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Knappenverein St. Barbara Hilfarth-Hückelhoven sorgt sich um Vereinszukunft

Hückelhovener Bergmannstradition : Knappenverein hat Nachwuchssorgen

Der Hückelhovener Verein beschäftigte sich während seiner Jahresversammlung nicht nur mit positiven Themen wie dem Barbarafest.

Auf ein besonderes Jahr blickten die Mitglieder des Knappenvereins St. Barbara Hilfarth-Hückelhoven zurück: 2018 brachte das Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus, dem ältesten des europäischen Kontinents, nach 905 Jahren, der keine 30 Kilometer südlich urkundlich zum ersten Mal bei Herzogenrath/Kerkrade in den Jahrbüchern des Klosters Klosterrath verortet wurde. Vertreten waren die Barbara-Knappen im Vorjahr auf dem 13. Deutschen Bergmannstag in Bochum, der im Zeichen des Bergbauendes stand, das für die Hückelhovener Zeche Sophia-Jacoba, dem einstigen Arbeitsort der Knappen, bereits 21 Jahre zuvor gekommen war.

Vorsitzender Franz-Josef Bücken hatte die Mitglieder zur Jahresversammlung im Vereinslokal Windelen begrüßt. Er listete derzeit 109 Mitglieder auf, eine leicht gesunkene Zahl, das Ende von Sophia-Jacoba und der letzten Zechen macht sich durch die weggefallenen Arbeitsplätze und den dadurch fehlenden Berufsnachwuchs schon seit Jahren in der Mitgliederliste bemerkbar.

Dennoch konnten Schriftführer Peter Andres und Geschäftsführer Willi Henschke von einem aktiven Vereinsleben berichten. 43 Veranstaltungen wurden entweder selbst angeboten oder besucht. Gut besucht war das Barbarafest am 1. Dezember, das von seiner ganz besonderen Atmosphäre mit ökumenischem Gottesdienst, Bergparade durch Hilfarth und Totengedenken am Ehrenmal in der Bergmannssiedlung lebt.

Für das laufende Jahr führte Willi Henschke wieder 23 Veranstaltungen auf, darunter die Teilnahme an der Knappen-Kirchschicht des Landesverbands im niederrheinischen Geldern. Einen besonderen Akzent setzt das 60-jährige Bestehen der evangelischen Kirche Hilfarth im Jahreskalender. Darin gibt es ein Wiedersehen mit Pfarrerin Irene Schlawin, die lange den ökumenischen Gottesdienst zum Barbarafest des Knappenvereins gestaltet hat. Neben dem Barbarafest am 30. November ist der Gemeinschaftsausflug vom 27. September bis zum 2. Oktober  zur Ostsee ein Höhepunkt des Jahres, 48 Mitglieder sind dabei.

Allerdings machte abschließend Vorsitzender Franz-Josef Bücken auch Sorgen um das Vereinsleben deutlich: Aufgrund des fehlenden Berufsnachwuchses sei die Mitgliederschaft überaltert, allein 25 Knappen seien über 80 Jahre alt, der Gesamtdurchschnitt liege inzwischen bei mehr als 70 Jahren. Darüber hinaus zeigten sich einige Vorstandsmitglieder gesundheitlich angeschlagen, Sorgen wurden darüber geäußert, wie lange das Niveau der Aktivitäten des Vereins noch aufrechterhalten werden kann.