Landesmeisterin aus Hückelhoven Den perfekten Blumenstrauß binden

HÜCKELHOVEN · Kristina Hommers hat beim NRW-Landeswettbewerb der Floristen gesiegt. Jetzt bereitet sich die 37-Jährige, die Blumen Tenesch in Hückelhoven führt, auf den Bundeswettbewerb in Berlin vor.

 Landesmeisterin Kristina Hommers trainiert schon, in vorgegebenen 60 Minuten einen opulenten Strauß mit einem stattlichen Durchmesser von mehr als einem Meter zu binden.

Landesmeisterin Kristina Hommers trainiert schon, in vorgegebenen 60 Minuten einen opulenten Strauß mit einem stattlichen Durchmesser von mehr als einem Meter zu binden.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

An ihrer Arbeit liebt sie vor allem die Kreativität und dass sie ständig neu gefordert wird. Ob würdevoller Trauerschmuck, farbenfroher Hochzeitsstrauß oder zeitgemäße Grabpflege – Kristina Hommers ist immer mit großer Begeisterung dabei. Jetzt macht die 37-Jährige, die 2015 in dritter Generation das von ihrem Großvater Hubert anno 1946 als Gärtnerei gegründete Fachgeschäft Blumen Tenesch übernahm, mit einer rasanten Karriere von sich reden.

In Berlin möchte die Floristmeisterin bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen Ende der kommenden Woche nicht nur die fachkundige Jury von ihrem Können überzeugen. Wenn die besten Floristen aus ganz Deutschland in der beliebten Einkaufsmeile Potsdamer Platz Arkaden ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellen, tritt die kreative Hückelhovenerin gegen eine starke Konkurrenz aus neun Bundesländern an (einige Bundesländer wurden zusammengefasst, das Saarland sowie Mecklenburg-Vorpommern schickten keine Kandidatin und keinen Kandidaten ins Rennen).

Auch Hauptstadt-Bürgermeister Michael Müller, der die Schirmherrschaft übernommen hat, wird sich dann persönlich vom überragenden Talent der Hückelhovener Blumenfee überzeugen. „Blumen gehören zu unserem Leben, sie prägen manchen Tag“, so der Erste Bürger der Spreemetropole. Und weiter: „Blumen sprechen eine besondere Sprache.“ Mit viel Einfallsreichtum werde bei der Deutschen Meisterschaft etwas Besonderes gestaltet.

 Landesmeisterschaften der Floristen in Nordrhein-Westfalen: Das von Kristina Hommers floral geschmückte Fahrrad.

Landesmeisterschaften der Floristen in Nordrhein-Westfalen: Das von Kristina Hommers floral geschmückte Fahrrad.

Foto: Tenesch/Maya S Fotografie

Kristina Hommers mag keine halben Sachen. „Ganz oder gar nicht“ lautet das Motto der ehrgeizigen jungen Frau, die hofft, in Berlin den Sprung unter die Bestplatzierten zu schaffen. Deshalb wird sie ihr Geschäft in der Martin-Luther-Straße für insgesamt vier Tage schließen. Seit zwei Monaten laufen die intensiven Vorbereitungen schon. Ehemann Marco Hommers, ihre Angestellte Sandra Scharner – beide werden ihr beim großen Floristen-Wettbewerb assistieren – sowie ihre Eltern Bärbel und Bruno Deuß und die beiden Söhne Luca (10) und Fabio (sechs Jahre) begleiten Kristina Hommers auf die rund 600 Kilometer weite Reise nach Berlin. Mit zwei Autos und unzähligen ausgefallenen Blumen im Gepäck reist das Blumen-Tenesch-Team Mitte der nächsten Woche an die Spree.

Im Schloss Wickrath punktete sie bereits im Juni 2017, wurde NRW-Landesmeisterin mit einem mit Blumen geschmückten Fahrrad zum beziehungsreichen Motto „Tour de France“. Als die Jurymitglieder ihr anerkennend sagten, ihr Strauß sei perfekt, konnte die zweifache Mutter ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. „In diesem Moment habe ich realisiert, es könnte passen, ich könnte tatsächlich die Landesmeisterschaft gewinnen“, erinnert sich die engagierte Geschäftsfrau, die zusätzlich eine Filiale von Blumen Tenesch in der Heinsberger Hochstraße betreibt. Damals schaffte sie 99 von 100 möglichen Punkten.

 Pflanzarbeit am Schloss Wickrath.

Pflanzarbeit am Schloss Wickrath.

Foto: Blumen Tenesch

Sie weiß genau: Die Anforderungen sind hoch in Berlin, die Konkurrenz schläft nicht. „Be real“ lautet das weit gefasste Thema des Floristen-Wettbewerbs, bei dem sich die zehn Teilnehmer auf eine ganz besondere Auseinandersetzung mit den sozialen Medien einlassen: Fotos und Posts auf Facebook liken, inszenierte Bilderwelten auf Instagram präsentieren, auf Twitter die neuesten Nachrichten teilen oder per Video auf Snapchat kommunizieren. „Dabei sind die Menschen dann oft gar nicht mehr echt“, hat Kristina Hommers festgestellt.

„Perfectly Imperfect“ lautet die Vorgabe, wenn sie im belebten Einkaufszentrum am Potsdamer Platz genau 60 Minuten Zeit haben wird, um einen opulenten Strauß mit einem stattlichen Durchmesser von mehr als einem Meter zu binden. Dabei setzt sie auf ungewöhnliche Materialien wie trockene Rapszweige oder verschiedene Wiesen- und Feldblumen. „Ich dachte bei dem Thema zuerst an ein Weizenfeld“, verrät die NRW-Landesmeisterin der Floristen. Weizen erschien ihr jedoch zu trocken.

Ihr Meisterwerk wird in den Potsdamer Platz Arkaden nicht von ungefähr kommen – Kristina Hommers übt zurzeit, das Aufsehen erregende Gebinde in der vorgegebenen Zeit entstehen zu lassen, damit in Berlin jeder Handgriff sitzt.

In der Kategorie Tischschmuck reicht sie eine ungewöhnliche Deko-Idee aus 1500 Korken in unterschiedlichen Färbungen ein.