Hückelhoven: Kraut verlässt Linke-Fraktion wegen "unüberbrückbarer Differenzen"

Hückelhoven : Kraut verlässt Linke-Fraktion wegen "unüberbrückbarer Differenzen"

Die Linke hat jetzt ihren Fraktionsstatus im Hückelhovener Rat verloren. Dirk Kraut bleibt als Parteiloser aktiv. Beide Seiten äußern Enttäuschung.

Die Linke hat im Hückelhovener Stadtrat keinen Fraktionsstatus mehr. Dirk Kraut hat die Fraktion verlassen, wie der Vorstand der Ortsgruppe in einer Pressemitteilung informierte. Der Partei hatte der Millicher nie angehört. Mit Boris London war er durch einen Listenplatz in den Rat eingezogen und hatte mit ihm eine Fraktion gebildet. Es sei in Ordnung, wenn ein Parteiloser mit einem Parteimitglied eine Fraktion bilde, bestätigte auf Anfrage die Verwaltung. Doch das Tischtuch zwischen London und Kraut ist zerschnitten: "Unüberbrückbare Differenzen" nennt Kraut das auf Anfrage. Er will nun als Parteiloser und "Einzelkämpfer" sein Mandat ausüben.

"Herr Kraut trat 2014 an uns heran als politisch aktiver Mensch, welcher sich mit der Arbeit der Linken identifizierte, und wollte in die Partei eintreten", heißt es in der Presseerklärung. Und weiter: "Auf sein Versprechen hin, unter Zeugen in die Partei Die Linke einzutreten, bekam Kraut einen Ratslistenplatz und zog letztendlich in den Stadtrat mit unserer Fraktion Die Linke ein." Vergeblich habe man den Dialog mit ihm gesucht, in die Partei eintreten wollte er nicht. Die Linke Hückelhoven und deren Ratsmitglieder seien stets bemüht, konstruktiv, respektvoll und sachlich mit anderen Ratsmitgliedern und deren Faktionen zu arbeiten. "Persönliche Angriffe haben dort nichts zu suchen. Politische Alleingänge gibt es nicht", stellte die Erklärung klar und deutete an, auch darüber habe man vergeblich mit Kraut sprechen wollen, der weigere sich und sei bis heute kein Mitglied der Partei. "Aus diesen Gründen ist eine weitere Arbeit nicht möglich und Herr Kraut verlässt die Fraktion. Wir sind persönlich über dieses Verhalten sehr enttäuscht", so der Vorstand. Im Ratsinformationssystem der Stadt ist Dirk Kraut bereits als "Parteiloser" aufgeführt. Er hatte für die Fraktion Anträge gestellt, Haushaltsreden verfasst und vorgetragen. "Alles, was ich getan habe, habe ich für die Partei Die Linke getan", versicherte Kraut. Aus Sitzungen sei er aber wieder ausgeladen worden, weil er kein Parteibuch hatte. Er sei nun "maßlos enttäuscht". Die Linke halte er nach wie vor für wählbar, aber in die Hückelhovener Mannschaft "fehlt komplett das Vertrauen". Er könne nicht mit allem konform gehen, das sei seine freie Entscheidung. "Ich möchte nicht in einen Topf mit Boris London geworfen werden", betonte er. Seine politische Arbeit will Kraut weiterführen und kündigte Aktionen mit Unterstützern an, zum Beispiel ein Konzert "Bass gegen Hass" im Sommer.

Und noch eine Veränderung hat sich im Stadtrat ergeben: die Personalie Hilde Hecker. Bei dem früheren FDP-Mitglied ist jetzt vermerkt "Partei: Fraktion FW" (Freie Wähler). Fraktionsstatus besteht nach wie vor, nur die FDP wird im Fraktionsnamen nicht mehr geführt.

(gala)
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