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Lea Maria Löffler, Harfe, und Christina Bernard, Sopransaxophon, bei con brio

Konzert bei con brio in Hückelhoven : Exquisite Stücke an Harfe und Saxophon

Das Duo Maingold hatte Kompositionen für die seltene Instrumenten -Kombination bearbeitet.

Eine seltene Instrumental-Kombination mit dazu noch selten gespielten Instrumenten – das Duo „Maingold“, Lea Maria Löffler an der Harfe und Christina Bernard mit dem Sopransaxophon. Auf Einladung des Vereins für Kammermusik, con brio, spielten die jungen Frauen, gerade Anfang 20, ihr „Französisches Programm“ im Forum C des Gymnasiums.

Und dass der Verein mit Vorsitzendem Rudolf Lengersdorf wie praktisch immer einen guten Riecher für Qualität hatte, zeigten nicht nur der teils stehend absolvierte Schlussbeifall und die ausgedruckte musikalische Vita der studierten und preisgekrönten Damen, sondern auch die Tatsache, dass die meisten der aufgeführten Stücke gar nicht für diese Instrumente geschrieben sind, sondern beispielsweise für Klavier, Flöte, Geige oder Gitarre. Und die Bearbeitung leistet das Duo selbst.

Zum 176. Konzert in der 25-jährigen Geschichte von con brio begrüßte Rudolf Lengersdorf rund 80 Hörerinnen und Hörer im jüngsten Trakt des Gymnasiums, dessen sanfte Glasrundung und große Höhe mit stufigen Besucherrängen ähnlich gute Klangergebnisse ermöglicht wie die große Aula. Und das trotz des seit dem Nachmittag heftig blasenden Sturms.

Passend dazu das Stück für Altsaxophon und Harfe der französischen Komponistin Ida Gotkovski „Èolienne“, Französisch für „Wind“, wie Lea Maria Löffler übersetzte. Tatsächlich erwies sich das Stück in seinen vier Sätzen als vielschichtig, eindringlich und eingehend. Ein „Greis“ war er schon, als er die Sonate in D-Dur op. 166 für Oboe und Klavier komponierte, der große Camille Saint-Saèns, anspruchsvoll bearbeitet von Christina Bernard und Lea Maria Löffler für Saxophon und Harfe, kaskadenartig in feinen und dynamischen Tonfolgen dargeboten. Dass die Harfe quasi die Orgel unter den Saiteninstrumenten ist, zeigte Lea Maria Löffler in einem Solo von Gabriel Faurè, das als „Une chátelaine en sa tour op. 110“ von ihm speziell für das Instrument geschaffen ist, es erzählt in perlenden Tönen eine Geschichte, balladesk. Ihre solistischen Fähigkeiten konnte Christina Bernard, aus Augsburg stammend, in Paul Bonneaus „Caprice en form de valse“ klangvoll rüberbringen in einem anspruchsvoll-modernen Stück auf dem Alt-Saxophon, ein Lehrstück. „Vocalise – Étude en Forme de Habanera“, Maurice Ravel schuf dieses kleine Stück für Stimme und Klavier, kongenial für seine Instrumente umgearbeitet vom Duo Maingold.

Exquisite Musik auf Basis hoher Sensibilität, erstaunlicher Instrumentenbeherrschung zog sich durch die zwei Stunden in sympathischer Präsentation, Beifall im Stehen belohnte das Duo, das sich wiederum beim Publikum für „große Aufmerksamkeit“ bedankte und für den Abschluss des Abends die Beantwortung von Fragen zu Kompositionen und Instrumenten anbot – das wurde gern angenommen. Zuvor hörte man die Zugabe „Notturno“ („Nacht“) von Gustav Bumcke.