest“ sangen die Steppkes, als sie bei ihrem großen Frühlingsfest zahlreiche Gäste begrüßten, die mit ihnen den herbeigesehnten Umzug feierten. Einrichtungsleiterin Birgit Roye und Michéle de Greef, die als leitende Kraft vor Ort und Koordinatorin im Einsatz ist, sowie das 14-köpfige Team freuten sich über die kindgerechte Drei-Gruppen-Einrichtung, die 800 Quadratmeter groß ist. Die Gesamtfläche beträgt 5741 Quadratmeter, das Spielgelände umfasst 1130 Quadratmeter.

Drei 60-Quadratmeter-Gruppenräume mit eigenen Nebenräumen bieten jeweils 20 Kindern Platz. Sie verfügen über Außenterrassen sowie Außenspielflächen mit direktem Anschluss an das Spielgelände. Das großzügig gestaltete Foyer dient als Spiel- und Kommunikationsfläche, die angrenzende Mehrzweckhalle ist 56 Quadratmeter groß. Therapieräume, barrierefreie Sanitär- und Pflegeräume, ein überdachter Hof mit Podium für Veranstaltungen, Kräutergarten und Obstwiese gehören zu den Besonderheiten. Gesamtkosten: gut zwei Millionen Euro, je neun Prozent tragen die Stadt Hückelhoven und die Lebenshilfe, der Rest wurde mit einem Sonderprogramm des Bundes finanziert. Von den 60 Kindern, die die Einrichtung besuchen, weisen 15 einen erhöhten Förderbedarf auf, etwa bei Entwicklungsverzögerungen.

„Alle Menschen haben ein Recht darauf, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, betonte Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Monika Kohnen. „Weil Inklusion aber nicht verordnet werden kann, engagiert sich die Lebenshilfe Heinsberg und fördert die ortsnahe Begegnung, Akzeptanz und das Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap.“ Hauptanliegen sei es, eine ortsnahe Förderung und Bildung anzubieten. Beim gemeinsamen Spiel könnten die Mädchen und Jungen voneinander lernen. Doch nicht nur an die kleinen Zöglinge wird gedacht. Eltern und Sorgeberechtigte sollen kompetente Ansprechpartner und Hilfestellungen für die Erziehung angeboten werden, wenn die Entwicklung anders verlaufe als erwartet. Infoabende, Seminare oder Workshops rund um Fragen der Erziehung und Förderung sollen auch Interessierten aus Hückelhoven offen stehen.

Bürgermeister Bernd Jansen erinnerte an den ersten Spatenstich für den Neubau. Schon damals, 2017, sei die große Vorfreude deutlich zu spüren gewesen. „Ohne eigenes Dach über dem Kopf“, dafür mit einer „Zwischenlösung“ in der Ratheimer Grundschule, habe es die Lebenshilfe-Kindertagesstätte bereits gegeben. Die Kinder könnten hier mit- und voneinander lernen. Später seien sie in der Lage, ihren Mitmenschen unvoreingenommen entgegen zu treten.

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